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Leben in der Ackerstraße
Von der Mitte in den tiefen Wedding
Stadtführung im Wedding
Nächster Termin: Sonntag, den 18. März 2012, 12 Uhr
Die Ackerstraße beginnt am Koppenplatz, Mitte, und endet an der Schwindsuchtbrücke, Wedding. Wer sie entlang spaziert, überwindet – gedanklich – zwei Mauern: zuerst die Stadtmauer von 1737, dann die Berliner Mauer von 1961, die zugleich Bezirksgrenze zwischen Mitte und dem Wedding war.
Zwischen Ackerstraße und Gartenstraße legte Friedrich II. Mitte des 18. Jahrhunderts Kolonien für Gärtner- und Handwerkerfamilien an.
Unterstützt durch den Bau des Stettiner Bahnhofs (Nordbahnhof) etablierte sich im „tiefen Wedding“ die Metall- und Maschinenbauindustrie. Hier baute Hans Fallada seine Bühne auf für den Roman „Ein Mann will nach oben“.
Vom Koppenplatz in Mitte, an dessen Stelle sich einst ein Armenfriedhof vor der Stadtmauer befand, führt der Weg über die Linien- und Torstraße hinweg in den Wedding hinein. An der Bernauer Straße ist die einstige Bezirksgrenze und die Berliner Mauer erreicht.
Nördlich der Bernauer Straße liegt zwischen Gartenstraße und Schwedter Straße (Prenzlauer Berg) das einst größte innerstädtische Sanierungsgebiet Europas. Hier ließ der Berliner Senat in den siebziger und achtziger Jahren flächendeckend Wohnhäuser, die sich um das AEG-Gelände versammelt hatten, abreißen und neu bauen.
Zwischen 1878 und 1910 gab es in den Häusern und Höfen der Ackerstraße 77 verschiedene Gewerbe und Kleinbetriebe. Fast alle sind mit der Kahlschlagsanierung verschwunden.
In symmetrischer Ausrichtung zum ältesten Gebäude der AEG öffnet sich der Gartenplatz, einst die letzte öffentliche Hinrichtungsstätte der Stadt Berlin. Deshalb hieß der Platz bis 1865 Galgenplatz. Am Ende der Ackerstraße steht das Haus Nr. 94, ein spätes Kolonistenhaus, Ende des 19. Jahrhunderts aufgestockt, und harrt der Dinge.
Dauer: etwa zwei Stunden
Kosten: 150,00 Euro für eine Gruppe bis 20 Personen / 9,00 Euro pro Person bei öffentlichem Termin
Termine: nach Vereinbarung
Treffpunkt: nach Vereinbarung

Texte und Bilder zu diesem Thema auf www.gerhildkomander.de
Texte und Bilder zu diesem Thema auf www.berliner-lindenblatt.de
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