Gerhild Komander

Wolfgang Neugebauer: Geschichte Preußens

 


Die Geschichte Preußens auf 160 Seiten zu erzählen, das ist nur möglich nach langjähriger und intensiver Beschäftigung und eigener wissenschaftlicher Forschung. Das intendierte Ziel, ein breites Publikum über die Fachwissenschaft hinaus zu erreichen, wird das Buch von Wolfgang Neugebauer nicht verfehlen.

Wenn auch die Gleichsetzung des Untergangs Preußens mit dem Ende des nationalsozialistischen Deutschen Reiches fragwürdig ist, bietet diese Geschichte Preußens einen wirklich lesenswerten und für - allerdings weit überdurchschnittlich gebildete - Laien lesbaren Überblick, obwohl der kühle Nominalstil die Freude am Lesen oft trübt.

Wichtig ist der Hinweis auf die mittelalterlichen Wurzeln Preußens, der noch einmal die These von der Unterwerfung der slawischen Bevölkerung widerlegt. Befremdlich wirkt, dass die komplizierten Erbrechtsverhältnisse, die erst brandenburgischen Territorialgewinn an Ostsee und Rhein ermöglichten, sehr knapp abgehandelt werden. Auch ist nur von „den Erben“ die Rede. Der weibliche Anteil an der Geschichte Brandenburg-Preußens wird ausgeblendet, nicht nur in diesem Kapitel, sondern in der gesamten Darstellung.
Insofern steht diese Geschichte Preußens in bester Tradition brandenburgisch-preußischer Geschichtsschreibung. Neu erscheinen einige Schreibweisen: Alle Worte mit dem Stamm „slaw“ werden mit „v“ geschrieben, die Cadolzburg mit „K“. Dem ausführlichen Quellen- und Literaturverzeichnis wurde leider kein Register angefügt.

Wolfgang Neugebauer: Geschichte Preußens, Hildesheim: Georg Olms Verlag 2004. 160 S. Mit 15 Schwarzweißabbildungen und zwei farbigen Karten sowie einem ausführlichen Quellen- und Literaturverzeichnis.

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150 SS BG

 

150 SS ChHs

 

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