Gerhild Komander

Frauenthemen

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Stadtführung Rosa Luxemburg 2019
Lebensorte in Berlin
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 19. Januar 2019, 11 Uhr

Vortrag 100 Jahre Frauenwahlrecht 2019
Das Frauenwahlrecht. Der lange Weg zur Mündigkeit ...
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Dienstag, 12. Februar 2019, 15.15 Uhr

Stadtführung 100 Jahre Frauenwahlrecht 2019
Marie Juchacz und alle die anderen. Frauen im deutschen Parlament
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 23. Februar 2019, 11 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Sticken, stricken, weben, nähen in Berlin
Frauen und die Textilbranche
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 2. März 2019, 11 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Der Prinz von Theben residiert am Nollendorfplatz
In Zusammenarbeit mit der VHS Tempelhof-Schöneberg
Sonntag, 3. März 2019, 11 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Frauen im Wedding
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Freitag, 8. März 2019, 14 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Charlottenburg weiblich
Frauengeschichten zwischen Kurfürstendamm und Savignyplatz
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 9.3.2019, 11 Uhr

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Louise Schroeder: Die Bürgermeisterin als „Strohmann" im Kalten Krieg

Sie ist die erste Frau, die die EhrenBÜRGERwürde Berlins erhäelt. Warum? Alles ist bloß nur Zufall im Spiel der Mächte um die Macht in der Nachkriegszeit. Denn der „heimliche König" von Berlin, Ernst Reuter,  scheitert am Veto der sowjetischen Militäradministration.

 

Louise Schroeder: Die einzige Frau an der Spitze Berlins

Geboren am 2. April 1887 in Altona (Hamburg)

gestorben am 4. Juni 1957 in Berlin

bestattet auf dem Friedhof Hamburg-Ottensen

 

Der heimliche König von Berlin darf nicht regieren

Berlin, 14. April 1947. Der regierende Oberbürgermeister von Berlin, Otto Ostrowski (SPD), scheint überfordert.

Während der Berliner Magistrat darauf wartet, dass in der Alliierten Kommandantur die Bestätigung für den Rücktritt Ostrowskis fällt, erklärt Franz Neumann (SPD) im Rundfunksender RIAS (Radio im amerikanischen Sektor), die Wahl müsse nun auf einen Mann fallen, „der politische Erfahrung besitzt und genügend charakterliche Festigkeit mitbringt, um mit allem Widerstreit der Gegenwart fertig zu werden."

Ein Mann scheint die Anforderungen perfekt zu erfüllen: Ernst Reuter. Doch der „heimliche König" von Berlin scheitert am Veto der sowjetischen Militäradministration. Louise Schroeder ist die zweite Wahl. Am 8. Mai 1947 übernimmt sie die Funktion der amtierenden Oberbürgermeisterin. Sie ist bis heute die einzige Frau, die an der politischen Spitze Berlins stand.

 

1910 dürfen Frauen in eine politische Partei eintreten

Louise Schroeder kommt am 2. April 1887 in Altona (Hamburg) zur Welt. Der Vater ist Bauarbeiter, die Mutter unterhält einen Gemüseladen in der Völkerstraße. Im Gemüsekeller der Mutter macht das Mädchen ihre Schularbeiten, ein Kinderzimmer gibt es nicht. Sie darf die kaufmännische Gewerbeschule besuchen, nimmt mit 16 Jahren eine Anstellung als Bürokraft in Hamburg an und arbeitet sich zur Chefsekretärin hoch.

Vater und Heimatstadt prägen ihr politisches Bewusstsein – Altona ist eine Hochburg der Sozialdemokratie. 1910 schließt sie sich dem SPD-Ortsverband Altona-Ottensen an. Frauen werden bis dahin nur im „Segment" zugelassen: Sie müssen in einem – wenigstens durch ein Seil – abgetrennten Bereich sitzen. Sie dürfen nicht diskutieren, nicht Beifall klatschen. Der Eintritt in eine politische Partei wird ihnen im Jahre 1910 gestattet.

Louise Schroeder engagiert sich im typisch weiblichen Bereich der Politik, dem sozialen. Am 19. Januar 1919 zieht sie nach den ersten demokratischen Wahlen im Deutschen Reich in die Nationalversammlung ein. Ohne Unterbrechung gehört die Sozialpolitikerin allen Reichstagen der ersten deutschen Republik an.

Am 23. März 1933 zählt sie zu den 93 der 120 sozialdemokratischen Abgeordneten, die gegen das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" stimmen (Ermächtigungsgesetz). Mit dem Gesetz will Reichskanzler Adolf Hitler die Ermächtigung erlangen, ohne Zustimmung von Reichstag, Reichsrat und Reichspräsidenten Gesetze zu erlassen.

