Gerhild Komander - Stadtführungen in Berlin und Potsdam - Vorträge Kunstgespräche

  Stadtführungen in Berlin und Potsdam - Vorträge zur Berliner Geschichte - Kunstgespräche – Gerhild Komander
11.03.2010
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Was die Medien über mich und meine Arbeit berichten ... 

Die Hörfunksendungen und Fernsehbeiträge kann ich hier nicht wiedergeben. Schade, denn es sind schon eine ganze Reihe, von Carola von Raven, Birgit Galle, Regina Kusch, Harald Asel.

Die Panke entlang spazierte Regina Kusch und hat mich dazu Stunden lang interviewt. Das ist ein einfühlsamer Artikel geworden, als Sonntagsspaziergang im Deutschlandfunk zu hören, am 18. Oktober 2009, als Text zu lesen auf www.dradio.de.

... das wunderbare Thema Frauenleben in Berlin fand die Berliner Morgenpost so reizvoll, daß sie die Führung zum Frauentag besonders hervorhob. Danke:
Hommage an Berlinerinnen
Sonntag, 8. März 2009 02:35
Frauen spielen heute auch die Hauptrolle bei einer Stadtführung von Gerhild Komander.
Die Expertin wandelt in Mitte auf den Spuren von Bürgersfrauen und Künstlerinnen, von Kurfürstinnen, Königinnen und Prinzessinnen. Darunter ist etwa Anna Amalie, Prinzessin von Preußen. Aber auch die Dichterin Anna Louisa Karsch oder die Hebamme Justine Siegemund kommen bei der Tour am Frauentag zu Ehren.
Treff: Schinkelplatz, vor dem Schinkeldenkmal, Mitte, Anmeldung erbeten: Tel. 452 54 58. Heute, 14 Uhr, 8 Euro

... das neue Stadtführungs-Thema Lessing,  Nicolai, Mendelssohn und die Stätten der Berliner Aufklärung gefiel Chrismon
und dem Redakteur Eduard Kopp, September 2008:
Dr. Gerhild Komander, geboren 1958 in Hamburg, ist Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin. Eines ihrer Fachgebiete ist die Berliner Aufklärung. Sie macht historische Stadtführungen in Berlin und Potsdam, unter anderem am 27. September 2008, 11 Uhr, in Berlin eine Führung unter dem Titel Lessing, Nicolai, Mendelssohn und die Stätten der Berliner Aufklärung. Detaillierte Informationen zu den Führungen und Publikationen von Gerhild Komander: www.gerhildkomander.de. Seit November 2006 ist die Historikerin auch Vorsitzender der Mendelssohn-Gesellschaft, Berlin. Über deren Projekte informiert die Homepage www.mendelssohn-gesellschaft.de.

... meine Architekturführungen
empfiehlt die taz am 9. November 2007: taz.de

... über meine Stadtführung im Wedding
    „Bruno Taut und Mies van der Rohe"
schreibt vilmoskörte auf qype.com am 20. Mai 2007:
Berlin hat auch abseits von Mitte mit seinen historischen Bauten und Museen viel Interessantes zu bieten. Auch wenn man Jahre in Berlin wohnt, gibt es eigenartigerweise immer wieder Dinge, die man noch nicht kennt. So muss sich manchmal eben nicht nur der Tourist, sondern auch der hier Ansässige etwas über seine Stadt erzählen lassen. Warum dann nicht mal an einer Stadtführung teilnehmen?
Stadtführung klingt sicher für viele nach Langeweile und liebloser, hundertfach erzählter Litanei. Nicht so bei Gerhild Komander. Die Historikerin bietet Stadtführungen mit dem Schwerpunkt Architektur und Geschichte an. Natürlich auch zu den von mir so geliebten Siedlungen der 1920er Jahre. Ich habe mit ihr in einer kleinen Gruppe eine Tour durch den Wedding zum Thema Bruno Taut und Ludwig Mies van der Rohe gemacht und viel Neues erfahren können.
Ihr komplettes Programm kann man ihrer Website entnehmen.
--- Danke ! Auf qype.com gibt es auch ein nettes Photo.

... über expressionistische Architektur (auch) im Wedding
hat Carola von Raven am 28. März 2007 für zibb vom RBB einen Filmbeitrag gedreht. Ich habe ihr die Straßenbahnstadt von Jean Krämer gezeigt.
Der Film ist auf der Website des RBB zu sehen.

... über das Buch zum Wedding
steht am 20. März 2007 im hauptstadt.blog: wer mehr über den wedding erfahren will, kann ja mal im sehr interessanten buch “der wedding” von gerhild komander stöbern. da gehts auch um die frage des artikels. http://www.wedding-buch.de/

schreibt Andreas Conrad am 24. Januar 2007 im „Tagesspiegel“:
In Wedding oder lieber im Wedding?
Für alle Weddinger Lokalpatrioten und solche, die es werden wollen, gibt es jetzt das passende Buch: „Der Wedding“. Schon der Artikel vor dem Namen des einstigen Bezirks, der mittlerweile in Mitte aufgegangen ist, deutet auf die emotionalen Bindungen vieler Bewohner an das alte Arbeiterviertel hin. Doch vermeidet die Autorin bloße Nabelschau, stellt zwar notwendigerweise einzelne „Quartiere“ wie Gesundbrunnen oder Müllerstraße vor, setzt mit dem „Querschnitt durch die Geschichte des Wedding“ aber zugleich einen größeren Rahmen, in dem etwa auch außerhalb Weddings gerühmte Künster wie Otto Nagel Raum finden. ac

und Harald Asel berichtet am 13. Januar 2007 auf inforadio in seiner Sendung „umgeschichtet“:

Der Wedding
Zwei weitere Bücher zu Berlin seien kurz angezeigt. Zum einen ist im Berlin Story Verlag der Band "Der Wedding" von Gerhild Komander erschienen. Darin wird die Geschichte des einzigen Berliner Stadtteils mit eigenem bestimmten Artikel von den Anfängen rund um die beiden Siedlungszentren, dem adligen Wirtschaftshof nahe der Müllerstraße und dem Gesundbrunnen bis hin zur Gegenwart nachgezeichnet.

Ein Bezirk in Berlin, der mit vielen Vorurteilen von jeher zu kämpfen hatte, als einer der im Zuge der Berliner Stadterweiterungen Ende des 19. Jahrhunderts mit Mietskasernen vollgestellten unwohnlichen Ecke, als Teil der nicht behutsamen Stadterneuerung, sprich Kahlschlagsanierung im Windschatten der Mauer. Heute als Teil des neuen Großbezirkes Mitte nach wie vor ein Ort sozialen Wandels und sozialer Verwerfungen. Jenseits betulicher Verklärung des Kiezes schafft es Gerhild Komander in ihrem die Fakten wohlsortiert ausbreitenden Buch Neugierde zu wecken für einen Stadtteil, der viele Themen aus der Berliner Geschichte der letzten Jahrhunderte in sich vereint.

Zu hören ist sein ausführlicher Kommentar auf inforadio auch ... 


... über das Buch „Von der Jägerstraße zum Gendarmenmarkt"

berichtet ebenfalls Harald Asel - gleiche Welle, gleiche Stelle - am 13. Januar 2007:
Eigentlich sollte es nur eine kleine Festschrift ihres Instituts werden. Doch das Werk der "Geisteswissenschaftlichen Zentren" aus der Berliner Jägerstraße wuchs bald über sich selbst hinaus. Herausgekommen ist am Ende eine bemerkenswerte Kulturgeschichte vom "Kiez" der Friedrichstadt. Die Friedrichstadt, einst selbständiger Vorort Berlins, ist benannt nach dem ersten preußischen König Friedrich I., der sich 1701 in Königsberg selbst die Krone als König in Preußen aufs Haupt setzte.

1691 gegründet war die Friedrichstadt nach Friedrichswerder und Dorotheenstadt die dritte Erweiterung des Residenzortes. Begrenzt von der Leipziger Landwehr im Westen, dort verläuft heute die Mauerstraße, der Zimmerstraße im Süden, dort endete die Festungsanlage Neu-Cölln. Das Besondere der Friedrichstadt ist ihre planmäßige Anlage, rechte Winkel zeigen die Fanszination der Erbauer für einfache geometrische Figuren.

Auf Sumpf gebaut, standen viele der neuen Gebäude auf Holzpfählen. Ein Jahr nach Gründung zählte man bereits 300 Häuser, in der viele europäische Glaubensflüchtlinge, Hugenotten und andere Reformierte lebten. Der Band der "Geisteswissenschaftlichen Zentren" befaßt sich nun mit den wissenschaftlichen und literarisch-kulturellen Spuren, die hier zu finden sind, ausgehend von der Jägerstraße.

Hören können Sie den ganzen Beitrag von Harald Asel auf inforadio.


... über das „Berliner Lindenblatt“

schreibt Franziska von Mutius bereits am 1. September 2006 im „
BerlinGeflüster“ der „Berliner Morgenpost“:
Bernd Oertwig plaudert aus Berlins Nähkästchen
Er ist der beste nicht offizielle Stadtführer Berlins: Bernd Oertwig, Chef der Foto-Agentur Schroewig. Buchen können Sie ihn nicht. Aber lesen, was er alles weiß. In der neuen Monats-Zeitung für Berliner Geschichte, „Berliner Lindenblatt“ (
http://www.berliner-lindenblatt.de/, erscheint am 9. September), schreibt Oertwig über das historische und heutige Berlin - samt köstlicher Anekdoten. Das Jahresabo kostet 20 Euro. Herausgeber sind Kunsthistorikerin Gerhild Komander und Verleger Wieland Giebel (Chef der „Berlin Story“). Wir freuen uns drauf!


 ...  über Berlins erstes Telefonbuch 1881

Radio 1, Geschichte in Augenblicken: Das Buch der 99 Narren, 11. April 2007, von Jan Rähm
Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins, 1. Oktober 2006, von Karlheinz Grave
Mitteilungsblatt der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V., 1. September 2006, von Peter Bahl
glaubeaktuell.net, Stuttgarter Zeitung online, Kölnische Rundschau/rundschau-online.de, 15. Juli 2006, von Ulrike von Leszczynski, dpa
Dresdner Neueste Nachrichten, 15. Juli 2006, von Catrin Steinbach
Donaukurier vom 11. Juli 2006, von Claudia Stegmann
TVG-Verlag, 10. Juli 2006
G / Geschichte, Juni 2006, von Kurt Astel
Augsburger Allgemeine, 1. Juli 2006, von Jens Carsten
wuv.de/news/medien, 15. Mai 2006
Handelsblatt (+ de.biz.yahoo.com), 10. Mai 2006, von Katharina Slodczyk
Berliner Zeitung, 10. April 2006, von Anne Vorbringer
berlinonline.de/berliner Zeitung, 10. April 2006, von Anne Vorbringer
Berliner Morgenpost, 3. April 2006, von Sven Felix Kellerhoff
Tagesspiegel, 1. April 2006, von Lothar Heinze
Inforadio RBB, 1. April 2006
Märkische Allgemeine Zeitung, 1. April 2006, von Helmut Caspar
BVG Kundenmagazin, April 2006, von Bernd Wegner
punkt-luebeck.de, April 2006, von Simone Demski
buch.archinform.net, April 2006
Scheinschlag, Heft 3, 2006
buch.de, April 2006
Berliner Woche, 29. März 2006, von Helmut Caspar
Telekom online 23. März 2006
Museum für Kommunikation 15. März 2006, von Susanne Kiewitz

... über mich
Berliner Abendblatt, 1. Februar 2006, von Gertrud Völlering


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... über Berlins erstes Telefonbuch 1881


Berlins erstes Telefonbuch 1881 hat durchweg gute Presse bekommen! Danke!

Karlheinz Grave, in den Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins, 102. Jahrgang, Nr. 4, Oktober 2006, S. 428:

„Verzeichnis der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten" - so lautete der Titel des ersten Berliner Fernsprechbuches. Welchen Umfang würde heute unser Berliner Telefonbuch haben, wenn es wie bei dieser ersten Ausgabe mit Namen und Anschlußnummern gedruckt wäre? So enthält das erste Telefon-„Buch" im Jahr 1881, nach der Einführung des Telefons in Berlin am I.April, 148 Anschlüsse.
Wer waren die Inhaber dieser Anschlüsse? Es waren in der Hauptsache Institutionen und Personen aus den Bereichen von Banken und Fabriken, Handel und Gewerbe. Die Geschichte dieser Firmen, aber auch der Kaufleute und Fabrikbesitzer schildert die Herausgeberin im Anhang dieses Nachdrucks.
So erhalt man eine Chronik des Jahres 1881 und wird zudem in das Geschehen im Berlin jener Jahre versetzt. Auf diese Weise mit dem Zeitenwandel und auch mit der Geschichte des Telefons vertraut gemacht, legt der Leser das erste Telefonbuch - damals von der Bevölkerung eher noch belächelt
- wohlinformiert aus der Hand.

