Gerhild Komander - Stadtführungen in Berlin und Potsdam - Vorträge Kunstgespräche

  Stadtführungen in Berlin und Potsdam - Vorträge zur Berliner Geschichte - Kunstgespräche – Gerhild Komander
10.09.2010
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Neue Stadtführungen 2010 im Überblick
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Hamburg 

 

Die Sonne unter den Sternen. Königin Luise

Weit entfernt von Hausmachtpolitik und persönlichen Interessen, wie andere preußische Königinnen sie betrieben, bewegte sich die „Sonne unter den Sternen“ auf dem politischen Parkett: Königin Luise. Luise lebte in ihrer Zeit und nicht in untergehenden Welten. Sie hatte zwischen preußischem Reformwillen und französischer Agression die besten Chancen, politischen Einfluß auszuüben. Denn sie nahm dort Einfluß, wo man Taten vom König erwartete - nicht für sich persönlich und nicht für ihre Familie: Luise trat als Patriotin an die Stelle des Königs. Sie nahm den Platz ein, den er nicht ausfüllen konnte.

Wie die Königin Luise selbst ein Beispiel weiblicher Emanzipation durch Bildung ist, zeigt sich in den Lebensläufen ihrer Weggefährtinnen, welchen ambivalenten Einfluß Erziehung und Bildung auf das Frauenleben um 1800 hatte: Friederike, Schwester der Königin, Marie von Kleist und Caroline von Berg, die Freundinnen, Marianne, die Schwägerin, Sophie Gräfin Voß, die Hofdame.
Der literarische Spaziergang führt Unter den Linden entlang. Hier und in der nächsten Umgebung lebten die ProtagonistInnen der "Luisenzeit".

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Zur Kur im Wedding? 250 Jahre Gesundbrunnen

Sie ist eine Seltenheit: Heinrich Wilhelm Behms "Vorläufige Nachricht von dem Gesund-Brunnen bei Berlin" erschien 1760 - vor 250 Jahren. Der königliche Hofapotheker analysiert darin das Quellwasser, das an mehreren Stellen an der Pankemühle entsprang. Das Heimatmuseum Wedding bewahrte eine Kopie des Buches. Die Königliche Bibliothek in Stockholm besitzt noch ein originales Exemplar.

Behms Heil- und Badeanstalt, der erste Kurort Berlins, erhielt den Namen Friedrichs-Gesundbrunnen - nach dem König Friedrich II. Kolonisten siedelten die spätere Badstraße entlang, ihnen folgten Ausflugslokale, Brauereien und Kinosäle. In wenigen Jahrzehnten wandelte sich der sandige "Weg nach Berlin über die Felder" zum "Boulevard Badstraße".

1873 fuhr erstmals die "Große Berliner Pferde-Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft" vom Gesundbrunnen zum Rosenthaler Tor, um die vielen Menschen zu transportieren. Die "Allgemeine Berliner Omnibus Actiengesellschaft" erhielt 1907 einen Bahnhof für ihre Pferdeomnibusse in der Schwedenstraße, dessen Gebäude auf dem Hof noch stehen.

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Das "Moabiterland an der Spree"*

"Moabit gehört doch auch zum Wedding?" "Moabit, der Name steht in der Welt für Haft und Gefängnis." Das sind zwei von vielen Meinungen über den Stadtteil Moabit: Die eine folgt dem schlechten Ruf, die andere der mittleren Geschichte, dem Ausbau Moabits als Standort für Gericht und Haftanstalten. Begonnen hat die Geschichte der Terre des Moabites mit den Kolonisten aus dem Languedoc. Sie verließen Frankreich, weil sie Calvinisten waren. König Friedrich Wilhelm I. hieß sie als Siedler willkommen und wies ihnen das Land südlich des Weges nach Spandau zu, zwischen den beiden Spreebögen, auf denen sich heute das Regierungsviertel und das Hansaviertel ausbreiten.
(*Friedrich Nicolai, 1786)

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Der Prinz von Theben residiert am Nollendorfplatz
Literarischer Spaziergang um Nollendorf- und Winterfeldtplatz

Zwischen der ehrbaren Potsdamer Straße und dem gutbürgerlichen Kurfürstendamm entwickelte sich in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg ein Vorposten der Moderne am Nollendorfplatz. Das 1906 erbaute Neue Schauspielhaus zog  Künstlerschaft und Publikum an.

