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Frauen in Berlin Frauengeschichte in Berlin Berliner Geschichte
Dorothea Sophie
Markgräfin und Kurfürstin von Brandenburg
Prinzessin von Holstein-Sonderburg-Glücksburg
verwitwete Herzogin von Braunschweig-Lüneburg-Celle
Dorothea war die zweite Frau des Kurfürsten Friedrich Wilhelm.
Das Bild dieser Kurfürstin von Brandenburg ist blaß und das wenige Geläufige durch die geschichtliche Überlieferung verzerrt.
Sie war ebenso lange mit dem Großen Kurfürsten verheiratet wie die erste Frau, Louise Henriette von Nassau-Oranien, gebar dem Gemahl gar mehr Kinder als die erste Frau, begleitete ihn auf allen seinen Feldzügen, gründete eine Stadt, siedelte Flüchtlinge an, stiftete Kirchen, ein Predigerwitwenhaus und anderes mehr, baute Schlösser und pflegte ihren Mann, als er müde und krank die letzten Lebensjahre verbrachte.
Es nützt ihr alles nichts:
Sie bleibt vielen, die nicht genug von ihr wissen, die böse Stiefmutter und die Kurfürstin, die nur an ihre Hausmacht, nicht aber an den Staat dachte.
HERKUNFT
* 9./19.10.1636 Glücksburg + 16./26.8.1689 Karlsbad
Vater: Herzog Philipp von Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1584-1663)
Mutter: Sophie Hedwig von Sachsen-Lauenburg (1601-1660)
Heirat der Eltern: 1624
Zu dieser Zeit gab es folgende Herzöge von Holstein:
von Gottorp
in Sonderburg: in Augustenburg, in Wiesenburg, in Beck
in Glücksburg
in Plön
Alle diese Linien waren Nebenlinien des Hauses Oldenburg, das seit 1448 gleichzeitig das dänische Königshaus bildete. Es wurde 1863 von der Linie Glücksburg abgelöst.
Das königliche Erbe Dänemark wurde stets ungeteilt weitergegeben. Aber zur Versorgung der nachgeborenen Söhne entstanden verschiedene Linien, von denen sich die jüngere Sonderburger Linie 1622 noch einmal teilte. Der Stifter der Glücksburger Linie war Dorotheas Vater Philipp, der 1622 zum Herzog von Holstein-Sonderburg-Glücksburg erhoben wurde.
Über die Kindheit Dorotheas gibt es kaum Nachrichten.
Im herzoglichen Schloß zu Glücksburg verbrachte sie als zehntes Kind der Eltern ihre Kindheit. Das Schloß war von ihrem Großvater, Herzog Johann d. J. (1545-1622) ab 1582 errichtet worden. Nach seinem Wahlspruch "Gott gebe Glück mit Frieden" erhielt das neue Haus seinen Namen.
Der Kernbau besteht aus drei aneinander gebauten Häusern, eine noch spätmittelalterlich anmutende Bauform, wie sie an schleswig-holsteinischen Adelshäusern im 16. Jahrhundert öfter auftritt. Die Insellage ergab sich nicht mehr aus Verteidigungszwecken, sondern aus der Lage des Vorgängerbaus, dem 1544 aufgelösten Rüdekloster des Zisterziensordens.
Wie im französischen Königsschloß Chambord an der Loire wurden die Ecktürme hier von vornherein als Wohntürme ausgebaut, eine Spielart der Schloßarchitektur, die wir auch aus Schloß Rheinsberg kennen. Sonst wirkt der Außenbau des Schlosses sehr unfranzösisch, eben sehr nüchtern. Ein Charakterzug, der die schleswigsche Architektur von der holsteinischen in dieser Zeit unterscheidet.
Nicht allzulange währten Dorotheas Jahre im väterlichen Schloß.
Da die materiellen Verhältnisse der herzoglichen Familie nicht herausragend waren, genoß Dorothea ihre Erziehung am königlichen Hof der Verwandten in Kopenhagen, wo sie freundlich empfangen worden war.
Hier lernte sie im Sommer 1652 den ältesten Bruder der dänischen Königin kennen, Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg. Er hielt um ihre Hand an, und schon im September 1652 kam es in Hamburg zum Abschluß des Ehevertrages. Das Eheverlöbnis folgte kurz darauf in Flensburg, die Hochzeit 1653 in Celle.
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