Peter Bahl, im Mitteilungsblatt der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V., 107. Jahrgang, Nr. 3, September 2006, S. 80:

Gerhild H. M. Komander (Hg.): Berlins erstes Telefonbuch 1881. Berlin: Berlin Story Verlag, 2006. 141 S., 33 Abbildungen.
Nachdrucke historischer Adreßbücher und Adreßkalender gibt es inzwischen, auch für Berlin, mehrfach, und sie bieten stets nicht nur für jedermann interessante Entdeckungen, sondern sind auch für die Geschichtsforschung wichtige Hilfsmittel, ja inzwischen sogar Quellen. Dieser Bereich wird jetzt durch eine ausführlich kommentierte und ergänzte Faksimile-Ausgabe des ersten Berliner Telefonbuchs ergänzt, das etwas ganz eigenes, mit einem besonderen Reiz Versehenes darstellt. Denn man blickt doch so recht in die faszinierende Welt der Wirtschaftsmetropole des frühen Kaiserreiches.

185 Einträge hat das Telefonbuch, und die Dynamik dieser Kommunikationsform wird schnell deutlich, wenn man erfährt, daß es in Berlin nur sieben Jahre später schon mehr Telefonanschlüsse als in jeder Stadt der USA gab. Überwiegend Unternehmer und große Firmen leisteten sich einen Fernsprechanschluß, mancher hielt sich noch technikskeptisch zurück. Viele Banken und Bankiers sind verzeichnet, nur wenige Behörden, die Börse allein mit neun Nummern, insgesamt viele wohlbekannte Industriellennamen, aber auch zahlreiche längst vergessene Firmen und Geschäfte – ein Stück Berliner Gesellschafts-, Alltags- und Wirtschaftsgeschichte.

Gerhild Komander hat aus dem eigentlich wenig umfangreichen Telefonbuch ein lesbares Büchlein gezaubert, indem sie dem Leser einführend und in einem anhängenden firmengeschichtlichen Kommentar all die Informationen zusätzlich liefert, die zum Verständnis vonnöten sind. So wird die Einordnung in die allgemeine Technik- und Kommunikationsgeschichte ebenso vermittelt wie in den stadt- und welthistorischen Zusammenhang der Zeit. Die Entstehungsgeschichte der „Telephonie“ in Berlin, die Rolle Heinrich von Stephans und Werner von Siemens’ werden erläutert, und mit zeitgenössischen, teilweise höchst amüsanten Abbildungen illustriert, etwa den vier Personifikationen Telephonie, Photographie, Phonographie und Telegraphie.

Man bekommt einen Eindruck des Zeitgefühls jener Jahre und Jahrzehnte, das einerseits – wie wir heute wieder – von all den zeitgleichen Neuerungen überfordert ist, andererseits auch begeistert und fast spielerisch mit den neuen Erfindungen umzugehen lernt. Noch tiefer und konkreter in die Einzelgeschichten führt der Anhang, in dem ein erheblicher Teil der Fernsprechteilnehmer in knappen Firmenporträts vorgestellt oder besser: in Erinnerung gerufen wird. Alles in allem: eine nette, gut aufgemachte und verwirklichte Idee (Dank auch an den erfrischend unkonventionellen Verleger Wieland Giebel!), die zeigen kann, welche (Wieder-)Entdeckungen die Berliner Geschichte des 19. Jahrhunderts noch bereithält.

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Ulrike von Leszczynski, dpa, am 15. Juli 2006 in glaubeaktuell.net, Stuttgarter Zeitung online und rundschau-online.de/„Kölnische Rundschau“:
«Hier Amt - was beliebt?» - Das deutsche Telefonbuch wird 125  

Wer vor 125 Jahren das erste deutsche Telefonbuch zur Hand nahm, bewies Mut und Vertrauen in die Zukunft. Das schmale Berliner Verzeichnis mit seinen 185 Namen galt bei seinem Erscheinen am 14. Juli 1881 als «Buch der Narren». Nur Snobs oder Verrückte, so die Meinung der damaligen Hauptstädter, hatten Interesse an einem Eintrag. Die Erfolgsgeschichte des Büchleins hat die «Berliner Schnauze» schnell eines Besseren belehrt. Ein Telefonbuch erscheint heute in jeder größeren deutschen Stadt und die zweibängige Berlin- Ausgabe ist mit 2500 Seiten die dickste von allen.

Zum runden Jubiläum ist das erste deutsche Telefonbuch als Nachdruck erschienen, mit hübschen Anekdoten rund um die Geschichte des Telefonierens. «Hier Amt - was beliebt?», fragten freundliche Stimmen von 8.00 Uhr bis 23.00 Uhr beim Abnehmen des Hörers. Da
Telefonieren 1881 noch nichts Selbstverständliches war, enthielt das erste Berliner Nummernverzeichnis sicherheitshalber eine «Anweisung der Benutzung der Fernsprecheinrichtungen». Darin hieß es: «Zu einer guten Verständigung ist kein sehr lautes, wohl aber ein deutliches und nicht zu langsames Sprechen erforderlich.»

Nach Schätzungen der Deutschen Telekom haben heute 77 Prozent der Bundesbürger die aktuelle Ausgabe des Telefonbuchs zu Hause. Andere nutzen die Online-Version. Heute ein Allerweltmedium, las sich das erste Verzeichnis wie das Stammbuch der aufstrebenden Metropole Berlin: Ein Drittel der Einträge des Jahres 1881 verzeichnete Banken,
dazu kamen Fabriken, politische Institutionen, Behörden oder Zeitungen.

Wer vor 125 Jahren in Berlin die Nummer 1 wählte, erreichte die Berliner Börse, Zelle 3. Er konnte aber auch den Ingenieur Emil Rathenau in der Eichhornstraße 5 anwählen, den späteren Gründer der AEG. Bei einem Anruf bei der Vossischen Zeitung war es möglich, Autor
Theodor Fontane zu verlangen.

Das Telefon war vor 125 Jahren eine technische Sensation. Hatte Napoleon noch von einer Kommunikation in Echtzeit geträumt, bastelten Mitte des 19. Jahrhunderts viele Erfinder an Apparaten und Leitungen. 1867 sprach der deutsche Tüftler Philipp Reis den denkwürdigen Satz «Ein Pferd frisst keinen Gurkensalat» in seine Konstruktion, doch sie war noch nicht perfekt. Der Durchbruch mit Kupferkabeln und dem Prinzip des Elektromagnetismus gelang erst neun Jahre später dem britischen Taubstummenlehrer Alexander Graham Bell.

Es waren auch Bell-Apparate, die im November 1877 bei den ersten Berliner Telefonier-Versuchen benutzt wurden. Die Idee des Telefonbuchs stammte hingegen aus den USA. 1878 erschien das erste Verzeichnis in New Haven im Bundesstaat Connecticut - mit 50 Nummern.
Die Deutschen nannten das damals einen «Unsinn aus Amerika».

Doch der Spott über das Berliner «Buch der Narren» dauerte nicht lange an. Bereits Ende des Jahres 1881 galt es als chic, seinen Namen, seine Adresse und Nummer im Telefonbuch lesen. Anfangs blieb der Eintrag jedoch ein Vergnügen der Oberschicht. Leitung, Apparat,
Nummer und Jahresgebühr waren ein teures Vergnügen. So verwundert es nicht, dass Emil Rathenau sich bald nach privaten Fernsprechnetzen erkundigte. Doch Reichskanzler Otto von Bismarck hatte das Telefonieren noch 1881 zum Reichsmonopol erklärt. Es fiel erst 1995, als die Telekom teilprivatisiert wurde.

Heute sind nach Angaben der Telekom bundesweit 34 Millionen Namen und Adressen in deutschen Telefonbüchern eingetragen. Für den TGV Telefon- und Verzeichnisverlag ist das werbefinanzierte Telefonbuch bis heute etwas Einmaliges. «Nach wie vor existiert kein
vergleichbares Verzeichnis, das private und gewerbliche Einträge in jeden Haushalt bringt», sagt Geschäftsführer Hans-Georg Nuhn.

Literatur: Das erste Berliner Telefonbuch 1881, herausgegeben von Gerhild Komander. Nachdruck des Originals, Berlin Story Verlag, 152 Seiten, 14,95 Euro

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Catrin Steinbach empfiehlt "Berlins erstes Telefonbuch 1881" am 15. Juli in den "Dresdner Neuesten Nachrichten"

Das erste war das "Buch der 99 Narren"

Was heute den Leser zum Schmunzeln bringt, ist anno dazumal gewiss ganz akribisch mit klopfendem Herzen studiert worden, denn Telefonieren - das war was ganz Neues und die Sensation. Das Zitat stammt aus dem "Verzeichnis der bei der Stadt-Fernsprech-Einrichtung Betheiligten" der Stadt Dresden und Vororte und datiert vom April 1883. Es ist das älteste Telefonbuch, das sich in Besitz der Sächsischen Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden befindet. Ohne Nachträge kam dieses Heftchen noch mit 52 Seiten aus. Sieben Jahre später hatte sich der Seitenumfang schon fast vervierfacht. Der Siegeszug des Telefons und damit des Telefonbuches war nicht mehr aufzuhalten.

Vor 125 Jahren haben das sicherlich die Wenigsten für möglich gehalten, als in Berlin die erste Vermittlungsstelle eröffnet und das erste Telefonbuch herausgegeben wurde. Acht Teilnehmer waren es, mit denen im Januar 1881 die erste Fernsprechvermittlungsstelle in Berlin startete. Im April wurden immerhin schon 48 Teilnehmer gezählt und 99 Personen sind schließlich im ersten Fernsprechverzeichnis eingetragen, das im Juli 1881 erschien. "Telephon-Anlage Berlin. Verzeichnis der Sprechstellen Nr. 1" hieß dieses Heft. Allerdings gaben die Berliner dem ersten Telefonverzeichnis einen anderen Namen, nämlich "Buch der 99 Narren" - taten doch dem Mann auf der Straße die Leute leid, die auf diesen "Schwindel aus Amerika", auf das Telefon, hereingefallen waren. Wer jährlich bis zu 200 Reichsmark für ein dubioses Telefon ausgab, musste ein Narr sein.

Unter der Nummer 1 war damals im ersten Berliner Telefonbuch die Börse verzeichnet. In Dresden wurde zwei Jahre später die Nr. 1 an das Rathaus vergeben. Zunächst sind in den Telefonbüchern vor allem Banken, Hotels, Fabriken und Geschäfte zu finden. Doch im Laufe der Zeit entdeckten immer mehr Privatleute den Fernsprecher, kann man anhand der Telefonbücher nachverfolgen. 1890 zählte das anfangs verpönte "Buch der Narren" in Berlin schon 10000 Einträge. Andere Städte folgten dem Beispiel Berlins. Ende 1881 hatten bereits Köln, Hamburg, Frankfurt am Main und Mannheim ein eigenes Ortsnetz, weiß man bei der Telekom.

"Schon kurz nach der Jahrhundertwende erscheint in Dresden das erste Branchenverzeichnis", so Barbara Kunath, Sachgebietsleiterin Geschlossene Magazine in der Sächsischen Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB). Dort werden bis heute alle Telefonbücher archiviert. "Wir haben die Archivfunktion für Sachsen und jeder, der ein Telefonbuch druckt, ist verpflichtet, uns ein Pflichtexemplar zu übergeben." Allerdings sei der Bestand nicht lückenlos, vor allem in den Anfangsjahren.

Zunächst waren die Einträge in den Telefonverzeichnissen noch aufgeteilt in Spalten mit Nummer, Namen- oder Firmennennung, der "Bezeichnung des Standes oder Geschäftszweiges" sowie der Adresse von "Wohnung oder Geschäftslokal". "Ab 1925 hatte das Amtliche Fernsprechbuch in etwa eine Form, die der heutigen entspricht und es gab schon jede Menge Werbung", weiß Barbara Kunath. Schon 1901 war Werbung in allen amtlichen Fernsprechbüchern zugelassen worden.