Else Lasker-Schüler, die mit ihrem Ehemann Herwarth Walden die Zeitschrift "Sturm" entfacht hatte, war schon die größte deutsche Lyrikerin, als sie die Reste ihrer bürgerlichen Existenz aufgab und "Dauerpensionärin" im Hotel Koschel wurde. Als Prinz von Theben streifte sie auch hier durch die Straßen, in denen Kolleginnen wie Nelly Sachs, Georg Hermann, Christopher Isherwood lebten. Ebenso emanzipiert, jedoch bürgerlich-diszipliniert machte Alice Salomon auf sich aufmerksam, als sie die Soziale Frauenschule in der Goltzstraße gründete.

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Berlins vergessene Mitte?

Am 21. Oktober 2010 eröffnet das Stadtmuseum Berlin die Ausstellung "Berlins vergessene Mitte – Stadtkern 1840–2010" im Museum Ephraimpalais. Seit April des Jahres bat das Ausstellungsbüro öffentlich um persönliche Dokumente, die die Sammlungsobjekte ergänzen werden. Das umfangreiche vorhandene Material besteht aus hunderten unbekannter und wenig bekannter Bildern der alten Stadt Berlin und wird Alt-Berlin vor der großen Stadterneuerung der Nachkriegsjahre wachrufen.
Die Veranstaltung verbindet den Besuch der Ausstellung mit einer Führung zu ausgewählten Orten.

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Im Herzen von Berlin: Nikolaiviertel und Nikolaikirche

Berlin  hat einen ihrer wichtigsten Geschichtsorte zurück. Die Nikolaikirche ist nach aufwendiger Restaurierung wieder als Museum zugänglich. Die evangelische Pfarrkirche St. Nikolai am Nikolaikirchplatz in Berlin-Mitte gelegen war der erste Kirchenbau Berlins und ist ein Ort ersten Ranges für die Berliner Geschichte. Sie war über die Jahrhunderte ein historischer Ort des religiösen und weltlichen Lebens der Stadt. 1539 wurde sie Zeugin der Reformation. Ein Jahr später gewährte der Küster der Nikolaikirche gegen kurfürstliches Verbot Hans Kohlhase Unterkunft.

Von 1657 bis 1666 wirkte Paul Gerhardt als Prediger hier. Der Begründer des Pietismus, Philipp Jacob Spener, versah ab 1690 seinen Dienst als Propst an St. Nikolai und wurde 1705 an seinem Wirkungsort bestattet. Die Kirche erweist sich - bedenkt man die vielen zerstörten Grabmäler - als Berliner Grabstätte ersten Ranges. 1694 fand auch der Hofhistoriograph Samuel von Pufendorf hier seine letzte Ruhestätte. Neueren Datums ist die Einsegnung der ersten Stadtverordneten Berlins im Jahr 1809.

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Dresden. Fürstenresidenz und Bürgerstadt

Die Veduten Bernardo Bellottos machten das Stadtbild Dresden unsterblich. Den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges trotzten die BürgerInnen der Stadt beharrlich. Nicht Abriß der Ruinen, sondern Wiederaufbau war ihr Motto, wie die Fertigstellung der Frauenkirche eindrucksvoll vor Augen führt. Durch das unvergleichliche bürgerliche Engagement erhielt Dresden eine der schönsten barocken Kirchen Europas zurück. Der Besuch der Frauenkirche ist vorgesehen.

1144 waren die Markgrafen von Meißen in den Besitz der Landschaft Nisan gekommen, in der auf Anregung Kaiser Barbarossas die Planstadt Dresden angelegt wurde. Unter den Wettinern, die 1485 ihre ständige Residenz von Torgau nach Dresden verlegten, gewann die Stadt erste Bedeutung. Weltruhm erlangte sie durch den barocken Ausbau unter Kurfürst August dem Starken und übersteht - hoffentlich - auch die neue Elbüberquerung.

