Gerhild Komander

Chronik Berlin: Aufklärung und Reformen

Berlin-Chronik von 1740 bis 1815


1740 bis 1750

1740

31. Mai Friedrich Wilhelm I. stirbt in Potsdam.
Sein Sohn Friedrich II. wird König.
3. Juni Mißernten verursachen die Teuerung von Getreide und Hungersnot. Der König läßt die Getreidemagazine öffnen, um die Bevölkerung zu ernähren.
4. Juni Ambrosius Haude gibt die erste Nummer der „Berlinischen Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen" heraus.

8. November Mobilmachung zum Ersten Schlesischen Krieg
16. Dezember Friedrich II. beginnt den Ersten Schlesischen Krieg mit dem Einmarsch in Sachsen.

Ein königlicher Erlass verbietet das Sacken (Ertränken in einem Sack) von Kindsmörderinnen.
Die Königliche Zahlenlotterie wird begründet.
Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff wird Oberintendant der königlichen Schlösser.
Der König beginnt mit Knobelsdorff die Planung für das Forum Fridericianum. Dazu gehören der heutige Bebelplatz, das Opernhaus, Königliche Bibliothek (HU) und das Palais Prinz Heinrich (Hauptgebäude der HU).

Friedrich II. erhebt Charlottenburg zur Residenzstadt und baut das neue Schloß (Neuer Flügel).
Schloß Schönhausen wird Sommersitz der Königin Elisabeth Christine.
Voltaire kommt erstmals nach Berlin.
Kutschen werden als öffentliche Verkehrsmittel zugelassen.
Die erste Ausgabe der französischsprachigen Zeitung „Journal de Berlin" erscheint.

Friedrich II. verbietet die gewaltsame Werbung von Soldaten in Berlin.
Der König erläßt ein Einwanderungspatent, daß neben den bisherigen Privilegien auch Steuerfreiheit für zwei Jahre gewährt.
Hospitäer und Armenhäuser werden von der Militärsteuer befreit.
Baron Bielfeld und Charles Etienne Jordan gründen die Loge Aux trois Globes.

 

1741

25. Mai Der Theologe Daniel Ernst Jablonski stirbt und wird am 31. Mai in der Parochialkirche beigesetzt.
22. September Der Zoologe Peter Simon Pallas wird in Berlin geboren.

5. November Aus Anlaß der Eroberung von Neiße wrden in Berlin alle Kirchenglocken geläutet.
12. November Friedrich II. wird als Sieger des Ersten Schlesischen Krieges bei seiner Ankunft in Berlin stürmisch gefeiert.
30. November Der Graf von Schwerin erhält vom König die Anwesiung, den Tiergarten in einen Schmuckgarten zu verwandeln.
13. Dezember Die Oper „Rodelinde" von Carl Heinrich Graun wird im Berliner Schloß uraufgeführt.

Das Generaldirektorium erläßt eine neue Polizeiordnung.
Bürgermeister Karl David Kircheisen wird erster Polizeidirektor.
Die Zensurfreiheit wird eingeschränkt.
Johann Schmidt etabliert in der Dorotheenstadt eine Schriftgießerei.
Der Mathematiker und Physiker Leonhard Euler wird Mitglied der Akademie der Wissenschaften.
Der Bildhauer Johann August Nahl wird Hofdekorateur.

1741 bis 1743 Nach Plänen von Georg Wenceslaus von Knobelsdorff wird das Opernhaus erbaut (Deutsche Staatsoper).

 

1742

1742 11. März Im königlichen Observatorium entdecken die Professoren einen Kometen und beobachten ihm bis zum nächsten Tag.
27. Mai Aus Anlaß des Sieges bei Chottusitz in allen Berliner Kirchen ein Lob- und Dankgottesdienst statt.
11. Juni Graf Podewils und Lord Hindford unterzeichnen die Friedenpräliminarien zu Breslau.
30. Juni Auf dem großen Paradeplatz (Lustgarten) wird der Frieden zu Breslau publiziert.

28. Juli Der Frieden zu Berlin beschließt den Ersten Schlesischen Krieg.
30. Juli Kundgebung des Friedens zu Berlin in Berlin
7. Dezember Das Opernhaus wird eingeweiht.
Im Tiergarten wird eine Fasanerie (an der Stelle des späteren Zoologischen Gartens) angelegt.