Heute hat "Das Telefonbuch" bundesweit eine Auflage von 32 Millionen Exemplaren. Produziert werden die insgesamt 125 Einzelausgaben deutschlandweit von 38 mittelständischen Verlagen in Zusammenarbeit mit dem Telekomunternehmen DeTeMedien. Hinzu kommen Telefonverzeichnisse anderer Unternehmen. 1892 war mit dem Berliner Julius Springer erstmals ein privater Verleger gemeinsam mit der Kaiserlichen Oberpostdirektion Herausgeber eines Fernsprechbuches.

Lesetipps: http://www.telekom3.de/; Das erste Berliner Telefonbuch 1881, Nachdruck des Originals aus dem Jahr 1881 mit Erläuterungen der Historikerin Gerhild H.M. Komander, Berlin Story Verlag, ISBN 3-929829-33-9

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Claudia Stegmann schreibt am 11. Juli 2006 im "Donaukurier":
Vom „Buch der 94 Narren“ zum Bestseller mit Milliardenumsatz
Vor 125 Jahren erschien in Berlin das erste Telefonbuch Deutschlands / Ein Streifzug durch die Erfolgsgeschichte

Vom „Buch der 94 Narren“ zum Bestseller mit Milliardenumsatz
Vor 125 Jahren erschien in Berlin das erste Telefonbuch Deutschlands / Ein Streifzug durch die Erfolgsgeschichte

Es war das Who is Who im Berlin des 19. Jahrhunderts, und nur wer von Rang und Namen war, durfte drinstehen: Das erste deutsche Telefonbuch für Berlin, das am 14. Juli 1881 erschien, war eitel, was die Auswahl seiner eingetragenen Personen betraf. Fabrikanten und Verleger, Kaufleute und Bankiers, Architekten und Rechtsanwälte waren im „Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten“ von 1881 eingetragen. Privatleute konnten sich zu diesem Zeitpunkt noch keinen „Fernsprecher“ leisten. Ein Telefon nebst Anschluss kostete soviel wie fünf Übernachtungen in einem Luxushotel, die Jahresgebühr betrug stattliche 200 Reichsmark.
 
Auch ein gewisser Herr Geheimer Baurat Dipl. Ing. Emil Rathenau ist auf dieser ersten amtlichen Rufnummernliste zu finden. Er ist ein angesehener und wohlhabender Mann, der später als Gründer des Weltkonzerns AEG in die Geschichte eingehen wird. Doch im Berlin des Jahres 1881 muss er sich als Narr verspotten lassen, weil er angeblich auf einen teuren und dubiosen Schwindel aus Amerika herdoch schön!“ Denn es ist gerade mal fünf Jahre her, dass Alexander Graham Bell das Telefon erfunden hatte. „Für die einfachen Bürger ging diese Technik nicht mit rechten Dingen zu. Deshalb war das Telefon für sie Teufelswerkzeug“, erzählt Siegfried Warth vom Deutschen Telefon Museum im rheinland-pfälzischen Morbach.

Am 14. Juni 1880, also knapp ein Jahr vor Veröffentlichung des ersten Telefonbuchs, erging ein Aufruf an die Berliner Geschäftswelt, „um festzustellen, ob für Berlin ein Bedürfnis vorhanden ist“ zur Einrichtung des Fernsprechers. Sechs Monate nach diesem Aufruf hatten sich erst 94 Teilnehmer gemeldet. Deshalb soll das Berliner Fernsprechbuch
anfangs auch „Buch der 94 Narren“ genannt worden sein. Für 400 Anschlüsse ist das erste Netz ausgelegt, doch es gibt nur 187 – von A wie Abgeordnetenhaus,
Rufnummer 95, bis Z wie Ziesch & Co., einer Tapisserie-Manufaktur, Rufnummer 72. Emil Rathenau ist unter der 396 zu erreichen. Das 28 Seiten dicke Verzeichnis ist im ersten Teil alphabetisch, im zweiten Teil numerisch sortiert. Auf vier Spalten sind die Telefonnummer, der Name oder die Firma, der Beruf oder der Geschäftszweig sowie die Straße aufgeteilt. Sind Nummern nicht belegt, gibt es leere Zeilen, damit diese später handschriftlich angetragen werden können. Auch zwischen den einzelnen Buchstabenabschnitten
gibt es genügend Platz, um „Nachzügler“ eintragen zu können.

„Hier Amt, was beliebt?“
Weil der Umgang mit dem jungen Telefon den Benutzern noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen war, bot das Verzeichnis auch eine praktische Gebrauchsanleitung: „Zu einer guten Verständigung ist kein sehr lautes, wohl aber ein deutliches und nicht zu langsames Sprechen erforderlich.“ Schritt für Schritt wurde schließlich erklärt, was zu tun ist, wenn „Theilnehmer A mit Theilnehmer B“ zu sprechen wünscht und die Damen von der Vermittlung sich melden: „Hier Amt, was beliebt?“

Dass es sich bei den vermeintlichen Narren um vorausschauende und kluge Köpfe gehandelt hat, wird nur wenige Jahre später klar: Bereits sieben Jahre nach Erscheinen des ersten Telefonbuchs gibt es in Berlin 34 500 Anschlüsse und damit mehr als in jeder Stadt der Vereinigten Staaten, wie die Historikerin Gerhild Komander in dem Buch „Berlins erstes Telefonbuch“ schreibt. Und der Boom hält an: 1900 sind es in Berlin bereits 130 000, bis 1940 steigt die Zahl auf 663 665 Anschlüsse. In Bayern gibt es das erste Telefonnetz und damit das erste Telefonbuch 1883 in München. 145 Einträge sind im „Verzeichniss der Sprechstellen“ aufgeführt, darunter so bekannte Namen wie die Bierbrauerei Georg Pschorr oder das Hotel Bayerischer Hof. In diesem Telefonbuch finden sich auch die Anfänge der heutigen Gelben Seiten, da neben einer alphabetischen Sortierung auch eine Auflistung nach Berufsständen üblich war. Es sind überwiegend Banken und Bankiers, Bierbrauereien und Buchdruckereien, die im Münchner Telefonbuch von 1883 stehen. Privatpersonen sucht man vergeblich.

34 Millionen Einträge
Inzwischen hat sich das natürlich geändert. Aus knapp 200 Einträgen sind 34 Millionen geworden. Das Berliner Telefonbuch ist heute zwar mit 1,2 Millionen Einträgen und insgesamt 2672 Seiten in zwei Bänden das dickste deutsche Telefonbuch, aber längst nicht mehr das einzige. 125 Einzelausgaben gibt DeTeMedien zusammen mit 38 Verlegern aus. Die Auflage liegt bundesweit bei 32 Millionen kommen Exemplaren – da hierzulande nicht mal Harry Potter oder Dan Browns „Sakrileg“ ran. Nimmt man das Telefonbuch, die Gelben Seiten und Das Örtliche zusammen, kommen jährlich 1550 Ausgaben mit einer Gesamtauflage von 114 Millionen Exemplaren zusammen.

Trotz zunehmender Digitalisierung ist das gedruckte Verzeichnis immer noch beliebter als die elektronische Version: Acht von zehn Deutschen nutzen es, hat das Marktforschungsinstitut Ipsos herausgefunden, während nur 21 Prozent zu Online-Verzeichnissen greifen. Das liegt möglicherweise auch daran, dass die dicken Wälzer kostenlos sind, obwohl die Herstellungskosten bei rund sechs Euro liegen. „Das gesamte Buch ist werbefinanziert“, erläutert Klaus Mapara, Beiratsvorsitzender der Telefonbuch Servicegesellschaft in Köln. Und das rechnet sich offenbar: Der Gesamtmarkt für Verzeichnisdienste hat nach Angaben von Oliver Neuerbourg, Geschäftsführer der DeTeMedien, inzwischen ein Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr erreicht. 30 000 Arbeitsplätze hängen von diesem Geschäft ab.

Das erste Telefonbuch war eine übersichtliche Sache. Das kleine Rufnummernverzeichnis von einst hat sich gemausert: vom belächelten Blättchen zum Millionen-Bestseller. In den vergangenen 125 Jahren hat sich viel verändert – Aufbau, Finanzierung, Vertrieb und vor allem das Image. „Damals war es das Who is Who der Reichen und Berühmten“, sagte der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) im Rahmen der Jubiläumsfeier. „Heute gilt es als schick, nicht in der Liste aufzutauchen.“

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Pressemitteilung des TVG-Verlags zur ersten Sonderauflage vom 10.07.2006

14. Juli 1881: Das erste Telefonbuch Deutschlands erscheint in Berlin
Sonderband zu 125 Jahren Telefonbuch

Vor 125 Jahren, am 14. Juli 1881, erschien erstmals in Berlin ein dünnes Buch, das heute in kaum einem deutschen Haushalt mehr fehlt: DasTelefonbuch. Aus den 185 Einträgen von damals sind mittlerweile über 34 Millionen Namen und Adressen bundesweit geworden. Aus Anlass dieses Jubiläums hat der TVG Verlag, Mitherausgeber von DasTelefonbuch Berlin, zusammen mit dem Berlin Story Verlag eine Sonderauflage von Gerhild Komanders Werk "Das erste Berliner Telefonbuch 1881" veröffentlicht. Das 152 Seiten umfassende Buch, mit einem Vorwort von Klaus Wowereit, gibt einen interessanten Einblick in die bewegte Geschichte des ersten Berliner Telekommunikationsverzeichnisses.

"Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten" lautete der Titel des Heftchens aus dem Jahr 1881 - im Volksmund bekannt geworden ist es jedoch als das "Buch der 99 Narren" in Anspielung auf die ersten 99 Teilnehmer. Von denen hatte mancher sogar mehrere Einträge, etwa die Berliner Börse mit ihren neun Anschlüssen. Anfangs verspottet, gewannen das Telefon und mit ihm DasTelefonbuch rasch an Popularität - und keine sieben Jahre nach seiner Einführung hatte Berlin bereits mehr Telefonanschlüsse als jede Stadt in den USA. Dort, nämlich in New Haven, Connecticut, war am 21. Februar 1878 das erste Telefonbuch der Welt erschienen, eine Liste mit 50 Teilnehmern.

Der Jubiläumsband geht der Historie des Telefonierens und des Telefonbuchs ebenso nach wie den ersten Teilnehmern. Darunter finden sich einige bis heute bekannte Firmen wie Siemens, Deutsche Bank oder die Aktiengesellschaft für Anilin-Fabrikation, kurz Agfa. Doch auch Namen aus längst vergangenen Tagen sind zu entdecken: etwa das Bankhaus der Familie Mendelssohn, größte deutsche Privatbank bis zu ihrer Enteignung durch die Nationalsozialisten 1938, oder die Vossische Zeitung, für die der Theaterkritiker Theodor Fontane schrieb. Wer selber stöbern möchte, findet in dem Band auch einen Nachdruck des Original-Verzeichnisses.

DasTelefonbuch erzählt von Berlins Innovationskraft
"Im Telefonbuch steckt die Geschichte einer Stadt", schreibt Klaus Wowereit in seinem für den Sonderband verfassten Grußwort. Berlins Regierender Bürgermeister weist daraufhin, dass dieses Buch auch von Berlins wirtschaftlichem Aufstieg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, von seiner Innovationskraft, Aufbruchstimmung und großen Erfolgen erzählt.

Für Hans-Georg Nuhn, den Geschäftsführer des TVG Verlags, ist DasTelefonbuch eine klare Erfolgsstory: "Wir freuen uns, dass DasTelefonbuch auch in seinem 125. Jahr dank seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von so vielen Menschen genutzt wird. Nach wie vor existiert kein vergleichbares Verzeichnis oder Nachschlagewerk, das private und gewerbliche Einträge in jeden Haushalt und jedes Geschäft Berlins bringt - sei es als Buch, als CD-ROM oder über das Internet."

Multimediale Plattform der Superlative
Heute ist DasTelefonbuch zur multimedialen Plattform der Superlative geworden, die nahezu überall zugänglich ist. Allein DasTelefonbuch Berlin mit seinen 1,14 Millionen Einträgen, verteilt auf zwei Bände, bringt es auf einen Umfang von mehr als 2.500 Seiten.