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Kunst in der Stadt - Kulturbummel durch Berlin

Denkmäler im Tiergarten - Königin Luise zum 200. Todestag

Das Sowjetische Ehrenmal in Treptow

Henry Moore, John Foster Dulles und das Haus der Kulturen der Welt

Der Kunstort KW Contemporary

Vier Tage, vier Themen in Vergangenheit und Gegenwart: An vier Nachmittagen bietet dieser Kulturbummel die Gelegenheit, den Stadtraum Berlin zu entdecken, Skulptur und Architektur als Werke eines großartigen Freilichtmuseums zu betrachten.

Wir diskutieren über Denkmäler, Freiplastiken und Gedenkstätten, Bauplastik sowie neue und alte Architektur, suchen neue Kunstorte auf und setzen uns mit der Stadtgestaltung auseinander. Wie wirkt ein Werk als einzelnes Gebilde? In welcher Art bilden Skulpturen und Bauten Stadträume?

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Vom Reichstag zum Hauptbahnhof

Ein Spaziergang vom Reichstagsgebäude, das den Deutschen Bundestag beherbergt, zum neuen Hauptbahnhof kann einem Parkbummel gleichen und ein Weg auf historischen Spuren sein. Die neuen Regierungsbauten und die Grünflächen überdecken historisches Areal. Ein Exerzierplatz, (Schieß-) Pulvermühlen, Schmuckplätze und die Siegessäule, das Palais Raczynski (mit einer der größten Kunstsammlungen Berlins) und das Generalstabsgebäude, der Dienstsitz Moltkes standen hier.

Die nationalsozialistische Megalomanie Germania zerstörte den Stadtraum schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Anstelle von Hauptbahnhof und Humboldthafen hätten wir die "Große Halle" Albert Speers gefunden.

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Ab durch die Mitte. Radtour durch den Tiergarten

Lernen Sie die neue und alte Mitte Berlins auf dem Fahrrad kennen. Über den Pariser Platz und den Platz der Republik, vorbei an den Regierungsbauten, geht es in den Großen Tiergarten. Wir fahren an der Kongresshalle vorbei zur Luiseninsel und zum Großen Stern. Über die Lutherbrücke gelangen wir auf den Moabiter Werder mit Bundesschlange und Kanzlerpark.

Von der Hugo-Preuß-Brücke werfen wir einen Blick auf Spreebogenpark und Hauptbahnhof, bevor wir über die Reinhardtstraße in die Friedrich-Wilhelm-Stadt gelangen. Diese Fahrradtour ist der erste Teil eines Rundweges in der Mitte Berlins, der jedes Mal am Bahnhof Friedrichstraße beginnt und endet. Dort ist der Transport des Fahrrads ebenerdig und mit Fahrstuhl möglich.

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Hamburg - das Tor zur Welt 

Die Freie und Hansestadt Hamburg ist nicht nur fast so groß wie die Bundeshauptstadt Berlin, sie hat auch fast genauso viele Baustellen. Um die berühmteste Kirche der Stadt, die St. Michaeliskirche - kurz "der Michel" - ist ein neues Wohn- und Arbeitsviertel entstanden.
Im Hamburger Hafen, dem größten deutschen Seehafen, wird immer gebaut. Ob es um den spektakulären Bau der Elbphilharmonie auf dem Kaiserspeicher geht oder die Erweiterung der Speicherstadt zu einem Wohn- und Büroviertel: Die Parallelen sind offensichtlich. Wir begeben uns auf eine Entdeckungsreise zu Fuß durch die Weltstadt und erobern den Hamburger Hafen mit der Maritime Circle Line, die uns zum Auswandererhafen Ballinstadt (und zurück) bringt.

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Ab durch die Mitte 2 - Radtour durch Alt-Berlin

Lernen Sie die neue und alte Mitte Berlins auf dem Fahrrad kennen. Zuerst geht es "die Linden" entlang, dann über die Charlottenstraße zum Gendarmenmarkt. Wir fahren über das Marx-Engels-Forum zur Ruine der Franziskanerklosterkirche, weiter in die Stralauer Vorstadt und statten dem Engelbecken einen Besuch ab.

Über die Schützenstraße, wo sich das alte Mosse-Haus von Erich Mendelsohn versteckt, und die Mauerstraße kehren wir zurück in die Friedrichstraße. Diese Fahrradtour ist der zweite Teil eines Rundweges in der Mitte Berlins.