 

1743 Georg Friedrich Schmidt wird königlicher Hofkupferstecher.

Daniel Nikolaus Chodowiecki kommt nach Berlin.
Moses Mendelssohn kommt nach Berlin.
Ein zweiter Packhof wird als Zollstation im ehemaligen Lustgarten am Kupfergraben errichtet.

1743 bis 1746 Mit der Wiederherstellung des Finowkanals erhält Berlin eine direkte Verbindung zur unteren Oder.

 

1744 24. Januar Die erste Sitzung der reorganisierten Akademie der Wissenschaften findet im Berliner Schloß statt.
Friedrich II. ernennt Veitel Heine Ephraim zum Hofjuwelier.
17. Juli Die Vermählung der Prinzessin Luise Ulrike mit dem schwedischen Thronfolger Adolph Friedrich wird mit einem großen Fest in Berlin begangen.
Der Zweite Schlesische Kireg beginnt.

1744 bis 1748 Die Tänzerin Barbara Campanini wirkt als Solistin an der Berliner Oper.

 

1745 29. Dezember Friedrich II. zieht als Sieger des Zweiten Schlesischen Krieges in Berlin ein.
16 000 Bürger werden zur Abwehr der österreichischen Truppen bewaffnet.
Jan Boumann errichtet den neuen Marstall.
Mit der Vollendung des Plauer Kanals erhält Berlin eine direkte Verbindung mit der oberen Elbe.

 

1746 6. Januar Feierliche Proklamation des Friedens zu Dresden in Berlin
Der Physiker und Mathematiker Pierre Louis Moreau de Maupertius wird Präsident der Akademie der Wissenschaften.
Isaak Jacob Petri beginnt den Bau des Invalidenhauses.
Der wiederhergestellte Finow-Kanal und der Storkower Kanal werden in Betrieb genommen.

 

1747 21. Februar Friedrich II. erläßt das Rathäußliche Reglement und beseitigt damit die städtische Selbständigkeit.
Stadtpräsident wird Karl David Kircheisen.
7. und 8. Mai Johann Sebastian Bach spielt in Berlin vor Friedrich II.

Friedrich II. verfügt den Abriß des Domes und einen Neubau.
Der Neue Flügel am Schloss Charlottenburg wird vollendet.
Müggelheim wird gegründet.
Andreas Sigismund Marggraf entdeckt den Zucker in der Runkelrübe.
Johann Julius Hecker gründet eine ökonomisch-mathematische Realschule.
Die Französische Gemeinde stiftet die Ecole de Charité.

 

1747 bis 1750

Jan Boumann erbaut den neuen Berliner Dom.
1747 bis 1755 Johann Gottfried Büring und Jan Boumann errichten die St. Hedwigskirche.

1748 15. November Das Invalidenhaus wird eingeweiht.
Gotthold Ephraim Lessing kommt zum ersten Mal nach Berlin.
Der Invalidenfriedhof wird angelegt.
Johann Julius Hecker gründet ein Lehrerseminar.
Friedrich II. verfügt die Verhaftung von Bettlern und deren Überstellung ins Zuchthaus oder zur Arbeit im Ochsenkopf.

Die Künstler Blaise Nicolas Lesueur und Charles Amédée Philippe Vanloo werden nach Berlin berufen.
Der Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie wird an den königlichen Hof berufen.
1748 bis 1766 Jan Boumann erbaut das Palais Prinz Heinrich (Humboldt-Universität).

1749 Die Unternehmer David Splitgerber und Gottfried Adolph Daum errichtet in Neucölln am Wasser eine Zuckersiederei.
Berliner Literaten begründen den Montagsclub.
Grünau wird gegründet.
Hans Christoph Friedrich Graf von Hacke wird Kommandant von Berlin.
1750 6. September Der neue Dom wird in Anwesenheit des Königs eingeweiht.

Ein neuer Erlass unterstellt die jüdischen BewohnerInnen der Aufsicht des Polizeidirektors.
Der Weihnachtsmarkt wird in die Breite Straße verlegt.
Johann Ernst Gotzkowsky übernimmt die französische Seidenfabrik in der Leipziger Straße.