Es hat eine Gesamtauflage (Buch und CD-ROM) von 1,4 Millionen Ausgaben, ist erhältlich als Printprodukt, in der mehrsprachigen Anwendung (Deutsch, Englisch, Türkisch) auf CD-ROM und sogar im Jackentaschenformat für den PDA. Bei der Online-Version von DasTelefonbuch verzeichnete Berlin im Jahr 2005 33 Millionen Webseiten-Aufrufe und lag damit mit weitem Abstand vor allen anderen Städten an der Spitze in Deutschland.

"Das erste Berliner Telefonbuch 1881"
Herausgeberin Dr. Gerhild H. M. Komander
Nachdruck des Originals aus dem Jahr 1881
Berlin Story Verlag / ISBN 3-929829-33-9
152 Seiten / 14,95 Euro

Über den TVG Verlag
Die TVG Telefon- und Verzeichnisverlag GmbH & Co. KG mit Sitz in Frankfurt am Main ist zusammen mit der Deutschen Telekom Medien GmbH für die Herausgabe und den Verlag der Verzeichnisse DasTelefonbuch München, Hamburg und Berlin verantwortlich. Zum Angebot des TVG Verlags gehören weiterhin verschiedene Ausgaben von DasÖrtliche sowie webadress.de, der Wegweiser für gewerbliche E-Mail- und Internet-Adressen. Weiterhin gibt der TVG Verlag eine Reihe von Multimediaprodukten auf CD-ROM und DVD-ROM heraus.

Presseinformationen sowie aktuelle Pressefotos stehen unter http://www.tvg-verlag.de/ zum Download bereit.

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Kurt Astel verfaßte für "G / Geschichte" den Artikel:
Das Telefonbuch. Das Buch der Narren

Am 14. Juli 1881 erschien in Berlin das erste amtliche Telefonbuch Deutschlands. Das »Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten« verzückte allerdings nur wenige, und die »Berliner Schnauze« sprach frech vom »Buch der Narren«.
  
Jedem Berliner Bürger ein Telefon!« Diese Vision des Generalpostmeisters Heinrich von Stephan erschien 1877 als ferne Utopie. Warum sollte man telefonieren, wenn es fast niemanden gab, den man anrufen konnte? Im ersten Telefonbuch von 1881 waren genau 171 »Narren« verzeichnet – unter ihnen der Geheime Kommerzienrat von Bleichröder, der Bankier Goldstein, der Teehändler Löwenstein und der Fabrikbesitzer Edmund Schramm.

Eine dem Telefonbuch beigefügte Gebrauchsanleitung erklärte den Umgang mit dem Fernsprecher; »Die Benutzung der Fernsprechvermittlung steht den Theilnehmern in den Tagesstunden von 8 Uhr Morgens bis 11 Uhr Abends frei. Jeder Theilnehmer erhält eine Theilnehmerliste, deren Reihenfolge nach dem Eingang der Anmeldungen geordnet ist. Zu einer guten Verständigung ist kein sehr lautes, wohl aber ein deutliches und nicht zu langsames Sprechen erforderlich.«

1878 hatte es in New Haven (Connecticut) eine Telefonliste mit 50 Einträgen gegeben, 1880 ein Verzeichnis der »Zürcher Telephon-Gesellschaft« mit knapp 100 Einträgen. Im April 1881 soll es in Hamburg einen Plakatanschlag mit örtlichen Telefonnummern gegeben haben. Doch erst das Berliner Telefonbuch war hochamtlich. Daher wird sein 125-jähriges Jubiläum in diesem Jahr groß gefeiert.

Wer um 1900 im Telefonbuch stand, war reich
Bis zum Jahr 1890 waren allein in Berlin bereits 10000 Anschlüsse verzeichnet. Die jährlichen Kosten für einen Anschluss lagen bei 200 Mark – etwa ein Drittel des Jahreslohns eines Arbeiters. Daher galt das Telefon im Kaiserreich als mondänes Prestigeobjekt, und nur zu gerne ließen sich privilegierte Privatleute in das Fernsprechverzeichnis eintragen. Als 1897 auch Werbeanzeigen erscheinen durften, war die wirtschaftliche Grundlage für den dauerhaften Erfolg des Telefonbuchs geschaffen. Viele kleine und mittelständische Unternehmen nutzten es nun als Werbeträger.

1901 fand in Berlin die »II. Orthographische Konferenz« statt. Die dabei verabschiedete Rechtschreibreform fand ab 1903 auch im Fernsprechbuch ihren Niederschlag. Ab sofort hieß es Fernsprechteilnehmer statt Fernsprechtheilnehmer, Offizier statt Officier.
Die Telefonbücher wurden nun immer dicker: 1914 gab es allein in Berlin bereits 122 000 Hauptanschlüsse. Doch dann begann der Erste Weltkrieg. Papiermangel und steigende Rohstoffpreise führten 1917 dazu, dass das Telefonbuch nicht erschien. Auch die Zahl der Fernsprechteilnehmer war auf 53 450 gesunken.

Separate Branchen-Fernsprechbücher gibt es seit den 1920er-Jahren.
1925 erschien das »Amtliche Branchen-Fernsprech-Buch für den Oberpostdirektionsbezirk Hamburg« Die 4000 Einträge reichten von Ankerreparaturen bis zur Zwiebackfabrik. Eine »Likörprobierstube« fand man genauso wie den »Fruchtauktionator« oder die »Pelzwaren-Aufbewahrung«.
Für »Amerikanische Waren« oder »Pariser Artikel« gab es Spezialläden.

Doch zurück zum eigentlichen Telefonbuch. Von Anfang an war es ein Spiegelbild seiner Zeit. Düstere Vorzeichen zeigten sich im Jahr 1935: In den amtlichen Fernsprechbüchern wurden so genannte »entbehrliche Fremdwörter« durch deutsche Ausdrücke ersetzt.

Juden-Diskriminierung im deutschen Telefonbuch
Ab 1. Januar 1939 mussten männliche Juden den Vornamen Israel und weibliche den Namen Sara zusätzlich führen. Für die Jüdin Erna Cahnmann eine neue Demütigung: »Doch immer wieder gab es Dinge, die mehr verletzten als der Verlust von Habe. Ein wirklicher Einschnitt war für mich der Name Sara, den man annehmen musste. Die Frauen Sara, die Männer Israel. Die Namen tauchten sogar im Telefonbuch auf. Man brauchte also nur im Telefonbuch nachzusehen, um zu wissen, wer Jude ist.« 1941 fanden sich im Berliner Telefonbuch noch rund 500 Namen jüdischer Anschlussinhaber.

In der Ausgabe von 1940 waren es noch 8000 »Israels« und »Saras« gewesen. Im Telefonbuch-Nachtrag von 1943 suchte man dann vergeblich nach jüdischen Namen.

Das erste Berliner Fernsprechbuch nach dem Zweiten Weltkrieg erschien im Juli 1945 – mit gerade einmal 750 Einträgen. 1948 erhielt man gegen die Abgabe von acht Kilogramm Altpapier einen Berechtigungsschein für das Fernsprech- und Branchenbuch. 1950 stellte die Post des Magistrats von Berlin-Ost keine Teilnehmer-Unterlagen zur Verfügung. Um ein möglichst vollständiges Gesamtberliner Telefonbuch drucken zu können, ließ man sich etwas einfallen: Sämtliche Fernsprechteilnehmer im sowjetischen Sektor wurden angerufen und nach ihren Daten gefragt.
Telefonbücher erschienen auch in der DDR, allerdings unregelmäßig. Im Westen stiegen derweil die Auflagen kontinuierlich. 1962 betrug die Auflage im Berliner Westteil 249 500, 1972 waren es bereits 715 000. Der Einstieg in die papierlose Ära begann 1985: Im Rahmen des Bildschirmtext-Projektes (Btx) wurde das erste Elektronische Telefonbuch (ETB) herausgegeben.

1989 erschienen zum letzten Mal die 14 Bezirksausgaben der DDR sowie das »Fernsprechbuch der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik«. Dann kam 1992 die Wiedervereinigung auch im Berliner Fernsprechbuch an: Für die beiden Stadthälften gab es keine getrennten Telefonbücher mehr.
Seit 1997 gibt es das Telefonbuch unter
http://www.telefonbuch.de/ auch im Internet. Parallel dazu werden jährlich 32 Millionen Exemplare gedruckt - die 187 »Narren« haben sich als Pioniere entpuppt.

Gerhild Komander
1881 Berlins erstes Telefonbuch
Kommentierter Nachdruck von 1881, Berlin Story Verlag, 2006,
14,95 Euro

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Jens Carsten schreibt am 1. Juli im Wochend-Journal der "Augsburger Allgemeine":

Das Telefonbuch hat 125. Geburtstag
Das meist gelesene Buch - Keine Handlung, Keine Spannung, Keine Bilder

Es ist ja nicht das einzige Buch, das in seiner Bedeutung anfangs völlig unterschätzt war. „Moby Dick" etwa wurde lange übersehen und erst im Lauf der Zeit zu einem Stück Weltliteratur. In unserem Fall aber blieb es anfangs nicht nur bei Missachtung, es hagelte sogar Hohn, Spott und Bezeichnungen wie „Buch der Narren". Mit anderen Worten: Das Telefonbuch wurde, als es erstmals erschien, für mindestens verzichtbar gehalten - und ist heute, 125 Jahre später, zwar nicht gleich Weltliteratur, aber immerhin weiter verbreitet als jedes andere Buch: 96 Prozent aller Deutschen kennen es, 77 Prozent besitzen die aktuelle Ausgabe. Und mit der Übernahme der Seiten auf eine Site ist auch die Zukunft gesichert:

Die Online-Version „dastelefonbuch.de" ist mit fast 110 Millionen Aufrufen im Monat eine der meist genutzten Internetseiten Deutschlands. Doch der Anfang war schwer - obwohl die Gründerzeit für Neuentdeckungen prädestiniert erschien. So dürfte sich Kaiser Wilhelm I. reichlich verblüfft den stolzen Schnauzer gezwirbelt haben, als er im November 1877 eines der ersten Telefone in Deutschland ausprobierte: Aus der Muschel fidelte dem erstaunten Monarchen ein Violinspieler ins majestätische Ohr. Die Sensation: Der Musiker befand sich in einem anderen Raum und war doch deutlich zu hören. Beeindruckt soll der Kaiser seinen Postminister Heinrich von Stephan als „Hexenmeister" bezeichnet haben. Dieser hatte kurz zuvor vom Telefon-Patent (1876) des Schotten Graham Bell erfahren und sofort zwei Apparate nach Berlin bestellt. Doch auch hier gelang der Durchbruch nicht im ersten Anlauf. Bereits im Oktober 1861 nämlich hatte der deutsche Physiker Johann Philipp Reis seinen Telefonapparat vorgeführt: Während der Schwager des Erfinders einen Buchtext in den Sender sprach, hielt Reis selbst das Empfangsgerät ans Ohr und tat dem gespannten Publikum kund, was er da hörte.

Ein Zweifler vermutete, Reis könne das vorgelesene Buch wohl auswendig und beschloss kurzum, selbst in den Sender zu sprechen. Um den vermeintlichen Betrug zu entlarven, wählte er Nonsens-Sätze wie „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat" und „Die Sonne ist von Kupfer". Reis verstand zwar nicht genau, was das „Pferd nicht fressen mochte" und dachte, die Sonne sei aus „Zucker". Trotzdem war bewiesen, dass die Übertragung von Tönen über elektromagnetische Schwingungen tatsächlich funktionierte. Allerdings stieß die Reis'sche Erfindung nur auf geringes Interesse. Zudem erkrankte der Physiker bald darauf schwer an Tuberkulose und konnte nicht weiter an der Marktreife seiner Erfindung basteln - das Patent ging später an Bell. Und trat seinen Siegeszug an: Angespornt durch die kaiserliche Faszination ließ Minister von Stephan das Telefonnetz in Berlin ausbauen. Im April 1881 wurde die erste deutsche „Fernsprech-Vermittlungs-Anlage" der Öffentlichkeit präsentiert.

