Gerhild Komander

Smids 150Michel Matthias Smids

Ein Niederländer baut in Brandenburg 

Weniger Baumeister und Künstler, vielmehr ein überragender Techniker und Unternehmer auf vielen Gebieten war der im niederländischen Breda geborene Smids. Er war Zimmermann, Schiffsbauer, Wasser- und Schleusenmeister, Baumeister, Unternehmer, tätig in Breda, Berlin, Oranienburg, Potsdam, Zehdenick, Königsberg.

 

Michel Matthias Smids - Michiel Matthysch Smids

 

Weniger Baumeister und Künstler, vielmehr ein überragender Techniker und Unternehmer auf vielen Gebieten war der im niederländischen Breda geborene Smids. Er war Zimmermann, Schiffsbauer, Wasser- und Schleusenmeister, Baumeister, Unternehmer, tätig in Breda, Berlin, Oranienburg, Potsdam, Zehdenick, Königsberg /Kaliningrad, Rußland.

Den Bauwerken von seiner Hand lagen in der Regel die Entwürfe anderer zugrunde. Aber insbesondere die Wasserbauwerke Smids hatten nicht nur bleibenden Wert an sich, sondern Vorbildfunktion für Generationen.

 

11. Juli 1626 Breda - 24. Juli 1692 Berlin
Grabstätte in der von ihm errichteten Dorotheenstädtische Kirche, zerstört

 

1652 als Hofzimmermann und Schleusenmeister in kurbrandenburgische Dienste
1653 Hofbaumeister
1675-78 vermietet Smids Zimmerleute an den Kurfürsten zum Schiffsbrückenbau im Kampf des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm gegen Schweden
1676 Smids gründet eine eigene Werft in Berlin.
Er wohnt Breite Straße Ecke Scharrenstraße.
1682 Reise nach Brabant, in seine Heimat
1689 Bestätigung als Hofbaumeister

 

Werke:

Unter Johann Gregor Memhardt beteiligt am Festungsbau in Berlin, am Schleusenbau und an der Schloßfreiheit sowie in Oranienburg am Schloßbau
ab 1656 Schiffsbauten für Kurfürst Friedrich Wilhelm
1657 Wohnbauten in Oranienburg
1659 Neuer Kirchturm, Oranienburg

 

1662 Mit Joachim Ernst Blesendorff Bau des Müllroser Kanals, dazu Schleusen und Brücken
1663-66 Erneuerung des Turmhelms der Marienkirche nach dem Entwurf von Memhardt
1665-70 Neubau des alten Marstalls in der Breiten Straße nach einem Brand
1669 Lusthaus vor dem Spandauer Tor
Lange Brücke zur Schloßinsel in Köpenick

 

1670 und 1679-82 Bauarbeiten am Potsdamer Schloß und im Schloßgarten
1671 Bau einer Kugelgießerei in Zehdenick
1675 Bau des Waisenhauses nach Entwurf von Memhardt
1678-87 Bau der Dorotheenstädtischen Kirche nach Entwurf von Rutger van Langevelt

 

1680 Anlage der kurfürstlichen Werft in der Dorotheenstadt
1681 Beteiligung am Wiederaufbau von Schwedt nach einem Stadtbrand
1682 Jagdschloß Klein Glienicke
1685 Orangerie nach Entwurf Johann Arnold Nerings
Um 1686 Wohnhaus für Martin Lauer in der Friedrichsgracht (Schindlersches Waisenhaus) und das Possartsche Haus nebenan
1688 unter Nering beteiligt am Bau der Friedrichstadt
1690 Amtshaus in Freienwalde

 

Literatur:
Hermann Heckmann: Baumeister des Barock und Rokoko. Brandenburg Preussen, Berlin 1998.
Friedrich Nicolai: Nachricht von den Baumeistern, Bildhauern, Kupferstechern, Malern, Stukkaturern, und anderen Künstlern, welche vom 13. Jh. bis jetzt in und um Berlin sich aufgehalten haben, 2. Auflage Berlin und Stettin 1786.

 

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Berlin im Blick

Berliner Geschichte

Um 1270 Der romanische Bau der Marienkirche entsteht.

1320 Die brandenburgischen Askanier sterben aus. Die Auseinandersetzungen um den Besitz der Mark Brandenburg beginnen.
Markgräfin Agnes überantwortet Rechtsprechung und Schutz der in Berlin-Cölln lebenden Juden dem Rat der Doppelstadt. Die Juden haben künftig ihre Abgaben an den Rat zu zahlen.

1370 Erste urkundliche Erwähnung von Falkenberg und Pankow
Die Doppelstadt Berlin-Cölln erwirbt Pankow.

1470 2. April Friedrich II. legt die Regierung nieder. Sein Bruder Albrecht Achilles wird Kurfürst.

1570 Die kurfürstliche Kantorei erhält eine offizielle Ordnung.

1620 Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz sucht bei seinen kurfürstlichen Verwandten im Schloss Zuflucht. Sein Geleit von 3 000 Mann wütet in der Mark.
16. Februar Friedrich Wilhelm der Große Kurfürst wird geboren.

1670 Frau Schmolz, Ehefrau des Kammerlakaien Christian Schmolz, erhält die Genehmigung, auf dem Kirchhof von St. Nikolai eine Mädchenschule einzurichten.
Hendrik de Fromantiou wird kurfürstlicher Hofmaler.

1720 bis 1722 Der Pulverturm am Spandauer Tor explodiert und tötet 76 Menschen.
Philipp Gerlach erbaut die durch die Explosion zerstörte Garnisonkirche neu.

1770 Die Allee Unter den Linden wird zur Promenade ausgebaut.
Berlin erhält eine neue Gerichtsordnung.
Das Königlich Preußische Generalpostamt erlässt ein Reglement für die Briefträger.
Die Bergakademie wird gegründet.

1820 Christian Wilhelm Hufeland eröffnet ein poliklinisches Institut.
Carl Friedrich von Graefe eröffnet die chirurgische Universitätsklinik.

1870 Georg Siemens und andere gründen die Deutsche Bank.
1. Juli Generalpostmeister Heinrich Stephan führt die "Correspondenzkarte", die Postkarte ein.
Am 19. Juli erklärt Frankreich Preußen den Krieg. Berlin macht mobil.

1920 Mit dem Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin (Groß-Berlin-Gesetz) vom 27. April 1920 wird Berlin zur drittgrößten Stadt der Welt.

1970 13. Januar Grundsteinlegung für die Neubebauung der Leipziger Straße
14. Mai Mit der Befreiung des Brandstifters Andreas Baaders aus der Haft in der Justizvollzugsanstalt Tegel beginnt die Geschichte der RAF.
Aufstellung des Lenin-Denkmals

 

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