Karl Wilhelm Ramler und Johann Georg Sulzer geben die „Kritischen Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit" heraus.
Esaias Dortu und Martin Thomassin erhalten die Genehmigung, im Tiergarten Erfrischungen in Zelten zwischen Schloss Bellevue und Brandenburger Tor anzubieten (In den Zelten).

1750 bis 1753 Der Philosoph Voltaire hält sich in Berlin und Potsdam auf.

 

1751 bis 1760

1751 11. November Julien Offray de La Mettrie stirbt in Berlin.

Christian Friedrich Voss verlegt die „Vossische Zeitung".
Caspar Wegely gründet die erste Porzellanmanufaktur in Berlin.
Friedrich II. schenkt ihm das Kommandantenhaus in der Neuen Friedrichstraße als Fabrikgebäude.

 

1752 Friedrich II. läßt die Kolonie Neu-Vogtland anlegen.
Schönerlinde wird gegründet.
Die Akademie der Wissenschaften bezieht ein neues Gebäude Unter den Linden.
Der Bau der ersten Infanteriekaserne in Berlin, Kommandantenstraße, wird begonnen.
Friedrich II. läßt den Richtplatz auf den Wedding (Gartenplatz) verlegen.

 

1753 Adlershof, Friedrichshagen und Johannisthal werden gegründet.
Nach dem Abbruch der Kirche vor dem Köpenicker Tor erbauen Christian August Naumann und Johann Gottfried

1753 Büring erbaut die Sebastianskirche (Luisenstädtische Kirche).

 

1754 Die Kolonie Schulzendorf wird angelegt.
Der Vedutenmaler Carl Friedrich Fechhelm kommt nach Berlin.
Berlin und Potsdam erhalten eine tägliche Postwagenverbindung.

1755 Carl Heinrich Graun komponiert die Passionskantate „Der Tod Jesu". Bis 1884 wird sie alljährlich am Karfreitag aufgeführt.
Das jüdische Krankenhaus in der Oranienburger Straße wird eröffnet.

1756 Friedrich II. verfügt den Bau eines Arbeitshauses (Spinnhaus) in der Alexanderstraße.
Christian Bernhard Rode wird Mitglied der Akademie der Künste.
Karl Ludwig Gronau, ab 1769 Pfarrer an der Parochialkirche, beginnt mit Wetteraufzeichnungen.
Der Siebenjährige Krieg beginnt.

 

1757 16. und 17. Oktober 3 400 österreichische Husaren marschieren in Berlin ein und fordern 200 000 Taler Kontribution.
Heinrich Wilhelm Behm begründet den Gesundbrunnen an der Panke.
1759 Friedrich Nicolai beginnt die Herausgabe der „Briefe die Neueste Literatur betreffend".
Karl Wilhelm Ramler dichtet die „Ode an die Stadt Berlin".

1760 Oktober 20 000 Russen und 15 000 Österreicher besetzen Berlin und fordern 1,5 Millionen Taler Kontribution.

Heinrich Wilhelm Behm eröffnet den Friedrichsgesundbrunnen (Gesundbrunnen).
Friedrich II. verpachtet die königliche Münze an Veitel Heine Ephraim und Isaac Daniel Itzig.
Die Loge De l'Amitié wird gegründet.

 

1761 bis 1770

1761 Friedrich Wilhelm Diterichs gestaltet das Ephraim-Palais.
Johann Ernst Gotzkowsky gründet die zweite Porzellanmanufaktur.
Die Dichterin Anna Louisa Karsch(in) kommt nach Berlin.
Das Knoblauchhaus wird vollendet.

1762 Der Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinde in der Chausseestraße wird angelegt.
Der Armeelieferant Friedrich Damm läßt sich in der Breiten Straße Nr. 11 ein Wohnhaus errichten (Ermelerhaus).
1763 Der preußische Staat kauft die Porzellanfabrik Gotzkowsky und führt sie als Königliche Porzellanmanufaktur fort.
Niederschöneweide wird gegründet.
Der Baumeister Carl Philipp Gontard wird nach Berlin berufen.
Die Kunsttischler Johann Friedrich und Heinrich Wilhelm Spindler werden als Hofkünstler berufen.