Und: Am 14. Juli erschien in der Spreemetropole auch das erste deutsche Telefonbuch - nach dem Telefonverzeichnis der Stadt New Haven (Connecticut, USA) von 1878 eines der weltweit ersten. Das Büchlein trug den Titel „Verzeichnis der bei der Fernsprecheinrichtung Beteiligten". Auf 28 Seiten waren 187 Einträge gedruckt - alphabetisch sortiert und aufgeteilt in vier Spalten mit der Telefonnummer, dem Namen, der „Bezeichnung des Standes" und der Anschrift von „Wohnung oder Geschäftlokal". Unter Telefonnummer „1" war die Börse eingetragen, unter „8" der Berliner Maklerverein, „69" hatte die Delikatess- und Weinhandlung Borchardt und wer mit dem „Abgeordnetenhaus" verbunden werden wollte, musste Nummer „95" wählen.
Eine bebilderte Gebrauchsanweisung sollte die Berliner im richtigen Umgang mit der noch jungen Telefonie schulen. Wünschte ein „Theilnehmer" mit einem anderen ein Gespräch, so hatte er zunächst „kurze Zeit gegen den Knopf a" zu drücken und dann die „Schallöffnung gegen das Ohr" zu halten. Darauf meldete sich ein Fräulein mit „Hier Amt, was beliebt?". Man musste die gewünschte Verbindung („Anschluss 69, bitte!") nennen, die dann in der Zentrale per Hand gestöpselt wurde. Nach dem Kommando „Bitte rufen" konnte der Anrufer den Gesprächspartner durch erneuten Knopfdruck dann „wecken" - und am anderen Ende der Leitung klingelte das Telefon. Die Berliner aber standen der neuen Technik skeptisch gegenüber, hielten das „dubiose Telefon" für einen „Schwindel aus Amerika". Für den einfachen Mann waren die „Fernsprechapparate" ohnehin kaum erschwinglich, musste man dafür doch die stolze Summe von 200 Mark berappen - das entspräche einem Betrag von 5000 bis 10000 Euro.

Heute ist das Berliner Telefonbuch mit seinen zwei Bänden und satten 2672 Seiten zwar das dickste deutsche Telefonverzeichnis, aber natürlich längst nicht mehr das einzige. Insgesamt gibt die Telekom-Tochter DeTeMedien zusammen mit 38 Verlagen 125 Einzelausgaben heraus. Geordnet sind sie nach Nummern, von der 1 für Berlin bis zur 135 für Zwickau. Das dünnste Exemplar mit nur 624 Seiten erscheint im südthüringischen Suhl (Nummer 134). Mit insgesamt 928 Seiten kommt da das Verzeichnis für Kaufbeuren, Kempten und Memmingen (Nummer 100) schon um einiges stattlicher daher - dazu gehören auch noch das Kleinwalsertal und die Gemeinde Jungholz in Tirol (Österreich).

Noch dicker ist das Augsburger Exemplar (mit Donauwörth), das die Nummer 91 trägt: Zwischen Adalbert Abele aus Adelsried und Familie Zott aus Zusmarshausen liegen ganze 1047 Seiten (Ausgabe 2006/2007). Und nein, der häufigste Namenseintrag unter Augsburg ist nicht etwa Maier, sondern Wagner - 542 sind hier verzeichnet. Spitzenreiter bei den „Maiern" sind 445 „Mayer", gefolgt von 401 „Mayr", „Maier" (262), „Meyer" (186) und „Meier" (119). „Mair" finden sich im Augsburger Buch immerhin noch 102.

Die Gesamtauflage aller deutschen Telefonbücher liegt nach Angaben von DeTeMedien jährlich bei zirka 30 Millionen. Dazu kommen die Regionalausgabe „Das Örtliche" (zirka 35 Millionen pro Auflage) und das Branchenverzeichnis „Die Gelben Seiten" (rund 49 Millionen) - jährlich gibt es je eine neue Ausgabe.
Wie gesagt: keine Bilder, keine Handlung. Doch, wer aufmerksam liest, vermag dem vermeintlich faden Almanach Kurioses zu entlocken. Oder wussten Sie, dass ein „James Bond" in Deutschland wohnt? Und gleich zwei „Donald Duck" - einer hat sogar eine „Daisy" geheiratet. Und wer hätte es für möglich gehalten, dass sich hinter „Bellenbaum, M." tatsächlich eine „Mira" verbirgt? Nicht spannend? Dann versuchen Sie's doch mal mit „Moby Dick". Gibt's zum Beispiel einen in 22848 Norderstedt...

Das erste deutsche Telefonbuch gibt es zum Jubiläum als Neuauflage – mit Bildern und Handlung. In „1881 Berlins erstes Telefonbuch“ (Berlin Story, 141 S., 14,95 €) erzählt Historikerin Gerhild Komander die Geschichte drum herum.

Auf wuv.de/news/medien ist unter dem 15. Mai zu lesen:
Telefonbuch jubiliert

Das Telefonbuch feiert Geburtstag. Vor 125 Jahren erschien in Berlin die erste Ausgabe des Nachschlagewerkes – unter dem Namen 'Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten' und mit 99 Einträgen. 1900 waren es schon 130.000 in Deutschland.

Seit 1981 veröffentlichen die ursprünglichen Alleinherausgeber DeTeMedien das Verzeichnis gemeinsam mit den Partnerfachverlagen. Inzwischen bringen 38 Verlage aus ganz Deutschland, die für das Objekt Anzeigen vermarkten, 125 Einzelausgaben in einer Auflage von rund 30 Millionen Exemplaren auf den Markt. Studien zufolge haben drei Viertel der Bundesbürger die aktuellste Ausgabe des Telefonbuchs bei sich zuhause. Das kostenlos verteilte Medium erwirtschaftete zuletzt rund 1,2 Milliarden Euro an Anzeigenerlösen pro Jahr und steht damit für sechs Prozent der Nettowerbeeinnahmen der Medien – es erzielt damit höhere Werbeerlöse als Plakate, Außenwerbung, Hörfunk oder Online.

Der Berlin Story Verlag hat eine von der Historikerin Gerhild Komander kommentierte Neufassung des Berliner Telefonbuchs von 1881 aufgelegt (http://www.berliner-telefonbuch-1881.de/). Inserenten finden sich darin zwar noch keine, aber immerhin schon einige Zeitungen mit Telefonanschluss. Darunter die 'Vossische Zeitung' und das 'Berliner Tageblatt', zeitweise die auflagenstärkste und meistgelesene deutsche Zeitung. Allerdings zählten die Zeitungen nicht zu den Vorreitern der neuen Technik, heißt es in dem Buch – auch in der zweiten Ausgabe des Verzeichnisses waren längst nicht alle präsent.

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Handelsblatt“ + Yahoo!, 10. Mai 2006, Von Katharina Slodczyk
Das Buch der Narren 
  
Das Telefonbuch wird 125 Jahre alt. Die erste Ausgabe enthielt knapp 200 Einträge. Heute liegt die Auflage deutschlandweit bei 32 Millionen Exemplaren. Die neue Konkurrenz aus dem Internet hat dem Zahlenwerk bislang kaum geschadet. Eine Handelsblatt-Reportage über eine Erfolgsgeschichte.

BONN. Er ist ein angesehener und wohlhabender Mann. Das, was man eine Persönlichkeit nennt: der Herr Geheimer Baurat Dipl. Ing. Emil Rathenau, der später in die Geschichte eingehen wird als der, der aus dem Nichts den Weltkonzern AEG aufbaute. Im Berlin des Jahres 1881 gehört er zu den Menschen, über die man sich lustig macht, die Spott und Häme ernten, weil sie auf einen teuren Schwindel aus Amerika hereingefallen sind: das Telefon, eine dubiose Angelegenheit, die bis zu 200 Reichsmark jährlich kostet. Wer dafür Geld ausgibt, muss schon ein Narr sein.

Der ersten amtlichen Liste mit den Rufnummern aller Telefonbesitzer in der Hauptstadt, dem "Verzeichnis der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten", wie es offiziell genannt wird, geben die Berliner daher einen eigenen Namen: "das Buch der Narren" heißt es im Volksmund. Das schmale Heftchen, gerade mal 28 Seiten, erscheint im Sommer 1881, fünf Jahre nach der Erfindung des Telefons durch Alexander Graham Bell, vier Jahre nachdem Reichskanzler Otto von Bismarck den Ausbau eines Telefonnetzes genehmigte.

Das "Buch der Narren" enthält zunächst knapp 200 Einträge – von A wie Abgeordnetenhaus, Rufnummer 95, bis Z wie Ziesch & Co, einer Tapisserie-Manufaktur, Rufnummer 72. Emil Rathenau ist unter der 396 erreichbar.
Damit beginnt die Geschichte des Telefonbuchs vor 125 Jahren. Heute hat das Berliner Rufnummernverzeichnis 1,1 Millionen Einträge und ist das umfangreichste aller 125 Regionalausgaben. Insgesamt haben Telefonbücher deutschlandweit eine Auflage von 32 Millionen Exemplaren, da kommen hier zu Lande nicht einmal die Bibel oder Harry Potter ran.

Wenn die Deutsche Telekom (NYSE: DTE - Nachrichten) , die das Werk herausgibt, heute das Jubiläum des Telefonbuchs feiert, dann geht es nicht allein um das auflagenstärkste Buch. Es geht auch um ein weltweit wohl einzigartiges Geschäftsmodell, bei dem der Bonner Konzern mit einer Vielzahl regionaler Verlage kooperiert. Und es geht um ein Produkt, das zwar bis heute stabile Umsätze und Renditen liefert, aber im Internetzeitalter zunehmend antiquierter erscheint.

Vor 125 Jahren hatten die Telefonbuchmacher indes noch ganz andere Sorgen: Sie mussten den Nutzern die neue Technik erst einmal nahe bringen. Daher enthielt das erste Telefonbuch eine Gebrauchsanleitung: "Zu einer guten Verständigung ist kein sehr lautes, wohl aber ein deutliches und nicht zu langsames Sprechen erforderlich." Es folgte eine schrittweise Anweisung, was genau zu tun ist, wenn "Theilnehmer A mit Theilnehmer B" zu sprechen wünscht und die Damen von der Vermittlung sich melden: "Hier Amt, was beliebt?"

Zunächst sind es Banken, Fabriken und Geschäfte, die sich die "Fernsprecheinrichtung" leisten, doch schon bald entdecken auch Privatleute die Vorteile. Sieben Jahre nach Erscheinen des ersten Telefonbuchs gibt es in Berlin mehr Telefonanschlüsse als in jeder Stadt der Vereinigten Staaten, schreibt die Historikerin Gerhild Komander in dem Buch "1881 Berlins erstes Telefonbuch". So mancher, der damals eingetragen war, findet sich auch im heutigen Verzeichnis wieder, zum Beispiel das Abgeordnetenhaus (statt 95 hat es die Rufnummer 23 250) und das Edel-Restaurant Borchardt (statt 69 hat es die Nummer 81 88 62 62).
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts legt die Kaiserliche Oberpostdirektion die Grundlage für das Telefonbuchgeschäft, wie es heute betrieben wird. Die Behörde gibt das Telefonbuch mit einem privaten Verleger heraus, dem Berliner Julius Springer.

Heute teilen sich die Telekom und 38 regionale Verlage die Arbeit. Der Konzern liefert die Daten und kümmert sich um die Marken, die Verleger verkaufen Werbung für den Bestseller, geben ihn in Druck und sorgen für die Auslieferung. Ein gutes Geschäft für beide Seiten. Das gilt nicht nur für das klassische Telefonbuch mit Einträgen für mehrere Gemeinden oder Städte, sondern auch für die kleinere Ausgabe "Das Örtliche" und das Branchenbuch "Gelbe Seiten". So profitabel, dass die Verleger es gern in Eigenregie machen möchten.

2003 war es fast so weit, als die Telekom ihre Telefonbuch-Tochter DeTeMedien auf die Verkaufsliste setzte, um ihren Schuldenberg zu senken. Ein Kaufpreis von bis zu einer Milliarde Euro war im Gespräch für das Unternehmen, das jährlich mehr als 300 Millionen Euro umsetzt und operativ einen Gewinn von etwa 100 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Geschäft kam nicht zu Stande – weil die Verleger die Kaufsumme offenbar nicht stemmen konnten und die Telekom andere Konzernteile verkaufte und so ihre Schulden senkte.