 

Ersatzmann aus Altona

1938 geht Louise Schroeder nach Berlin, taucht als Bürokraft unter. Unterkunft findet sie bei Paul Löbe, dem SPD-Mitglied und späteren Präsidenten des Kuratoriums „Unteilbares Deutschland", in der Uhlandstraße 123.
Am 17. Juni 1945 ist sie bei der Gründungsversammlung der Sozialdemokraten im Deutschen Hof in der Luckauer Straße, Kreuzberg, sofort zur Stelle. In der Parteizentrale in der Behrenstraße ist Louise Schroeder für den Wiederaufbau ihrer Partei unverzichtbar und – seit 1946 im Westen der Stadt – für den Erhalt der Freiheit Berlins.

Kurz nach ihrer Wahl zur amtierenden Oberbürgermeisterin Berlins 1947 erkrankt die Politikerin. Im Januar 1951 scheidet sie aus dem Amt. Der erste West-Berliner Senat wird mit Ernst Reuter als Regierendem Bürgermeister gebildet.

Zwei Monate vor ihrem Tod erhält Louise Schroeder als erste Frau die Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin. Am 4. Juni 1957 stirbt sie in ihrer Wohnung Boelckestraße 121, Tempelhof. Ihre Ruhestätte ist das Grab der Eltern, Hamburg-Ottensen.

 

Gerhild H. M. Komander

 

Nachtrag:

Am 12. November 2006 schrieb Jörg Niendorf in der Beilage zur „Berliner Morgenpost" - „Berliner Illustrierte Zeitung" - einen Artikel über Louise Schroeders Grab in Hamburg: „Da wollte sie hin. Berliner Merkwürdigkeiten: Warum die Hauptstadt in Hamburg ein Grab bezahlt". Das Photo aus dem Artikel von Bertold Fabricius wird auf der Website leider nicht veröffentlicht.

 

Dieser Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt", 2006.

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Schiller Philosophie

Frauen in Berlin

2. Juli 1969 Die Bildhauerin Jenny Mucchi-Wiegmann (auch Genni Mucchi) stirbt in Berlin.
3. Juli 1969 Ilse Demme, Lehrerin, Widerstandskämpferin, stirbt in Berlin.
5. Juli 1939 Die Journalistin und Fernsehmoderatorin Ulrike von Möllendorff wird in Berlin geboren.
8. Juli 1939 Die Schriftstellerin und Abolitionistin Anna Pappritz stirbt in Radach.
14. Juli 1899 Jeanette Schwerin (Jeannette), Frauenrechtlerin und Begründerin der weiblichen Ausbildung in der Wohlfahrtspflege in Deutschland, stirbt in Berlin.

19. Juli 2009 Ingeborg Hunzinger, geborene Franck, Bildhauerin, stirbt in Berlin.
21. Juli 1909 Die Wohltäterin und Stifterin Sidonie Scharfe stirbt in Zehlendorf bei Berlin.
27. Juli 1929 Die Architektin und Bauunternehmerin Sigrid Kressmann-Zschach wird in Leipzig geboren.
31. Juli 1969 Ruth Margarete Roellig, Schriftstellerin und Redakteurin, stirbt in Berlin-Schöneberg.

2. August 1939 Die Schauspielerin Ursula Karusseit wird in Elbing, Regierungsbezirk Westpreußen, Provinz Ostpreußen(heute Elbląg) geboren.
5. August 1889 Die Schriftstellerin Fanny Lewald stirbt in Dresden.
6. August 1899 Die Opernsängerin Margarete Klose (Frida) kommt in Berlin zur Welt.
9. August 1899 Clara Wilhelmine Oenicke, Historien-, Porträt- und Genremalerin, stirbt in Berlin.

18. August 1909 Ilse Demme, Lehrerin, Widerstandskämpferin, wird in Kassel geboren.
19. August 1989 Die Widerstandskämpferin Hildegard Aßmann (verh. Abusch) stirbt in Berlin.
20. August 1989 Die Sozialarbeiterin Isa Gruner stirbt in Berlin.
23. August 1989 Annemirl Bauer, Malerin, Grafikerin und Regimekritikerin, stirbt in Berlin.

24. August 1979 Die Pilotin Hanna Reitsch stirbt in Frankfurt am Main.
25. August 1899 Henriette Schrader-Breymann, Pädagogin, stirbt in Schlachtensee (Berlin).
26. August 1919 Die Sängerin Clara Tuczek  (verh. Bruch) stirbt in Berlin.
27. August 1969 Erika Mann, Schauspielerin, Kabarettistin, Schriftstellerin und Lektorin, stirbt in Zürich.

3. September 1949 Die Malerin Ilse von Heyden-Linden stirbt in Demmin.
6. September 1829 Die Straßensängerin Luise Nordmann, bekannt als Harfenjule, kommt in Potsdam zur Welt.
14. September 1939 Die Journalistin und Widerstandskämpferin Gisela von Poellnitz stirbt in der Schweiz.
29. September 1919 Margot Hielscher, Sängerin, Schauspielerin und Kostümbildnerin, kommt in Berlin zur Welt.

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