1764 7. Juli Giacomo Casanova besucht Berlin.
Franz Schuch eröffnet in der Behrenstraße das erste deutsche Theater in Berlin (Komische Oper).

 

1765 Friedrich II. gründet die Königliche Giro- und Lehnbank und die Militärakademie.
Die Assekuranz-Compagnie wird gegründet.
Friedrich Nicolai beginnt mit der Herausgabe der „Allgemeinen Deutschen Bibliothek".
Ein Mietedikt soll den Häuser- und Mietwucher unterbinden.

1766 Der Hofbuchdrucker Georg Jakob Decker richtet eine zweite Schriftgießerei ein.
Die Generaltabaksadministration wird als Steuerbehörde eingerichtet.
1767 Die Klassenlotterie wird gegründet.
Moses Mendelssohn publiziert seine Schrift „Phaedon oder über die Unsterblichkeit der Seele".

1768 21. März Das Lustspiel „Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing wird in der Behrenstraße uraufgeführt.
1769 Friedrich Nicolai gibt seine „Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam" heraus.
Die Pockenimpfung wird eingeführt.
Johann Christian Kleemeyer eröffnet eine Uhrmacherwerkstatt und baut Flötenuhren.

1770 Die Allee Unter den Linden wird zur Promenade ausgebaut.
Berlin erhält eine neue Gerichtsordnung.
Das Königlich Preußische Generalpostamt erlässt ein Reglement für die Briefträger.
Die Bergakademie wird gegründet.

 

1771 bis 1780

1771 Syndicus Benjamin Wackenroder erstellt das Corpus Bonorum des Magistrats, ein Güterverzeichnis.
Die Kutschen der Journaliere verkehren zweimal täglich zwischen Berlin und Spandau.

1772 Die Königliche Seehandlungsgesellschaft wird gegründet.
Johann Carl Philipp Spener übernimmt die „Berlinischen Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen".
1773 Heinrich Koch eröffnet sein Theater.
Die Artilleriekaserne am Kupfergraben und die Kaserne des Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier-Regiments (Mitte) entstehen.

1774 Heinrich Koch führt „Götz von Berlichingen" auf.
Am Dorotheenstädtischen Deich werden Kasernen und Ställe errichtet.

 

1775 Die Arbeiter der Seidenmanufakturen wehren sich mit Streik gegen die Senkung ihrer Arbeitslöhne.

1775 bis 1780 Georg Friedrich Boumann errichtet nach Plänen von Georg Christian Unger die Königliche Bibliothek (Institute der Humboldt-Universität).

1776 Hausnummern und Straßenschilder werden eingeführt.

1778 Gründung der Jüdischen Freischule
Johann Wolfgang von Goethe besucht Berlin und Potsdam.

1779/80 Christian August Naumann errichtet den Neubau der St. Georgenkirche.

1780 Der Französische Friedhof in der Chausseestraße wird angelegt.
Christian Möllinger aus der Werkstatt Kleemeyer eröffnet eine eigene Uhrmacherwerkstatt.
Das Stadtgericht wird reformiert.
1780 bis 1785 Carl von Gontard und Georg Christian Unger erbauen die Turmanlage für die Französische Kirche (Französischer Dom).

 

1781 bis 1790

1781 28. Juli Der Turm der Deutschen Kirche (Deutscher Dom) stürzt ein.
Friedrich II. erläßt das Kaffeemonopol, das das private Kaffeebrennen verbietet.
Christian Wilhelm Dohm veröffentlicht seine Schrift „Über die bürgerliche Verbesserung der Juden".

1781/82 Friedrich II. läßt Kolonisten an der Panke ansiedeln.

1781 bis 1785 Georg Christian Unger erbaut die Turmanlage für die Deutsche Kirche (Deutscher Dom).

1782 Franz Carl Achard wird Direktor der Akademie der Wissenschaften.

1783 Die Allgemeine Handwerker-Ordnung wird erlassen.
Frauen erhalten Zugang zum Schneidergewerk und in Webereien.
Friedrich II. verbietet auf Drängen der Bürgerschaft die Verkaufsbuden. Er läßt Arkaden mit festen Läden errichten.
Im Theater in der Behrenstraße werden „Die Räuber" von Friedrich Schiller und „Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing aufgeführt.