Dass es das Telefonbuch bis heute gibt, haben selbst die Macher nicht erwartet: "Als ich Ende der 80er-Jahre im Verlagsgeschäft angefangen habe, hat mein Verleger gesagt, in zehn Jahren gibt es kein Telefonbuch mehr", erzählt Gerhard Kinzl, heute Chef der Telefonbuch-Servicegesellschaft, die zur Telekom gehört. Tatsächlich ist das gedruckte Verzeichnis bis heute beliebter als die elektronische Version, acht von zehn Deutschen nutzen es, hat das Marktforschungsinstitut Ipsos herausgefunden, während nur 21 Prozent der Befragten zu Online-Verzeichnissen greifen. "In Privathaushalten dominiert das Telefonbuch, in Unternehmen die Online-Anwendung", sagt Telekom-Manager Kinzl. Allerdings wächst die Online-Konkurrenz. Die Telefonbuch-Verlage lässt das noch kalt: "Im Internetzeitalter erscheinen wir vielleicht auch närrisch, dass wir dieses Geschäft betreiben", erzählt ein Verleger, "aber das Anzeigengeschäft läuft und läuft."

So rosig sieht er die Zukunft aber nicht, wie Experten sie zum 50. Geburtstag des Telefonbuchs prognostizierten. Die Deutsche Verkehrszeitung schrieb 1931: "Wir spüren es deutlich, dass die Entwicklung nicht abgeschlossen ist. So können wir für das deutsche Fernsprechwesen einen großen Aufstieg erhoffen."

„Berliner Zeitung“, 10. April 2006: Das Buch der Narren, von Anne Vorbringer

Gerade mal 48 Teilnehmer zählte das Berliner Telefonnetz, als es am 1. April 1881 in Betrieb genommen wurde. Entsprechend schmal war auch das erste Telefonbuch, das zwei Monate später erschien. Nur 185 Teilnehmer waren darin eingetragen (zum Vergleich: heute gibt es mehr als zwei Millionen Anschlüsse in der Stadt). Von den Berlinern wurde es deshalb belächelt und als "Buch der Narren" bezeichnet. Das Merken von Nummern war damals leicht, denn sie waren maximal dreistellig.

Zum 125. Jahrestag des Berliner Fernsprechnetzes wurde das erste Buch jetzt neu aufgelegt. In dem Nachdruck werden nicht nur alle "bei der Berliner Fernsprecheinrichtung Betheiligten" vorgestellt, sondern es wird auch die Geschichte der Berliner Telefonie erzählt. Fast ein Drittel der Anschlüsse gehörten Banken. Auch Börse (Telefonnummer 1), Reichstag (390) und Polizeipräsidium (45) waren angeschlossen. Die anderen Nummern gingen meist an Kaufleute, Fabrikanten, Verlage und Hotels. Kein Wunder, denn Telefonieren war nur etwas für gut Betuchte: Die Jahresgebühr für die Apparate schlug mit 200 Mark zu Buche. Dafür fielen aber keine Gebühren an, weil man die vertelefonierte Zeit nicht zählen konnte.

In der Bibliothek des Museums für Kommunikation in der Leipziger Straße kann man sich das Telefonbuch sogar im Original ansehen. Es war nicht nur Berlins, sondern auch Deutschlands erstes Telefonbuch.
Berlins erstes Telefonbuch 1881. 144 Seiten. Berlin Story Verlag. 14,95 Euro.

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Sven Felix Kellerhoff schrieb am 3. April 2006 in der "Berliner Morgenpost"
Ruf doch mal an in Berlin!

Vor 125 Jahren wurde in der Hauptstadt das erste Telefonnetz geschaltet - 187 Teilnehmer im Verzeichnis

Wer will schon mit Verwandten und Geschäftspartnern sprechen, die Hunderte Meter oder Dutzende Kilometer entfernt sind? Wer ist schon bereit, dafür Geld auszugeben? So absurd diese Frage heute klingt, im Zeitalter von Handys und Internet-Telefonie, so brisant war sie vor 125 Jahren: Am 1. April 1881 ging das erste öffentliche Fernsprechnetz Berlins (und damit Deutschlands) offiziell in Dienst. Zunächst bot das Netz Kapazität genug für 400 Anschlüsse, doch nur 187 Teilnehmer verzeichnete das erste Berliner Telefonbuch, das Mitte Juli 1881 erschien. Mehr Interessenten hatten sich im ersten Anlauf nicht gefunden für den offiziell "Fernsprecher" genannten neuen Service der Reichspost, obwohl Berlin damals schon mehr als eine Millionen Einwohner hatte und nach Paris die zweitgrößte Stadt des europäischen Kontinents war.

Der Berlin-Story Verlag des rührigen Buchhändlers Wieland Giebel legt jetzt das komplette erste Telefonbuch als Nachdruck vor, ergänzt um eine Geschichte des Berliner Fernsprechnetzes und eine Vorstellung aller 187 Startteilnehmer. Die Historikerin Gerhild Komander hat das schmale Heft ausgewertet und daraus ein kleines aber feines, sehr lesenswertes und reich bebildertes Büchlein gemacht.
Daß überhaupt schon 1881 das erste Telefonnetz in Betrieb gehen konnte, verdankte sich Reichskanzler Otto von Bismarck und vor allem Reichspostmeister Heinrich Stephan.

1877 hatte der Chef sämtlicher staatlicher Kommunikationsmittel einschließlich des weit ausgebauten Telegraphennetzes in einer US-Zeitschrift zum ersten Mal von Graham Bells "Telefonie-Apparaten" gelesen. Sofort bestellte sich Stephan zwei Exemplare. Ausprobiert wurde das neue System zuerst im Generalpostamt und bald zwischen Berlin und der Stadt Brandenburg (Havel). Auch über größere Entfernungen also funktioniert die "Sprechverbindung in Echtzeit", wie die Herausgeberin das Prinzip des Telefons treffend umschreibt. Der nächste Schritt war der Einbau von Fernsprechern in großen Telegrafenämtern. Das erste so ausgestattete Amt lag im heutigen Bezirk Lichtenberg; 1878 zählte Stephan bereits 1126 derartige Stationen.
Aber auch das Interesse von Privatleuten an der neuen Technik wuchs rasant: Schon 1888 gab es in Berlin mehr Telefonanschlüsse als in jeder Stadt der USA. Im Jahr 1900 zählte die Reichspost bereits 130 000 Telefone und 1940 genau 663 665 Anschlüsse.
Heute zählt die Hauptstadt mehrere Millionen Festnetz- und Mobilfunkkunden. Alles Narren?
Gerhild Komander: Das erste Berliner Telefonbuch 1881. Berlin-Story Verlag 2006. 144 Seiten, 14,95 Euro


„Tagesspiegel“, 1. April 2006
Vermittlungsversuche mit 48 Teilnehmern
Heute vor 125 Jahren begann der offizielle Telefonbetrieb in Berlin
von Lothar Heinke

Wurde die Sensation als Aprilscherz abgetan? Als Spinnerei? Jedenfalls waren nur ganz wenige Leute dabei, als heute vor 125 Jahren, am 1. April 1881, in Berlin zum ersten Mal und ganz offiziell ein Telefon klingelte, jemand den Hörer abnahm und „Hallo?“ sagte. In der neuen Berliner Stadtfernsprecheinrichtung war die Verbindung hergestellt und zusammengestöpselt worden, bald sollten die „Frolleins vom Amt“ einen legendären Ruf als Mittler zwischen den Herzen bekommen. 1881 aber, ganz am Anfang, gibt Generalpostmeister Heinrich von Stephan persönlich das Startsignal: Der Mann hat Jahre zuvor sofort Feuer gefangen, als er von Alexander Graham Bells Erfindung des Telefonapparates erfährt, Reichskanzler Otto von Bismarck ist begeistert, und Werner von Siemens träumt davon, „jedem Berliner Bürger wo möglich ein Telephon zu jedem anderen zur Disposition zu stellen“.

Nun also geht es los. 48 Teilnehmer sind im öffentlichen Netz, Emil Rathenau, der spätere Gründer der AEG, hat mit Mühe die ersten Nutzer angeworben. „ Im Juli 1881 erschien das erste Berliner Telefonbuch mit 185 Einträgen, von den Berlinern belächelt und als ,Buch der Narren’ betitelt. Aber schon sieben Jahre später gab es in Berlin mehr Telefonanschlüsse als in jeder Stadt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ein Siegeszug ohnegleichen!“, schreibt die Historikerin Gerhild Komander im Vorwort zu einer Neuauflage des ersten Berliner Telefonbuchs von 1881, das zum Jubiläum im Berlin Story Verlag erschienen ist und heute um 15 Uhr im Museum für Kommunikation in der Leipziger Straße vorgestellt wird.

Fast ein Drittel der Anschlüsse hatten die Bankhäuser, hinzu kamen Börse (da musste man nur die 1 wählen), Reichstag, Reichsdruckerei, Polizeipräsidium, Abgeordnetenhaus, Gerichte, bedeutende Kaufleute und Fabrikanten, Verlage und das Central-Hotel mit dem „Wintergarten“ in der Friedrichstraße. Ende 1881 galt es schon als schick, in diesem närrischen Buch verzeichnet zu sein, schreibt die Autorin; ein Eintrag und die Apparate kosteten so viel wie fünf Übernachtungen mit Service und Licht im Central-Hotel, die Jahresgebühr betrug 200 Mark. Das konnten sich nur die Besserverdienenden leisten. Das Buch stellt die ersten „bei der Berliner Fernsprecheinrichtung Betheiligten“ vor, es vermittelt Lokalkolorit und Wirtschaftsgeschichte einer Stadt im Aufbruch. Im Jahre 1898 ist die Zahl der privaten Fernsprechteilnehmer auf 34 500 gewachsen, 1900 bimmelt es schon bei 130 000 Berlinern, und heutzutage haben 98 Prozent aller Haushalte ihr Telefon – das sind also über zwei Millionen Anschlüsse.

Das Central-Hotel in Mitte war unter der Telefonnummer 38 zu erreichen, Schering („Chemische Fabrik auf Actien“) in der Fennstraße 11/12 hatte die 40. Wer die 69 wählte, bekam die Delikatess- und Weingroßhandlung Borchardt in der Französischen Straße 48 – wo man heute an die Erfolge des Namenspatrons August Friedrich Wilhelm B., der 1853 sein Geschäft mit „Versandküche“ eröffnet hatte, anknüpft: 200 Angestellte sorgten dort für das Wohl der Gäste, und die Prominenten kamen auch schon, Theodor Fontane etwa oder der Diplomat Friedrich von Holstein, für den der Koch das Holsteiner Schnitzel kreierte. 1878, als der Berliner Kongress einen Monat lang tagte, zeigte sich Borchardts Catering in Hochform und versorgte die Exzellenzen von früh bis spät.

Da hatte man längst begriffen, wie das mit der Sprechmuschel und dem Hörer funktioniert. Am Anfang aber gab es eine Gebrauchsanweisung für die Benutzung der Fernsprechvermittlung von acht Uhr Morgens bis 11 Uhr abends: „Zu einer guten Verständigung ist kein sehr lautes, wohl aber ein deutliches und nicht zu langsames Sprechen erforderlich“. Und was muss ich als „Theilnehmer B“ tun, wenn mich „Theilnehmer A“ anklingelt? „Sobald der Wecker ertönt, hebt B den Fernsprecher vom Haken, hält ihn gegen das Ohr und meldet: ,Hier B., wer dort?’ Hierauf nennt A. seinen Namen und beginnt die Unterhaltung.“
 

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inforadio, am 1. April 2006
Das Buch der 99 Narren

Bleiben wir im 19. Jahrhundert und blicken auf Berlin. Heute vor 125 Jahren wurde der öffentliche Fernsprechverkehr in der Hauptstadt freigeschaltet. In der Vermittlung saßen keineswegs Fräuleins vom Amt, sondern ausschließlich Männer, denn erst 1890 ließ die Sondergenehmigung das weibliche Geschlecht zu - weil sie freundlicher, von der Stimme angenehmer, aber auch billiger waren. Telefoniert werden durfte nur zwischen 8 Uhr morgens und 11 Uhr abends. Und nach jedem Satz, den man sprach sollte man, wie es einer zeitgenössischen Gebrauchsanweisung zu entnehmen ist, "Bitte Antwort" oder "Schluss" sagen.

Hallo, jenes Kunstwort, das Abraham Graham Bell zugeschrieben wird, war noch nicht in den deutschen Telephonie-Wortschatz eingedrungen. Berlin war übrigens sehr rasch bei der Einführung der neuen Technik. Die schlechtere Version war von Abraham Graham Bell am 14. Februar 1876 zum Patent angemeldet worden, die wesentlich brauchbarere Erfindung des Elisha Gray, den keiner mehr kennt, kam um zwei Stunden zu spät an. Da gerade das Deutsche Reich unter Bismarck ein großes Interesse an der neuen Technologie hatte, gerade nach dem 1870/71er Krieg gegen Frankreich die Telegraphieleitungen ausgebaut wurden, griff man in Berlin sofort zu.

