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ERSTE EHE - HERZOGIN VON BRAUNSCHWEIG-LÜNEBURG
Christian Ludwig (von dem ich leider kein reproduzierbares Porträt fand) war der älteste Sohn des Herzogs Georg von Calenberg (1582-1641), einem der wenigen herausragenden Landesherrn der welfischen Lande, und seiner Frau Anna Eleonore von Hessen-Darmstadt (1601-1659). Herzog Georg hatte seit 1630 militärisch und politisch erfolgreich auf schwedischer Seite im Dreißigjährigen Krieg gekämpft.
Der älteste Sohn war 1622 auf Schloß Herzberg im Harz geboren worden, das auch als er dem Vater 1641 auf den Thron folgte, sein Lieblingsaufenthalt blieb und später Witwensitz Dorotheas wurde.
Obwohl er der älteste von vier Brüdern war, stand Christian Ludwig in der braunschweigisch-niedersächsischen Landesgeschichte stets im Schatten der Jüngeren. Georg Wilhelm heiratete unstandesgemäß Eleonore d'Olbreuse, aber ihre Tochter Sophie Dorothea wurde die Frau des ersten Königs von Großbritannien aus dem Haus Hannover.
Ernst August erlangte die Kurwürde für die Welfen. Obendrein wurden er und seine Frau Sophie von der Pfalz über ihre Kinder Georg Ludwig, der seine Cousine Sophie Dorothea ehelichte, und Sophie Charlotte Stammeltern der englischen und preußischen Könige.
Christian Ludwig war also verwandt mit zwei preußischen Königinnen: Onkel der Sophie Charlotte und Großonkel der Sophie Dorothea, die aber erst nach seinem frühen Tod geboren wurden.
Dorothea und Christian Ludwig lebten auf Schloss Celle.
Das Schloss ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der Renaissancekunst im Norden Deutschlands und hat seinen ursprünglichen Zustand weitgehend gewahrt.
Die Kapelle - 1485 geweiht - erhielt 1565/67 eine Renaissanceausstattung als protestantische Kapelle: Ein kostbares Gestühl und einen Altar von dem Antwerpener Maler Marten de Vos.
Der Ehe Dorotheas mit Christian Ludwig waren keine Kinder beschieden.
Die Verbindung soll aber dennoch recht gut gewesen sein, obwohl sich Christian Ludwig wie seine Brüder lange gegen eine Eheschließung gesträubt hatte. Am 15. März 1665 starb der Herzog. Seine Kinderlosigkeit entfachte fast einen welfischen Bruderkrieg, den Johann Friedrich vom Zaun brach.
Erst nachdem diese Auseinandersetzung beigelegt worden war, wurde Christian Ludwig am 11. November in der Celler Stadtkirche beigesetzt. Dorothea verließ die Residenz und begab sich mit 31 Jahren auf ihren Witwensitz Schloß Herzberg.
Am Hof des Nachfolgers ihres Mannes scheint kein Platz für sie gewesen zu sein. Das öffentlich noch ungeklärte Verhältnis des neuen Herzogs Georg Wilhelm mit Eleonore d'Olbreuse mag der Grund dafür gewesen sein, vielleicht auch die intrigante Haltung der Schwägerin Sophie in Hannover.
In Celle hinterließ Dorothea keine Spuren. Es gibt keine Nachricht über ein Engagement in der Förderung des reichen künstlerischen und musikalischen Lebens des Landes. Kein Porträt zeigt sie in dieser Zeit, keine persönlichen Gegenstände haben sich erhalten.
So taucht Dorothea wie aus dem Nichts am brandenburgischen Hof auf, nachdem Kurfürst Friedrich Wilhelm ohne politische Absichten ganz aus persönlicher Sympathie um ihre Hand angehalten hatte.
Dorotheas verstorbener Mann war mit dem Kurfürsten befreundet gewesen und 1657 Taufpate des Prinzen Friedrich, des späteren Königs.
In ihrer zweiten Ehe nahm sie fortan selbstbewußt Einfluß auf die brandenburgische Politik, Wirtschaft und Kultur.
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