Der Arzt Ernst Ludwig Heim eröffnet seine Praxis in der Marggrafenstraße.
Johann Karl Friedrich Rellstab gründet die erste Musikalienhandlung.
Moses Mendelssohn schließt die Übersetzung des Pentateuch in deutscher Sprache mit hebräischen Buchstaben ab.
Gründung der Fondation Achard

1784 Henriette und Marcus Herz begründen Salons in ihrer Wohnung in der Spandauer Straße.

 

1785 Prinz Ferdinand läßt von Michael Philipp Daniel Boumann das Schloss Bellevue erbauen.
Johann Georg Rosenberg veröffentlicht seine Berlin-Ansichten.
August Knüppel veröffentlicht das topographische Buch „Charakteristik von Berlin".

1786 18. Mai Erste Ausstellung der Akademie der Künste
15. August Der Brandstifter Johann Höppner wird auf dem Galgenplatz im Wedding hingerichtet.
5. Dezember Theophil Doebbelin eröffnet als Direktor das Deutsche Nationaltheater am Gendarmenmarkt.

Friedrich Wilhelm II. wird König.
Georg Friedrich Händels „Messias" wird im Dom aufgeführt.

1786 bis 1787 Der Politiker und Publizist Honoré Gabriel de Riqueti Mirabeau hält sich in Berlin auf und wird von Friedrich II. empfangen.

1787 Friedrich Nicolai erwirbt das Haus in der Brüderstraße Nr. 13 als Wohn- und Geschäftshaus.
Carl Gotthard Langhans erbaut die Mohrenkolonnaden in Berlin und die Herkulesbrücke im Tiergarten.
Johann Christoph Frisch malt „Schwerins Tod in der Schlacht bei Prag am 6. Mai 1757."
Die königliche Mätresse Wilhelmine Encke (Gräfin Lichtenau) erhält das Palais Unter den Linden 36.

1788 Der König erläßt das Religionsedikt und eine Zensurverordnung.
Martin Heinrich Klaproth entdeckt die Zirkonerde und das Uranium.
Die Berliner Gymnasien führen mündliche und schriftliche Prüfungen zur Erlangung der Hochschulbefähigung ein.
27. September Erster Ballonaufstieg Francois Blanchards vor dem Brandenburger Tor.

1788 bis 1791 Carl Gotthard Langhans erbaut das Brandenburger Tor.

 

1789 19. und 26. Mai Mozart weilt in Berlin.
Rahel Levin Varnhagen begründet ihren ersten Salon.
Das Werk „Geheime Geschichten des Berliner Hofes" von Honoré Gabriel de Riqueti Mirabeau erscheint.
1789/90 Carl Gotthard Langhans erbaut das Anatomische Theater der Tierarzneischule und den Turmaufsatz der Marienkirche.
Johann Gottfried Schadow fertigt das Grabmal für den Grafen von der Mark.

1790 19. Januar Hinrichtung des Mörders Christian Lenz auf dem Richtplatz im Wedding

Gründung der Tierarzneischule
Das Lusthaus-Reglement verweist die Prostituierten der Stadt in bestimmte Häuser und verpflichtet sie, rote Schleifen an der linken Schulter zu tragen.
Karl Wilhelm Ramler übernimmt die Direktion des Königlichen Nationaltheaters.
Der Porträtmaler Johann Heinrich Schröder kommt nach Berlin.

 

1790 bis 1800

1791 Carl Friedrich Fasch gründet die Singakademie.
Gründung der ersten Handelsschule

1792 Die erste Chaussee von Berlin nach Potsdam wird angelegt.
Gründung der Gesellschaft der Freunde durch Isaac Euchel, Aaron Wolffsohn, Joseph Mendelssohn und andere
April Der erste Koalitionskrieg gegen Frankreich beginnt.

1793 Der Maler Heinrich Anton Dähling kommt nach Berlin.
Der Töpfer Tobias Feilner tritt in die Firma Höhler ein.
Heinrich Würzer schreibt in Berlin den „Revolutionskatechismus".

1794 Die Zeitschrift „Allgemeine Deutsche Bibliothek" wird auf königlichen Befehl verboten.
Der Maler Friedrich Georg Weitsch kommt nach Berlin.
Der Streik in der staatlichen Tuchmanufaktur im Lagerhaus wird mit Festungshaft geahndet.