Nun hat rechtzeitig zum 125sten Jahrestages der Eröffnung des Berliner Telefonnetzes der Berlin Story Verlag das erste Telefonbuch von damals neu herausgegeben. Verleger Wieland Giebel: "Die Kommentierung hatte ich mir so vorgestellt, dass zu jedem Eintrag jeweils ein Kommentar kommt, wer das ist, warum der Telefon hat, was wir darüber heute noch wissen. Das geht aber gar nicht, weil man nicht alle wieder finden kann, aber wir haben das zusammengefasst zu Gruppen und eine Historikerin hat lange recherchiert über die ersten Telefonteilnehmer in Berlin. 

Im ersten Telefonbuch Berlins waren 148 Teilnehmer, es waren aber anfangs nur 99, die zur Zeit als das Telefon freigeschaltet wurde, teilgenommen haben und deswegen hieß das Buch im Volksmund: Das Buch der 99 Narren."
In den Anmerkungen von Gerhild Komander finden sich Banken- und Firmenportraits, Aufzeichnungen über die Weingroßhandlung Borchardt (die damals bereits eine Versandküche - also Catering anbot), über den durch Fontane berühmt gewordenen Unternehmer Ravené, dem seine Frau davongelaufen war, über eine GFerstenhandlung mitten in der Stadt nahe der Börse - daran lässt sich beispielsweise die Ernährungskrise Mitte der 1870er Jahre ablesen. Der sprunghafte Anstieg der Bevölkerung in Deutschland zwang zum Getreideimport - und die Getreideunternehmen an die Börse. 1881. Berlins erstes Telefonbuch, kommentiert von Gerhild Komander, gerade im Berlin Story Verlag erschienen.
Am 1. April vor 125 Jahren wurde das Telefonnetz freigeschaltet - für 99 Narren in einer Stadt von offiziell 1 Million 22 385 Einwohnern.  

„Märkische Allgemeine Zeitung“, 1. April 2006
Vermittlung durch das "Fräulein vom Amt"
Heute vor 125 Jahren griffen in Berlin die ersten 48 Teilnehmer zum Telefonhörer
von Helmut Caspar

BERLIN Telefonieren gehört heute zum Alltag. Vor 125 Jahren war das eine ausgesprochen exklusive Angelegenheit. Denn als am 1. April 1881 in Berlin als erster Stadt im damaligen deutschen Kaiserreich das Telefonzeitalter eröffnet wurde, gab es gerade einmal 48 Teilnehmer. Die kleine Gemeinde war anfangs per Draht miteinander verbunden. Da die ersten Telefonapparate noch keine Wählscheibe besaßen, mussten die Verbindungen vom "Fräulein vom Amt" per Hand gestöpselt werden. Bald schon konnte man selber wählen, doch war der manuelle Service bei Fernverbindungen lange Zeit unumgänglich.

Wie das Telefonieren langsam den Kinderschuhen entwuchs und welche seltsam anmutenden Apparate anfangs im Einsatz waren, wird im Museum für Kommunikation an der Leipziger Straße in Berlin demonstriert. Die Sammlung war vom damaligen kaiserlichen Generalpostmeister Heinrich von Stephan (1831-1897) gegründet worden, auf den neben der Einführung der Telefonie auch die Erfindung der "Correspondenzkarte", also der Postkarte, und anderer Novitäten zurückgehen.

Wie ein Blick in die Chronik zeigt, hatte das neue Medium einige Anlaufprobleme. Unter den ersten Fernsprechteilnehmern befanden sich kaum Privatleute und auch die Behörden rissen sich nicht gerade darum, miteinander per Fernsprecher zu kommunizieren. Wenn Nachrichten schnell und sicher verschickt werden mussten, tat man das durch Boten oder per Post, die vor 125 Jahren noch mehrmals am Tag ausgetragen wurde. Hilfe kam auch von der Rohrpost, die im wahrsten Sinne des Wortes in Windeseile Briefe und andere Sendungen beförderte. Auch ihre Einführung am 1. Dezember 1876 geht auf eine Initiative von Heinrich von Stephan zurück.

Zeigten Privatpersonen und Ämter beim Telefonieren anfangs noch Zurückhaltung, so griffen Zeitungen, Banken und große Unternehmen begeistert zum Telefonhörer. Die Vorteile sprachen sich schnell herum, und so wich die anfängliche Skepsis einer regelrechten Telefon-Euphorie. Berlin hatte 1895 mit rund 21 000 Sprechstellen das weiteste und beste deutsche Fernsprechnetz, Jährlich kamen immerhin bereits 103 Millionen Verbindungen zustande.

Das erste Berliner Telefonbuch war eine dünne Broschüre mit Nummern und Adressen sowie einer Gebrauchsanweisung. Danach konnte man von morgens acht Uhr bis nachts um 23 Uhr telefonieren. Geraten wurde, nicht sehr laut, dafür aber umso deutlicher und langsamer zu sprechen, damit bei der Gegenstelle alles gut zu verstehen war.
Das Museum für Kommunikation ist dienstags bis freitags von neun bis 17 Uhr und am Wochenende von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet drei, ermäßigt 1,50 Euro.

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BVG_plus Kundenmagazin plus_04 vom April 2006 von Bernd Wegner
Da wurde Sie geholfen
Telefonieren anno 1881: Im „Call Center" arbeitete noch das „Fräulein vom Amt"

Wer etwas über Busse und Bahnen wissen möchte, wählt die 19 44 9 - der direkte Draht zur BVG. Unser Ur-Ur-Ur-Vorfahre, die Große Berliner Pferdebahn-Actien-Geselischaft, hatte kurioserweise vor etwa 120 Jahren eine ähnliche Apparatnummer: Die 44! Dies entdeckten wir in einem Nachdruck des ersten Berliner Telefonbuches von 1881, das jetzt im Verlag Berlin Story erschienen ist.

Das Blättern darin lohnt allemal, gerade im Zeitalter von Telefonauskunft und Internet. Wir erfahren nicht nur, dass fast ein Drittel der Anschlüsse die Bankhäuser innehatten, 1890 die Postverwaltung erstmals Frauen zur Bedienung der Fernsprechapparate zuließ (das Fräulein vom Amt war geboren) und warum das Telefon bei uns nicht Telefon, sondern Fernsprecher hieß. Das Telefonbuch erzählt auch Stadtgeschichte: 1881 beginnt der Neubau der Jannowitzbrücke, ...der Zentral-Vieh- und Schlachthof in der Landsberger Allee öffnet … und natürlich: Werner von Siemens eröffnet in Lichterfelde die erste elektrische Straßenbahn der Welt. „Frau Karohl (über die sonst nichts bekannt ist) hat ganz andere Sorgen. Sie inseriert in der Abendausgabe des ,Tageblatts': ,Die gegen Martha Fechner ausgesprochene Beleidigung nehme ich zurück. Frau Karohl.", ist in dem Buch von Gerhild H. M. Komander zu lesen.

Das deutsche Telefon haben wir übrigens Reichskanzler Otto von Bismarck zu verdanken. Nun hat Bismarck das Telefon weder erfunden noch gebaut. Er hat dafür bloß energisch die politischen und wirtschaftlichen Weichen gestellt. Obwohl seine Reichskanzlei übrigens gar keinen Telefonanschluss besaß. Dafür sollten wir dem „alten Otto" danken, denn mal ehrlich: Können Sie sich vorstellen, ohne Telefon das Haus zu verlassen oder gar den ganzen Tag über kein einziges Telefongespräch zu führen? Kaum.


punkt-luebeck.de, 1. April 2006, von Simone Demski
Am Anfang waren 48 Anschlüsse
Vor 125 Jahren wurde in Berlin das erste Telefonnetz eingerichtet

Vor genau 125 Jahren, am 1. April 1881, wurde das Berliner Telefonnetz der Öffentlichkeit übergeben. Grundlage waren 185 Telefonanschlüsse von 48 Teilnehmern, die im ersten Telefonbuch von Berlin verzeichnet waren. Außerdem gab es neun öffentliche Telefonzellen. Die Berliner Bevölkerung stand den Anfängen der Fernsprechtechnologie weitgehend kritisch gegenüber und betitelte das erste Telefonbuch ihrer Stadt als „Buch der 99 Narren“. Aber Banken, Börsen und Brauereien hatten das Potenzial der neuen Kommunikationsform erkannt und gehörten zu den ersten Nutzern. Das Misstrauen der Berliner schließlich war nicht von Dauer: Kaum sieben Jahre sollten vergehen, bis es in Berlin mehr Anschlüsse gab als in jeder Stadt der USA.

In Hamburg setzt sich das neue Medium kurze Zeit später durch: Am 16. April wird hier das erste Telefonnetz in Betrieb genommen. Vom Beispiel Berlins beflügelt, lassen sich von vornherein bereits 206 Teilnehmer ins Telefonverzeichnis eintragen. Zu den frühen Vorläufern des Telefons gehört der Morsetelegraph des US-Amerikaners Samuel Finley aus dem Jahre 1837. Allerdings sollte es bis zum Jahr 1876 dauern, bis Sir Graham Bell das Prinzip ausreichend weiterentwickelt hatte, um es in Boston (Massachusetts) erstmals zur praktischen Anwendung zu bringen. In Berlin bewährten sich Geräte dieser Art 1877 unter Leitung von Generalpostmeister von Stephan und Generaltelegraphendirektor Budde in zahlreichen Übertragungsversuchen, zuletzt über eine Entfernung von 61 Kilometern. Die Übertragung von Sprache über noch größere Distanzen wurde schließlich mit der Erfindung des Kohlemikrophons 1878 durch David Edward Hughes und eine Verbesserung des Hörers durch Werner von Siemens ermöglicht.

Mit der Geschichte des ersten Berliner Telefonbuchs in der Gründerzeit hat sich die Historikerin Gerhild H. M. Komander in ihrem Buch „Das erste Berlinertelefonbuch von 1881“ eingehend beschäftigt. Ein Nachdruck des Originals ist inklusive.
Erschienen im Berlin Story Verlag ISBN 3-929829-33-9.

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buch.archinform.net, April 2006

Ohne weitere Erläuterung hat der Medien- und Architekturinformationsdienst archiinform Berlins erstes Telefonbuch 1881 in die Datenbank seiner preisgekrönten Website aufgenommen.

Scheinschlag Heft 3, 2006

Das erste Berliner Telefonbuch erschien 1881 und galt damals gemeinhin als das "Buch der 99 Narren", weil man das Telefon seinerzeit für überflüssig, wenn nicht gar gefährlich hielt. Ganze 185 Narren umfaßte das großartige Nachschlagewerk. 185 Fernsprechteilnehmer, die sich gegenseitig ihre aktuellsten Narreteien in die Ohren bliesen. Nunmehr hat der Berlin-Story-Verlag das erste Telefonbuch neu aufgelegt und stellt den Reprint am 1.April im Museum für Kommunikation vor, woraus dann wohl auch daraus vorgelesen wird. Von vorne bis hinten. Damit wir wissen, welche Komiker damals miteinander schwätzten.
buch.de, April 2006

1881 erschien das erste Telefonbuch mit 185 Einträgen, von der Berliner Bevölkerung belächelt und als "Buch der Narren" betitelt. Sieben Jahre später gab es in Berlin mehr Telefonanschlüsse als in jeder Stadt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ein Siegeszug ohnegleichen. Am 1. April 1881 wurde das Telefonnetz der Öffentlichkeit übergeben. Vor genau 125 Jahren. Dr. Gerhild Komander, istorikerin und Kunsthistorikerin, kommentiert ausführlich, wie es zum Siegeszug des Telefons in Berlin kam, werdie ersten Telefonteilnehmer waren und was man heute noch sehen kann.

1876 hatte Alexander Graham Bell den ersten voll funktionsfähigen Telefonapparat gebaut. Heinrich von Stephan, Generalpostmeister des Deutschen Reiches, erfuhr 1877 davon, las die Beschreibung in deer "Scientific American" vom 6. Oktober des Jahres, bestellte postwendend ein Exemplar. Am 24. Oktober überreichte ihm Henry C. Fisher, Chef des Londoner Haupttelegraphenamtes, zwei Bell- apparate - bevor der Brief von Stephans New York erreichte. Am 5. November stand die erste regelmäßige Fernsprechleitung zwischen der Leipziger und der Französischen Straße: zwischen den Amtszimmern des Generalpostmeisters und des Direktors des Generaltelegraphenamtes.

