Gerhild Komander - Stadtführungen in Berlin und Potsdam - Vorträge Kunstgespräche

  Stadtführungen in Berlin und Potsdam - Vorträge zur Berliner Geschichte - Kunstgespräche – Gerhild Komander
Samstag, 4. Februar 2012
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Elisabeth Christine
Herzogin von Braunschweig-Bevern Königin in Preußen

8. November 1715 Wolfenbüttel - 13. Januar 1797 Berlin


Elisabeth Christine Herzogin von Braunschweig-Bevern heiratete 1733 den Kronprinzen des preußischen Königreichs, der 1740 als König Friedrich II. den Thron bestieg.

Elisabeth Christine, Porträt nach einem Gemälde von Antoine PesneDie Königin in/von Preußen war als Diplomatin, Schriftstellerin, Übersetzerin und Malerin tätig. Aufgewachsen ist sie im herzoglichen Schloß zu Wolfenbüttel.

Als Kronprinzessin lebte sie im Kronprinzenpalais in Berlin, Unter den Linden, später vor allem im Schloß Rheinsberg, als Königin im Berliner Schloß und im Schloß Schönhausen, Niederschönhausen.

Das publizistische Werk der Königin bewahrt die Bibliothéque Nationale, Paris. Ihre Grabstätte befindet sich in der Gruft des Berliner Domes.



Lebenslauf:

1712 Heirat der Eltern
Vater: Herzog Ferdinand Albrecht II. von Braunschweig-Lüneburg-Bevern (1680-1735)
Mutter: Antoinette Amalie (1696-1762) Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel, Enkelin des Herzogs Anton Ulrich
Elisabeth erhielt bei der Taufe die Namen ihrer Tante Elisabeth Christine (1691-1750), Königin von Spanien, Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches und Königin von Böhmen und Ungarn.

1732 Verlobung mit Kronprinz Friedrich von Brandenburg-Preußen im Berliner Schloß
1733 Heirat mit Kronprinz Friedrich auf Schloss Salzdahlum
1735 Elisabeths Vater wird Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel und stirbt sechs Monate später. Ihr Bruder Karl tritt die Nachfolge an.
1737 Einzug des Kronprinzenpaares in Rheinsberg
1740 Elisabeth wird Königin in Preußen. Friedrich II. schenkt ihr Schloß Schönhausen als Sommersitz. Das Ehepaar lebt fortan getrennt. Im Berliner Schloß haben beide eine Wohnung.

1740 bis 1756 In den Kriegen um Schlesien vermittelt Elisabeth Friedrich II. braunschweigische Truppen und Offiziere.
1740 Elisabeths Bruder Anton Ulrich und seiner Frau Anna Karlowa wird der Zarewitsch Ivan geboren. Friedrich II. beauftragt seine Frau mit diplomatischen Kontakten zum Zarenhof.
1744 Elisabeths Schwester Louise Amalie heiratet August Wilhelm Prinz von Preußen und wird damit zur Prinzessin von Preußen.
1745 Elisabeths Bruder Albrecht (geboren 1725) fällt in der Schlacht bei Soor. Ihr Bruder Ludwig Ernst (1718-1788) kämpft auf Seiten der Österreicher.

Ab 1753 entsteht in Schönholz die "Königin-Plantage" als Maulbeerplantage als Ausgangspunkt für die Schönholzer Heide.
1758 Elisabeths Bruder Friedrich Franz (geboren 1732) fällt in der Schlacht bei Hochkirch. Ihr Bruder Ferdinand (1721-1792) wird von Friedrich II. zum Feldmarschall erhoben. Er ist ihr Vertrauter in der Kriegszeit.

Um 1760 beginnt Elisabeth, deutsche religiöse Schriften ins Französische zu übertragen.
1764 Schloss Schönhausen wird nach den Zerstörungen im Siebenjährigen Krieg wieder hergerichtet und umgebaut.
1767 Friedrich II. läßt böhmische Kolonisten in Schönholz ansiedeln. Elisabeth läßt ihnen eine Schule erbauen, die auch die Kinder aus den Kolonien am Wedding und Gesundbrunnen besuchen.

1776 Elisabeth veröffentlicht ihre Schrift "Gedanken und Betrachtungen zum Neuen Jahre. Über die Fürsorge, welche Gott gegen den Menschen hat über seine Wege voller Güte auf denen er sie führt" veröffentlichen.
1786 Der König stirbt. Elisabeth legt ihre Trauerkleidung bis zum Tode nicht mehr ab. Der Nachfolger Friedrich Wilhelm II. bezieht Elisabeth wieder in das höfische Familienleben ein.
1788 Elisabeth läßt ihre französische Übersetzung des zweiten Teiles des "Handbuches der Religion" von J. A. Hermes, 1789 die geistlichen Oden und Lieder Christian Fürchtegott Gellerts drucken.
Elisabeths insgesamt vierzehn Titel umfassendes Werk befindet sich fast vollständig in der Bibliothéque Nationale, Paris.
1797 Die Königinwitwe stirbt in Berlin.


Literatur:

Gerhild H. M. Komander: Elisabeth Christine - Königin und Schriftstellerin der Aufklärungstheologie, in: Von Diana zu Minerva. Philosophierende Aristokratinnen des 17. und 18. Jahrhunderts, hg. von Ruth Hagengruber, unter Mitwirkung von Ana Rodrigues, Berlin 2011, S. 131-141 

Paul Noack: Elisabeth Christine und Friedrich der Große. Ein Frauenleben in Preußen, 2001

Gisela Langfeldt: Königin Elisabeth Christine und die Tagebücher ihres Kammerherrn, in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins 98, 2001, S. 310-315

Karin Feuerstein-Praßer: Die preußischen Königinnen, Regensburg 2000
- Rezension von Brigitte Meier, in: H-Soz-u-Kult, 26.06.2000, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/id=236>. 

Gerhild H. M. Komander: in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins 93, 1997, S. 165-167

Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, Königin von Preußen Gemahlin König Friedrichs II., des Großen von Preußen. geboren 1715, gestorben 1797. Zum Gedenken, hg. von Ruthild Deus, Berlin 1997
- Rezension von Christiane Knop, in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins 94, 1998, S. 345-348

Ernst Ahasverus Heinrich Graf von Lehndorff: Aus den Tagebüchern des Grafen Lehndorff, herausgegeben und eingeleitet von Haug von Kuenheim, Berlin 1982

Ernst Poseck: Elisabeth Christine, Berlin 1941

Paula Joepchen: Die Gemahlin Friedrichs des Großen Elisabeth Christine als Schriftstellerin (Diss.), Köln 1940

Des Reichsgrafen Ernst Ahasverus Heinrich Lehndorff Tagebücher nach seiner Kammerherrnzeit. Nach dem französischem Original herausgegeben von Karl Eduard Schmidt-Lötzen, Gotha 1921 

Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem: Elisabeth Christine. Das Lebensbild einer Verkannten, Berlin 1908

Dreißig Jahre am Hofe Friedrichs des Großen: aus den Tagebüchern des Reichsgrafen Ernst Ahasverus Heinrich von Lehndorff, Kammerherrn der Königin Elisabeth Christine von Preußen, herausgegeben von Karl Eduard Schmidt-Lötzen, Gotha 1907 - Nachtrag Band 1, 1910, Nachtrag Band 2, 1913

Friedrich Wilhelm M. von Hahnke: Elisabeth Christine Königin von Preußen. Gemahlin Friedrichs des Großen. Eine Biographie, Berlin 1848


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