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Bruno Taut (1880 - 1938) war der Wegweiser einer neuen Architektur - in Berlin, in Deutschland, in Europa. Sein Engagement für den sozialen Wohnungsbau ist so unvergleichlich wie sein Erfindungsreichtum.
Bruno Taut, geboren in Königsberg/ Kalinigrad, studierte bei Theodor Fischer in Stuttgart und kam 1908 nach Berlin. Er organisierte den Architektenbund Die Gläserne Kette.
1921 bis 1924 wirkte er als Stadtbaurat in Magdeburg, anschließend als beratender Architekt der gewerkschaftseigenen Wohnungsbaugesellschaft GEHAG in Berlin. In den Jahren von 1931 bis 1932 lehrte er ebenfalls als Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg (Technische Universität Berlin).
Nach den Entwürfen Bruno Tauts entstanden in Berlin zehn- bis zwölftausend Wohnungen.
1932 hielt er sich in Moskau auf, ab 1933 in Japan und erhielt 1936 einen Ruf an die Kunstakademie Istanbul. Dort starb er 1938.
Das Stadtmuseum Berlin zeigt Architekturmodelle zum Werk Bruno Tauts.
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| Winfried Brenne |
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Bruno Taut. Meister des farbigen Bauens in Berlin, herausgegeben vom Deutschen Werkbund Berlin e. V., Berlin: Verlagshaus Braun 2005 |
| Wolfgang Schäche |
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75 Jahre GEHAG, herausgegeben von Wolfgang Schäche, Berlin: Gebr. Mann Verlag 1999 (nicht mehr im Buchhandel) |
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Erhaltene Werke in Berlin* |
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 Wohnblock Kottbusser Damm 2-3, 1910-1911, Kreuzberg |
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Mit den Kollegen Franz Hoffmann und Arthur Vogdt entwarf Taut das Wohn- und Geschäftshaus Kottbusser Damm 2-3. Die ersten beiden Geschosse faßte Taut als Backsteinsockel zusammen. Erker, Lauben und glatte Fensterreihen rhythmisieren die oberen Geschosse. Neuartig war der Materialwechsel von Backstein und Putzfläche. 1977 rekonstuierten Inken und Hinrich Baller die Fassade, hinter der ein Neubau entstand. |
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 Wäscherei Teilestraße 23 aus hellglasierten Ziegeln, Tempelhof |
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Ein Teil der Dampfwäscherei, die Bruno Taut 1911-1912 für Erwin Reibedanz baute, hat sich erhalten. Die hellen Klinkermauern sind frühe Beispiele expressionistischer Formengebung in Berlin. Die Fassade aus gelbem Sommer-felder Klinker rahmen und gliedern horizontale und vertikale Bänder aus schwarzen Ziegeln der Kunstziegelei Roter. Bemerkenswert sind die zweifarbigen Würfelfriese in den zurückspringenden Fensterfeldern. |
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 Schillerparksiedlung in Backstein, Hof Dubliner Straße 60-68, Wedding |
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Ein Liebling der Architekturgeschichte: die Schillerparksiedlung im Norden des gleichnamigen Parks. In drei Bauabschnitten - von 1924 bis 1930 - entstanden nach den Plänen Bruno Tauts 303 Wohnungen in offener Blockrandbebauung. Vier Blöcke umfassen einen gartenartigen Hof, den Taut mit einer weiten Rasenfläche, niedrig wachsenden Bäumen und - vor den Hauswänden - mit Staudenbeeten gestaltete. |
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 Loggien der Schillerparksiedlung, Wedding |
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 Wohnblock Trierer Straße 8-18 in weiß-gelb-rot-blau, Weißensee |
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Gelb, Rot, Blau in gebrochenen Tönen: Seit 1994 strahlt die Wohnanlage in der Trierer Straße, blendet bei Sonnenschein überraschte Augen. Soviel Farbe sind sie einfach nicht gewohnt. Der Anblick der Fassaden in der Trierer Straße irritierte schon nach ihrer Fertigstellung 1926 viele Menschen. 1938 wichen die Farben zwangsweise einem eintönigen Kratzputz. |
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 Reihe quadratischer Fenster, Trierer Sraße, Weißensee |
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 Reihenhäuser der Siedlung Eickamp, Charlottenburg |
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Dicht an der Autobahn liegt heute die Kleinhaussiedlung Eichkamp, die Bruno Taut gemeinsam mit seinem Bruder Max ab 1925 erbaute. Ein- und Zweifamilienhäuser mit angesetztem Eingang, Wintergarten und Sichtmauerwerk im Sockel stehen am Zikadenweg. Die meisten Häuser sind stark verändert und von Grün so zugewachsen, daß die Architektur kaum noch wahrnehmbar ist. |
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 Lauben des Wohnblocks Oderstraße, Neukölln |