 

1795 Aufführung von Willibald Glucks „Iphigenie auf Tauris" im Nationaltheater erstmals mit deutschem Libretto
Der Konditor Josty eröffnet in seinem Geschäft an der Stechbahn eine Zeitungslesestube.
April Mit dem Baseler Frieden schließen Preußen und Frankreich einen Separatfrieden.

1796 Johann Gottfried Schadow fertigt die Prinzessinnengruppe.
August Wilhelm Iffland kommt nach Berlin und übernimmt das Deutsche Nationaltheater.
Das Deutsche Nationaltheater erhält den Namen Königliches Nationaltheater.
Ludwig van Beethoven spielt in Berlin.
Bau der gußeisernen Kupfergrabenbrücke

1797 8. Mai Eröffnung des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in der Friedrichstadt

Friedrich Wilhelm II. stirbt.
Friedrich Wilhelm III. wird König.
Johann Georg Sieburg setzt erstmals in Berlin eine Dampfmaschine ein.

August Wilhelm Schlegel und Johann Ludwig Tieck beginnen mit der Veröffentlichung ihrer Shakespeare-Übersetzungen.
Daniel Chodowiecki wird Direktor der Aakdemie der Künste.
Einzug der Prinzessinnen Luise und Friederike von Mecklenburg-Strelitz nach Berlin
Der Dichter Friedrich von Schlegel kommt nach Berlin.

 

1798 Die Jungfernbrücke entsteht in ihrer heutigen Gestalt.

1798 bis 1802 Heinrich Gentz erbaut die Münze am Werderschen Markt.

1799 21. April Gründung der Bauakademie
Franz Carl Achard gelingt die Herstellung von Zucker aus der Runkelrübe auf seinem Gut Kaulsdorf.
Schlegels Roman „Lucinde" erscheint.
Johann Caspar Hummel errichtet in der Kirchhofstraße (Ziegelstraße) die erste Maschinenbauanstalt.

1800 Der Maler Johann Erdmann Hummel kommt nach Berlin.
Die Dampfmaschine in der Königlichen Porzellanmanufaktur nimmt den Betrieb auf.
Carl Friedrich Zelter tritt die Nachfolge von Fasch als Direktor an.
Die Kaufmannsgilden etablieren die Fußbotenpost innerhalb Berlins.

 

1801 bis 1810

1801 Der Arzt Christoph Wilhelm Hufeland kommt nach Berlin.

1802 1. Januar Eröffnung des neuen Schauspielhauses am Gendarmenmarkt von Carl Gotthard Langhans.
Die neue Stadtmauer (Palisaden) wird fertiggestellt.
Die Köpenicker Vorstadt wird in Luisenstadt umbenannt.
Das erste Badeschiff wird an der Friedrichsbrücke eröffnet.

1803 Hufeland initiiert das Impfreglement.
Das Zentrale Archiv des Preußischen Staates wird im Berliner Schloß eingerichtet (Geheimes Staatsarchiv).
Samuel Bleichröder gründet ein Wechsel- und Lotteriegeschäft.
Der Medailleur Leonhard Posch kommt nach Berlin.

1804 Die Königliche Eisengießerei wird an der Invalidenstraße vor dem Neuen Tor gegründet.
Heinrich Gentz erbaut das Gutshaus Beyme (Gutshaus Steglitz oder Wrangelschlößchen).
Der preußische Minister Reichsfreiherr vom und zum Stein bezieht das Haus Am Festungsgraben 1 (Palais am Festungsgraben).

Friedrich Schiller weilt auf Einladung August Wilhelm Ifflands in Berlin.
Der „Grüne Almanach" des Dichterkreises Nordsternbund erscheint erstmals.
Der Maler Wilhelm Reuter gibt erstmals Reproduktionen Berliner Künstler als Lithographien heraus.

 

1805 25. Oktober Der Paradeplatz (Königsplatz) wird zu Ehren des Zaren Alexander I. in Alexanderplatz umbenannt.
Das Wohnhaus des Bildhauers Johann Gottfried Schadow wird erbaut.
Franz Catel malt „Der Abschied Alexanders I. von Friedrich Wilhelm III. und Luise am Grab Friedrichs II. in der Garnisonkirche zu Potsdam am 4.11.1805."

