Nering 150Johann Arnold Nering

Baumeister des Schlosses Charlottenburg

Seinen bekanntesten Bau entwarf der Ingenieur und Baumeister Johann Arnold Nering am Ende seines Lebens für die Kurfürstin Sophie Charlotte. Das Lustschloß der späteren ersten Königin erhielt ihr zu Ehren 1705 den Namen Charlottenburg und war zu dieser Zeit längst zu einem Residenzschloß erweitert worden.


Nering kam am 13. Januar 1659 als ältester Sohn des Juristen und Bürgermeisters Laurens Nering und seiner Ehefrau Susanne Knobbe im niederrheinischen Wesel zur Welt. Mit einem Stipendium des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm studierte er 1676 den Festungsbau, im folgenden Jahr die allgemeine Ingenieurkunst. Spätestens 1678 trat er in den Dienst Friedrich Wilhelms, zunächst als Mitarbeiter von Michel Matthias Smids, unter dessen Leitung er am Bau der Schleusen und der Saalebrücke bei Torgau tätig war.

1684 ernannte ihn der Kurfürst zum Oberingenieur, 1685 zum Ingenieur-Oberst, 1691 zum Oberbaudirektor. Mitglied der Baukommission, die beispielsweise die Bürgerhausentwürfe zu prüfen hatte, war er seit 1688 bis zu seinem Tode im Jahre 1695. Johann Arnold Nering starb am 21. Oktober 1695 in Berlin und wurde in der Dorotheenstädtischen Kirche begraben. Die Grabstätte existiert nicht mehr, da die Kirche im Zweiten Weltkrieg zerstört und die Ruine abgetragen wurde.

 

Werke:
1679-81 Nach dem Tod Johann Gregor Memhardts Bauleitung am Schloß Oranienburg; Hetzgarten und Pomeranzenhaus
Mitarbeit am Schloß zu Potsdam
Arkaden der Stechbahn am Schloßplatz Berlin
1681-85 Arbeit am Alabastersaal im Berliner Schloß
1682-85 Schloßkapelle Köpenick
1683 Leipziger Tor in Berlin
1685 Entwurf für das Pomeranzenhaus im Lustgarten
1687 Arkaden der Mühlendammbrücke
Galerie- oder Bibliotheksflügel im Lustgarten
Entwurf für die Burgkirche zu Königsberg
1687/88 Vollendung des Schlosses zu Schwedt
Neuer kurfürstlicher Marstall Breite Straße
1688 Palais für Feldmarschall Derfflinger am Cöllnischen Fischmarkt
Entwurf für die Ausstattung der Trauerfeierlichkeiten des Kurfürsten Friedrich Wilhelm
Bauaufsicht für die Anlage der Friedrichstadt mit Smids und Johann Heinrich Behr; Planung der Straßenzüge, Entwürfe für Wohnhäuser
1689 Palais Schomberg (Kronprinzenpalais)
Entwurf für die Sternwarte an der Akademie

 

um 1690 Wohnhaus für Minister Eberhard von Danckelmann, Kurstraße
1690 Jägerhof in der Jägerstraße
1691 Oberbaudirektor am Berliner Schloß
1691-93 Schloß Schönhausen, Umbau
1692-94 Lange Brücke
um 1693 Hetzgarten im Jägerhof
1693 Entwürfe für den Münzturm
Arkaden am Schloß
nach 1693 Entwurf für Schloß Friedrichshof (Groß Holstein)
1694 Planung der Schleuse an der Schloßfreiheit
1694/95 Schloß Rosenfelde für Benjamin Raule (Friedrichsfelde)
1695 Entwurf für Schloß Lietzenburg (Charlottenburg)
Bauleitung am Zeughaus
Entwurf für die Parochialkirche
Bauleitung am Schloß zu Potsdam

 

Literatur:
Gerda Nehring: Johann Arnold Nering. Ein preußischer Baumeister, Essen 1985.
Hermann Heckmann: Baumeister des Barock und Rokoko. Brandenburg Preußen, Berlin 1998.
Margarete Kühn: Schloß Charlottenburg (= Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin), Textband, Berlin 1970, S. 11-20.
Friedrich Nicolai: Nachricht von den Baumeistern, Bildhauern, Kupferstechern, Malern, Stukkaturern, und anderen Künstlern, welche vom 13. Jh. bis jetzt in und um Berlin sich aufgehalten haben, 2. Auflage Berlin und Stettin 1786.

 

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