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Rund um den Rüdesheimer Platz. Spaziergang im Rheingauviertel

Das Rheingauviertel in Wilmersdorf erstreckt sich zwischen den U-Bahnhöfen Breitenbachplatz und Heidelberger Platz. Mittendrin liegt der Rüdesheimer Platz mit dem mächtigen neobarocken Siegfriedbrunnen. Architektonisch hat das Viertel einiges zu bieten.

Vom früheren Reichsknappschaftshaus, das Max Taut und Franz Hoffmann erbauten, geht es in die Gartenstadt um den Rüdesheimer Platz, die Paul Jatzow und andere Architekten in den Jahren von 1920 bis 1914 errichteten. An englischen Landhaussiedlungen orientierte man sich, wenn auch eine geschlossene Bebauung vorherrscht. Hinter den Fassaden verbergen sich großräumige Wohnungen. 

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Der Gendarmenmarkt. Kunst und Architektur in der Mitte Berlins - mit Turmbesteigung Französischer Dom

Zwei „Dome“ und ein Schauspielhaus prägen die Gestalt des Platzes, der als einer der schönsten Berlins, manchen Menschen gar als einer der schönsten Europas gilt. Seine Anfänge, eingezwängt in die Bastionen der Festungsanlage, waren bescheiden, sein Aufstieg rasant. Reformierte Kirchen für die Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und aus der Schweiz machten am Ende des 17. Jahrhunderts den Anfang. Pferdeställe der Gens d'Armes, der Leibgarde des Königs nach französischem Vorbild, gaben ihm den - stets inoffziellen - Namen. Sie wurden unter König Friedrich Wilhelm I. rund um die Kirchen errichtet.

Erst Friedrich II. sorgte dafür, daß der Platz wesentlich sein Aussehen änderte. Die großen Turmbauten wurden den kleinen Kirchen angefügt, ein Schauspielhaus in ihre Mitte gestellt. Aus ihm entwickelte sich eine der wichtigsten deutschsprachigen Theaterstätten. Die Architekturbetrachtung ist Schwerpunkt der Führung.

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Königin Luise zu Ehren: Bummel durch die Luisenstadt

Im Luisenstädtischen Kanal, den Peter Joseph Lenné anlegte, blühen Blumenbeete, in der Wrangelstraße gibt es immer wieder Aufruhr, das Diakonissenkrankenhaus Bethanien ist ein besetztes Gebäude. Undenkbar wären solche „Zustände“ gewesen, als die Luisenstadt unter dem Namen Köpenicker Vorstadt auf Anordnung des Soldatenkönigs - Friedrich Wilhelm I. - mit der neuen Stadtmauer (Akzisemauer) entstand.

1920 wurde die Luisenstadt unter den bezirken Mitte und Kreuzberg aufgeteilt. Durch die Teilung Berlins hat die Bausubstanz der einstigen Vorstadt sehr gelitten, um nach der friedlichen Revolution 1990 wie ein Stehaufmännchen von vorn zu beginnen.

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Durch die Spandauer Vorstadt. Alt-Berlin und neues Leben

Wer sie vor zehn Jahren zuletzt sah, wird sie kaum wieder erkennen: Die Spandauer Vorstadt scheint jährlich ihr Gesicht zu wechseln - und das auf historischem Boden. Aus dem Vorwerk, das einst Kurfürstin Louise Henriette bewirtschaftete, und dem königlichen Lustschloß Monbijou wurde der Monbijou-Park. Der erste Friedhof der Berliner jüdischen Gemeinde (1672) zog Einrichtungen der Wohlfahrtspflege nach sich.

Anfang des 18. Jahrhunderts war die Bevölkerung bereits so zahlreich, dass 1712 der Grundstein für die Sophienkirche gelegt wurde. Ihr Turm ist der einzige von ehemals acht barocken Kirchtürmen. Die Sommergärten der Berliner Bürger und die Vergnügungslokale, die seit dem 18. Jahrhundert an der Oranienburger Straße entstanden, finden einen Nachhall in den Gaststätten unserer Gegenwart.

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Königin Luise. Stadtführung
01/09/2010

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