1806 8. Oktober Louis Ferdinand Prinz von Preußen fällt in der Schlacht bei Saalfeld.
13. Oktober Gründung der Blindenanstalt durch August Zeune in der Gipsstraße 11
24. Oktober Französische Truppen besetzen Berlin.
27. Oktober Napoleon zieht durch das Brandenburger Tor in Berlin ein.
29. Oktober Das Comité administratif, die städtische Behörde der französischen Besatzungsmacht, wird gebildet.

9. November Die Beamten des preußischen Finanzministeriums werden im Berliner Schloss auf Loyalität gegenüber der französischen Besatzungsmacht vereidigt.
21. November Napoleon ordnet die Kontinentalsperre an.
25. November Napoleon verläßt Berlin.
21. Dezember Ein Transport mit Kriegsbeute, Kunstwerken aus Berlin und Potsdam – darunter die Quadriga – verläßt Berlin.
Der „Telegraph" erscheint als erste Berliner Tageszeitung.
Die Handelsschule wird geschlossen.

 

1806 bis 1808 Berlin ist von den französischen Truppen unter Napoleon besetzt.
1807 Johann Gottlieb Fichte hält die „Reden an die deutsche Nation".

1808 19. November Die wahlberechtigten Bürger Berlins wählen aufgrund der preußischen Städte die ersten Berliner Abgeordneten.

1809 24. Januar Stiftung der Zelterschen Liedertafel
20. Februar Wilhelm von Humboldt wird als Staatsrat in das preußische Ministerium nach Berlin berufen.
25. März Trennung der Berliner Polizei von der städtischen Verwaltung.
18. bis 22. April Wahlen zur ersten Stadtverordnetenversammlung
25. April Erste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung
17. Mai Carl Friedrich Zelter erhält die erste Professur für Musik an der Akademie der Künste.

6. Juli Der König führt die vom Freiherr vom Stein in einem Festakt im Rathaus und in der Nikolaikirche erarbeitete Städteordnung ein.
Leopold von Gerlach wird der erste Oberbürgermeister von Berlin.
16. August Der König stiftet die Königliche Berliner Universität.
19./20. September Ein Brand zerstört die Petrikirche.
23. Dezember Die königliche Familie kehrt nach Berlin zurück.
Bauakademie und Akademie der Künste werden vereint.

Der Friedrichs-Gesundbrunnen wird in Luisenbad umbenannt.
Gruner wird erster Polizeipräsident Berlins und erlässt eine Verordnung für die Berliner Hausbesitzer die Straßenreinigung betreffend.

 

1810 19. Juli Königin Luise stirbt in Hohenzieritz.
30. Juli Königin Luise wird im Berliner Dom beigesetzt.

10. Oktober Eigentliche Konstituierung der Berliner Universität
15. Oktober Eröffnung der Vorlesungen der Berliner Universität durch Hufeland

Heinrich von Kleist kommt nach Berlin und beginnt die Herausgabe der ersten Berliner Tageszeitung, die „Berliner Abendblätter".
Friedrich Ludwig Jahn und Karl Friedrich Friesen begründen den Deutschen Bund.
1810 bis 1812 Heinrich Gentz erbaut das Mausoleum für Königin Luise.

 

1811 bis 1815

1811 21. November Heinrich von Kleist tötet sich und Henriette Vogel.
Friedrich Ludwig (Turnvater) Jahn und Karl Friedrich Friesen eröffnen am 19. Juni in der Hasenheide den ersten deutschen Turnplatz.
Die Gewerbefreiheit wird eingeführt und der Zunftzwang aufgehoben.
Lutter und Wegner eröffnen ihre Weinhandlung in der Charlottenstraße.

1812 11. März Das „Edikt betreffend die bürgerlichen Verhältnisse der Juden in den Preußischen Staate" gewährt der jüdischen Bevölkerung die bürgerliche Gleichstellung.
Abschluß der Reorganisation der Akademie der Wissenschaften
Ordentliche Mitglieder der Akademie der Wissenschaften erhalten Vorlesungsrecht an der Universität.