Reichskanzler Otto von Bismarck stimmte sofort zu. Franz Carl Guillaume befaßte sich mit der schwierigen Konstruktion von Telefonkabeln. Werner Siemens träumte davon, "jedem Berliner Bürger wo möglich ein Telephon zu jedem anderen zu Disposition zu stellen" und fing zu bauen an ... Emil Rathenau von der Edison-Gesellschaft (AEG) und Bankier Gerson Bleichröder wünschten sich 1881 private Fernsprechnetze. Aber Heinrich von Stephan erklärte das Fernsprechwesen zum Staatsmonopol.

1881 erschien das erste Telefonbuch mit 185 Einträgen, von der Berliner Bevölkerung belächelt und als "Buch der Narren" betitelt. Sieben Jahre später gab es in Berlin mehr Telefonanschlüsse als in jeder Stadt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ein Siegeszug ohnegleichen. Am 1. April 1881 wurde das Telefonnetz der Öffentlichkeit übergeben. Vor genau 125 Jahren. Dr. Gerhild Komander, istorikerin und Kunsthistorikerin, kommentiert ausführlich, wie es zum Siegeszug des Telefons in Berlin kam, werdie ersten Telefonteilnehmer waren und was man heute noch sehen kann.

1876 hatte Alexander Graham Bell den ersten voll funktionsfähigen Telefonapparat gebaut. Heinrich von Stephan, Generalpostmeister des Deutschen Reiches, erfuhr 1877 davon, las die Beschreibung in deer "Scientific American" vom 6. Oktober des Jahres, bestellte postwendend ein Exemplar. Am 24. Oktober überreichte ihm Henry C. Fisher, Chef des Londoner Haupttelegraphenamtes, zwei Bell- apparate - bevor der Brief von Stephans New York erreichte. Am 5. November stand die erste regelmäßige Fernsprechleitung zwischen der Leipziger und der Französischen Straße: zwischen den Amtszimmern des Generalpostmeisters und des Direktors des Generaltelegraphenamtes.

Reichskanzler Otto von Bismarck stimmte sofort zu. Franz Carl Guillaume befaßte sich mit der schwierigen Konstruktion von Telefonkabeln. Werner Siemens träumte davon, "jedem Berliner Bürger wo möglich ein Telephon zu jedem anderen zu Disposition zu stellen" und fing zu bauen an ... Emil Rathenau von der Edison-Gesellschaft (AEG) und Bankier Gerson Bleichröder wünschten sich 1881 private Fernsprechnetze. Aber Heinrich von Stephan erklärte das Fernsprechwesen zum Staatsmonopol.

„Berliner Woche“, 29. März 2006
Das Fräulein vom Amt verbindet die Berliner, von Helmut Caspar

Vor 125 Jahren startete das Telefonnetz
Mitte. Telefonieren gehöre heute zum Alltag wie Radiohören und Fernsehgucken. Vor 125 Jahren indes war das eine ausgesprochen exklusive Angelegenheit. Denn als am 1. April 1881 in Berlin als erster Stadt im damaligen deutschen Kaiserreich das Telefonzeitalter eröffnet wurde, gab es gerade mal 48 Teilnehmer. Die kleine Telefongemeinde war anfangs per Draht miteinander verbunden. Da die ersten Telefonapparate noch keine Wahlscheibe besaßen, mußten die Verbindungen vom „Fräulein vom Amt" per Hand gestöpselt werden. Bald schon konnte man selber wählen, doch war der manuelle Service lange Zeit bei Fernverbindungen unumgänglich.

Wie das Telefonieren langsam den Kinderschuhen entwuchs und welche urtümlich anmutenden Apparate anfangs im Einsatz waren, wird im Museum für Kommunikation an der Leipziger Straße (Mitte) demonstriert.
Wie ein Blick in die Berlin-Chronik zeigt, hatte das neue Medium einige Anlaufprobleme. Unter den ersten Fernsprechteilnehmern befanden sich kaum Privatleute, und auch die Behörden rissen sich nicht gerade darum, miteinander per Fernsprecher zu kommunizieren. Wenn Nachrichten schnell und sicher verschickt werden mußten, tat man das durch Boten oder per Post, die vor 125 Jahren noch mehrmals am Tag ausgetragen wurde.

Zeigten Privatpersonen und Ämter beim Telefonieren anfangs noch Zurückhaltung, so griffen Zeitungen, Banken und große Unternehmen begeistert zum Telefonhörer. Die Vorteile des neuen Mediums sprachen sich schnell herum, und so wich die anfängliche Skepsis einer regelrechten Telefon-Euphorie. In einem Berlin-Buch aus dem Jahr 1895 wird festgestellt, daß Berlin das weiteste und beste Fernsprechnetz besitzt, „denn mit ihren Vororten verfügt unsere Stadt über etwa 21 000 Sprechstellen, unter denen im letzten Jahr über 103 Millionen Verbindungen stattfanden, an jedem Tage also durchschnittlich 326 500“.

Museum für Kommunikation, Leipziger Straße 16; Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9-17 Uhr, Sa/So und Feiertag 11-19 Uhr. Eintritt drei, ermäßigt 1,50 Euro.

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Telekom online berichtete am 23. März 2006 über Das „Buch der Narren“

Vor genau 125 Jahren konnten die ersten Berliner telefonieren. Das Museum für Post und Kommunikation präsentiert die Anfänge der öffentlichen Kommunikation mit einer Buchvorstellung und Sonderführungen.

23.03.2006 / Genau am 1. April 1881 wurde das Telefonnetz in der Hauptstadt der Öffentlichkeit übergeben. Wenige Monate später erschien das erste Telefonbuch. Wer wollte unbedingt sofort einen Telefonanschluss? Wo standen die ersten öffentlichen Telefonzellen? Warum erkannten Börse, Banken und Brauereien als erste Branchen die neuen Möglichkeiten des Telefons?

Fragen, denen die Historikerin Gerhild H. M. Komander in ihrem Buch "Das erste Berliner Telefonbuch 1881" nachgegangen ist. In einer Buchvorstellung präsentiert das Berliner Museum für Kommunikation am 1. April erstmals den Neudruck und veranstaltet zudem eine kostenlose Sonderführung, in der anschaulich Erfindung und Einführung des Telefons gezeigt wird.

Informationen zum Nachdruck:
"Das erste Berliner Telefonbuch 1881"
Herausgeberin Dr. Gerhild H. M. Komander
Nachdruck des Originals aus dem Jahr 1881
Berlin Story Verlag
ISBN 3-929829-33-9
144 Seiten
14,95 Euro
Lieferbar ab 1. April 2006  

Museum für Kommunikation - Pressemitteilung Nr. 15 / Berlin, den 15. März 2006
125 Jahre Telefon in Berlin. Eine Erfindung für Narren?
Zum Jubiläum des Berliner Telefonnetzes präsentiert der Berlin-Story Verlag
den Neudruck des ersten Telefonbuchs der Stadt von 1881
von  Susanne Kiewitz

Am 1. April 1881 ging das erste Berliner Telefonnetz mit 48 Teilnehmern in Betrieb. Zwei Monate später erschien das erste Telefonbuch mit den Namen aller Nutzer, deren Zahl inzwischen um das Dreifache angewachsen war. Zum 125. Jahrestag der Inbetriebnahme des Berliner Telefonnetzes hat der Berlin Story-Verlag das erste Telefonbuch neu aufgelegt. Der Verlag stellt den Neudruck am 1. April, um 15.00 Uhr im Museum für Kommunikation der Öffentlichkeit vor. Die anschließende Sonderführung durch das Museum informiert über die Erfindung und Einführung des Telefons.

Bereits 1877 hatte der Chef des deutschen Postwesens, Generalpostmeister Heinrich von Stephan, das erste Telefonat mit dem neuen, von dem Schotten Alexander Graham Bell konstruierten Telefonapparat geführt. Stephan warb seitdem gezielt für das neue Kommunikationsmedium. Die Einführung des Telefons erwies sich jedoch als schwierig, da die meisten Berliner das neue Gerät für überflüssig oder gefährlich hielten. Am 12. Januar 1881 installierte Stephan in Berlin einen Testbetrieb mit acht Sprechstellen, am 1. April ging das erste öffentliche Netz mit 48 Teilnehmern in Betrieb. Die Nutzer waren durch den Industriellen Emil Rathenau – der spätere Gründer der AEG – mühsam angeworben worden.

Im Juli 1881 erschien das erste Telefonbuch und verzeichnete 185 Fernsprechteilnehmer, darunter Banken, Zeitungen, Betriebe und Behörden sowie ein Hotel. Im Volksmund wurde das Verzeichnis als das „Buch der 99 Narren“ bekannt. Heute ist es ein Spiegel des Wirtschaftslebens der Gründerzeit und ein Gradmesser für die Innovationsfreudigkeit der Berliner Unternehmer. Die Etablierung des neuen Mediums Telefon durch sie war ein Schritt auf dem Weg zur modernen Kommunikationsgesellschaft. Die Neuauflage enthält neben dem Reprint des Teilnehmerverzeichnisses eine historische Darstellung. In ihm beleuchtet die Herausgeberin Gerhild H. M. Komander die Pionierjahre des Telefons und wirft einen genauen Blick auf seine ersten Nutzer, auf die Geschichte ihrer Unternehmen und deren Bedeutung im politischen und wirtschaftlichen Leben der Stadt. Bei der Präsentation wird die Autorin über ihre Recherchearbeit und deren Ergebnisse berichten.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
http://www.berliner-telefonbuch-1881.de/.

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... über mich

„Berliner Abendblatt“, Ausgabe Wedding – 1. Februar 2006 von Gertrud Völlering

Menschen im Kiez
Gerhild Komander (47) stammt aus Kiel, lebt seit 1990 in Berlin und hat in dieser Stadt als promovierte Kunsthistorikerin, Historikerin und Germanistin unzählige interessante Seiten entdeckt. Sie arbeitet als Wissenschaftlerin und Redakteurin, wobei ihr gelegentlich sehr interessante Projekte in die Hände fallen. Derzeit arbeitet sie mit dem Berlin Story Verlag an der Neuauflage des vor 125 Jahren erschienenen Telefonbuchs, in dem sie durch ihre Kommentierung die wenigen Menschen vorstellen wird, deren Namen in diesem Telefonbuch standen.

-Berliner Abendblatt- vom 1. Februar 2006Am 1. April 2006 um 15 Uhr findet anläßlich des 125. Jahrestags des ersten Berliner Telefonbuchs eine Veranstaltung im Museum für Kommunikation statt. Gerhild Komander ist auch als Stadtführerin zu erleben. Und da viele Berliner am liebsten dort mitgehen, wo sie sich am besten auskennen, erfährt sie so immer wieder etwas Neues über die Stadt und nicht zuletzt ihren Weddinger Kiez. Im September erscheint ein Buch von ihr über die Geschichte des Wedding. Darin wird auch der Architekt Bruno Taut, der Häuser am Schillerpark gebaut hat, eine Rolle spielen: „Der ist als verantwortungsvoller und engagierter Architekt mein Favorit geworden“, sagt sie.

„Ihr Lieblingsort im Kiez? Was gefällt Ihnen dort?“
Die Panke mit dem Mühlenhaus und der Bibliothek Luisenbad in der Travemünder Straße. Das ist ein Ort am Wasser, mit ganz viel Weddinger Geschichte und einer der schönsten Bibliotheken, die es in Berlin gibt.
„Und was nicht?“
Der Straßenverkehr. Die Müllerstraße ist eine der verkehrsreichsten Straßen von Berlin mit sehr vielen rücksichtslosen Autofahrern. Nicht viel besser ist es auf der Seestraße, Osloer Straße, Pankstraße, Brunnenstraße.
„Mit wem würden Sie gern einmal zu Abend essen?“
Mit Joest Feenders, dem Webmaster der Berlin Story.
„Wenn Sie einen Tag lang Regierende Bürgermeisterin wären, würden Sie ...?“
... in die Schulen gehen und die Schülerinnen und Schüler fragen, was sie sich in dieser Stadt wünschen und wie sich selbst für ihre Wünsche engagieren würden.
„Ihr Lieblingssatz?“
Jeder Mensch hat seinen Kopf, um selbst zu denken.

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