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Bruno Taut in Neukölln: Im Westen des Bezirks, an Leine-, Oder- und Okerstraße sowie an der Lichtenrader Straße errichtete der Architekt 1925/26 und 1927/28 191 Geschoßwohnungen in Blockbauweise. Trotz ihrer Beschädigun-gen im Zweiten Weltkrieg und dem vereinfachten Wiederaufbau 1951 fallen diese Wohnblöcke im Quartier Schillerpromenade sofort auf: Der lebhafte Wechsel von Treppenhäusern und Lauben, weißer Putz neben gelben Klinkern charakterisieren die Fassaden. |
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 Buschallee 52-58 in Gelb und Rot, Weißensee |
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600 Wohnungen erbaute Bruno Taut für die GEHAG entlang der Buschallee in Weißensee. In vier Bauabschnitten entstanden zwischen 1925 und 1930 entlang der Straßenbahntrasse sechs langgezogene Blöcke mit dicht aneinanderliegenden Lauben. In hellem Ocker und dunklem Rot zeigen sich seit der Restaurierung 1993 die Fassaden, in Weiß und Rosa die Rückseiten. |
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 Buschallee, Rückansicht mit Gärten der Laubenkolonie Sonnenschein, Weißensee |
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 Buschallee Ecke Hansastraße: Hansastraße 174 in Dunkelrot, Weißensee |
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 Heinz-Bartsch-Straße 4, Hauseingang, Prenzlauer Berg |
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1926 bis 1927 entstand die Wohnanlage Schönlanker Straße, Prenzlauer Berg. Drei Wohnblöcke auf h-förmigem Grundriß entwarf Bruno Taut hier an der Ernst-Fürstenberg-, Heinz-Bartsch- und Paul-Heyse-Straße. Obwohl sich die Anlage an der Ernst-Fürstenberg-Straße als dreiflügelige Hofanlage zeigt, ist die Ansicht dieser Fassaden keineswegs einheitlich, denn Balkone und Loggien sind auf die Sonnenseiten ausgerichtet. |
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 Hof des Wohnblock Ernst-Fürstenberg-Straße, Prenzlauer Berg |
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 Balkone Wohnanlage Grellstraße und Naugarder Straße, Prenzlauer Berg |
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Nahe am S-Bahnhof Greifswalder Straße errichtete Bruno Taut in den Jahren 1927 bis 1928 für die GEHAG die Wohnanlage Grellstraße. Vom Bahnhof gesehen fällt zunächst der Kopfbau an der Ecke von Greifswalder Straße und Grellstraße ins Auge. Von dort zieht sich die Rietze-straße entlang ein gleichförmiger, nahezu ungegliederter Baukörper hin. Von der Hodemannstraße gelangt man in den Hof der Anlage. |
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 Erdgeschoss mit Backsteinsockel Wohnanlage Grellstraße und Naugarder Straße, Prenzlauer Berg |
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Hier kontrastieren die weißen Rückseiten der Häuser in der Rietzestraße mit den grünen und blauen Wänden der quer zur Grellstraße aufgestellten Blöcke. |
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 Wohnstadt Carl Legien, Trachtenbrodtsraße, Prenzlauer Berg |
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Die Wohnstadt Carl Legien zählt zu den Höhepunkten des Wohnungsbaus der zwanziger Jahre - und sicher darüber hinaus. Die sechs Hofanlagen an der Erich-Weinert-Straße, die damals Carmen-Sylva-Straße hieß, baute Bruno Taut mit Franz Hilliger in den Jahren 1928 bis 1930. 1 149 Wohnungen mit anderthalb bis viereinhalb Zimmern entstanden hier. |
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 Siedlung Attilahöhe, Tankredstraße 1, Gemeinschaftshaus und Hof mit dem Gebäude des Siedlungsausschusses |
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Auch Tempelhof hat seine Taut-Siedlung: die Wohnanlage Attilahöhe an Attila- und Tankredstraße, an der auch Paul Zimmereimer und Otto Rudolf Salvisberg beteiligt waren. Franz Hoffmann vollendete 1936 bis 1937 den Bauteil an der Paul-Schmidt-Straße. Die Besonderheit der Anlage bestand in dem Gemeinschaftshaus, das neben Wohnungen Läden, Kindergarten und Heizzentrale aufnahm. |
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 Friedrich-Ebert-Siedlung, Kopfbau mit Loggien, Wedding |
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1930 bis 1931 bebaute Bruno Taut gemeinsam mit Paul Mebes und Paul Emmerich freies Land im Nordwesten des Wedding. Die Großsiedlung Friedrich Ebert, die sich zwischen Müllerstraße und Windhuker Straße im Afrikanischen Viertel befindet, ist das erste Beispiel für die Zeilenbauweise in Berlin. Bruno Tauts Blöcke stehen südlich der Togostraße - zu den Rehbergen hin. |
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 Friedrich-Ebert-Siedlung, Block Swakopmunder Straße 42/43, Wedding |
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* Die Liste ist nicht vollständig. Die meisten Photographien entstanden von April bis Juli 2005. Die Aufnahmen der Schillerparksiedlung und Friedrich-Ebert-Siedlung stammen aus früheren Jahren.
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- © gerhild komander 2/07
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