 

1813 4. März Die französische Garnison verläßt Berlin. Russische Kavallerie zieht in die Stadt ein.
17. März Gerhard von Scharnhorst ruft zur Bildung einer Landwehr auf.
3. April Die „Spenersche Zeitung" veröffentlicht einen Aufruf zur Finanzierung des Kampfes gegen die französische Fremdherrschaft.

23. August Der Sieg bei Großbeeren verhindert eine erneute französische Besetzung Berlins.
16. bis 19. Oktober An der Völkerschlacht bei Leipzig nehmen auch
6 300 Freiwillige aus Berlin teil.
20. Oktober Die Nachricht vom Sieg über Frankreich in der Völkerschlacht bei Leipzig wird im Königlichen Schauspielhaus verlesen.

Johann Büsching wird zum Oberbürgermeister gewählt.
Friedrich Wilhelm III. stiftet das Eiserne Kreuz; Karl Friedrich Schinkel entwirft die Form.

 

1814 1. Januar Johann Friedrich Riedel übernimmt die Apotheke „Zum Schwarzen Adler" in der Friedrichstraße.
Juli Die Quadriga vom Brandenburger Tor kehrt an ihren Platz zurück.
Christian Daniel Rauch vollendet das Grabdenkmal für Königin Luise.
Carle Vernet malt „Die Weihe der preußischen Fahnen auf dem Marsfeld in Paris."
E. T. A. Hoffmann kehrt nach Berlin zurück.

 

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Berlin im Blick

Berliner Geschichte

Um 1270 Der romanische Bau der Marienkirche entsteht.

1320 Die brandenburgischen Askanier sterben aus. Die Auseinandersetzungen um den Besitz der Mark Brandenburg beginnen.
Markgräfin Agnes überantwortet Rechtsprechung und Schutz der in Berlin-Cölln lebenden Juden dem Rat der Doppelstadt. Die Juden haben künftig ihre Abgaben an den Rat zu zahlen.

1370 Erste urkundliche Erwähnung von Falkenberg und Pankow
Die Doppelstadt Berlin-Cölln erwirbt Pankow.

1470 2. April Friedrich II. legt die Regierung nieder. Sein Bruder Albrecht Achilles wird Kurfürst.

1570 Die kurfürstliche Kantorei erhält eine offizielle Ordnung.

1620 Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz sucht bei seinen kurfürstlichen Verwandten im Schloss Zuflucht. Sein Geleit von 3 000 Mann wütet in der Mark.
16. Februar Friedrich Wilhelm der Große Kurfürst wird geboren.

1670 Frau Schmolz, Ehefrau des Kammerlakaien Christian Schmolz, erhält die Genehmigung, auf dem Kirchhof von St. Nikolai eine Mädchenschule einzurichten.
Hendrik de Fromantiou wird kurfürstlicher Hofmaler.

1720 bis 1722 Der Pulverturm am Spandauer Tor explodiert und tötet 76 Menschen.
Philipp Gerlach erbaut die durch die Explosion zerstörte Garnisonkirche neu.

1770 Die Allee Unter den Linden wird zur Promenade ausgebaut.
Berlin erhält eine neue Gerichtsordnung.
Das Königlich Preußische Generalpostamt erlässt ein Reglement für die Briefträger.
Die Bergakademie wird gegründet.

1820 Christian Wilhelm Hufeland eröffnet ein poliklinisches Institut.
Carl Friedrich von Graefe eröffnet die chirurgische Universitätsklinik.

1870 Georg Siemens und andere gründen die Deutsche Bank.
1. Juli Generalpostmeister Heinrich Stephan führt die "Correspondenzkarte", die Postkarte ein.
Am 19. Juli erklärt Frankreich Preußen den Krieg. Berlin macht mobil.

1920 Mit dem Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin (Groß-Berlin-Gesetz) vom 27. April 1920 wird Berlin zur drittgrößten Stadt der Welt.

1970 13. Januar Grundsteinlegung für die Neubebauung der Leipziger Straße
14. Mai Mit der Befreiung des Brandstifters Andreas Baaders aus der Haft in der Justizvollzugsanstalt Tegel beginnt die Geschichte der RAF.
Aufstellung des Lenin-Denkmals

 

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