Gerhild Komander

Frauenthemen

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150 Gertraud

Stadtführung 100 Jahre Frauenwahlrecht 2018
Auf den Spuren der Frauenrechtsbewegung in der Potsdamer Straße 

In Zusammenarbeit mit der VHS Tempelhof-Schöneberg
Sonnabend, 10. November 2018, 11 Uhr
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In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 17. November 2018, 11 Uhr

Stadtführung Rosa Luxemburg 2019
Lebensorte in Berlin
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 19. Januar 2019, 11 Uhr

Vortrag 100 Jahre Frauenwahlrecht 2019
Das Frauenwahlrecht. Der lange Weg zur Mündigkeit ...
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Dienstag, 12. Februar 2019, 15.15 Uhr

Stadtführung 100 Jahre Frauenwahlrecht 2019
Marie Juchacz und alle die anderen. Frauen im deutschen Parlament
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 23. Februar 2019, 11 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Sticken, stricken, weben, nähen in Berlin
Frauen und die Textilbranche
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 2. März 2019, 11 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Frauen im Wedding
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Freitag, 8. März 2018, 14 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Charlottenburg weiblich
Frauengeschichten zwischen Kurfürstendamm und Savignyplatz
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 9.3.2018, 11 Uhr

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Schiller Phil 150Wie sich Frauen den Zutritt zur Universität erstritten

Am 29. März 1896 dürfen erstmals in Berlin junge Frauen die Abiturprüfungen ablegen. Auf einem Gymnasium waren sie nicht. Es gab 1896 kein Gymnasium für Mädchen.

 

Eine mächtige, an die Wurzeln unserer Kultur greifende Bewegung

Der 29. März 1896 ist ein bedeutsames Datum für die deutsche Bildungsgeschichte.

Sechs junge Frauen legten am Königlichen Luisengymnasium zu Berlin ihr Abitur ab. „Es ist das erste Mal in Deutschland, daß Frauen, die in einer eigens für sie errichteten Anstalt vorbereitet waren, die Reifeprüfung für die Universität ablegten", berichtet Gertrud Bäumer zehn Jahre später.

Die jungen Frauen waren: Ethel Blume, Johanna Hutzelmann, Irma Klausner, Else von der Leyen, Margarete von der Leyen, Katharina Ziegler. Sie studierten Medizin, alte Sprachen, Mathematik. Die Medizinerinnen Irma Klausner (1874-1959) und Else von der Leyen (1874-1908) praktizierten beide nach einem Studium in Halle und Heidelberg in Berlin.

 

Kaiserin Victoria unterstützt die Frauenbewegung

Begonnen hatte die Geschichte im Jahre 1888, das oft auch als „Dreikaiserjahr" bezeichnet wird, weil in diesem Jahr Wilhelm I., sein Sohn Friedrich III. starben, und Wilhelm II. an die Regierung kam. Für die weibliche Seite der Geschichte war jedoch ein weibliches Mitglied der Kaiserfamilie von Bedeutung, Kaiserin Victoria. Denn sie unterstützte die Pläne, die Frauen den gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Wissen ermöglichen sollten. Die achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts waren nicht die besten der Frauenbewegung.

 

„Immerhin gab es kleine Kreise,
denen die Frauenfrage in anderem Lichte erschien ..."

„Immerhin gab es kleine Kreise, denen die Frauenfrage in anderem Lichte erschien als in dem einer wirtschaftlichen Mittelstandsfrage, die dem Wunsche nach Selbstentfaltung und innerer Bereicherung, der neben dem Streben nach wirtschaftlicher Versorgung in all den lautwerdenden Wünschen und Forderungen lebendig war, Verständnis und Zustimmung entgegenbrachten." Gertrud Bäumer nennt an erster Stelle das Haus des Reichstagsabgeordneten und Juristen Karl Schrader und seiner Frau, der Pädagogin und Gründerin des Berliner Pestalozzi-Fröbel-Hauses Henriette Schrader-Breymann.

 

Schulen für Mädchen gab es ja, doch sie wurden geleitet von Männern, in der Regel von reaktionären Köpfen. Die Erziehung der jungen Menschen hielt mit den Erfordernissen der Zeit nicht mit. 1887 reichte deshalb die Politikerin Helene Lange im Namen Berliner Frauen dem Kultusministerium eine Petition ein, in der sie forderte, mehr weibliche Lehrkräfte in den höheren Mädchenschulen einzustellen und eine geeignete akademische Vorbildung für diese Lehrkräfte anzubieten. Vergeblich.

Die Umgestaltung der höheren Mädchenschule – sie umfasste fünf Klassen – diskutierte Helene Lange mit Henriette Schrader-Breymann, den Ärztinnen Hedwig Heyl und Franziska Tiburtius, der Politikerin Minna Cauer und anderen. Kronprinzessin Victoria ermunterte die Frauen – noch in der Hoffnung ihr Gatte Friedrich würde bald regieren, das Konzept für eine Musteranstalt der Frauenbildung zu entwerfen.

 

Keine Chance für Frauenbildung im Kaiserreich

Die Reorganisation der staatlichen Mädchenbildung war zu diesem Zeitpunkt nicht durchsetzbar. In privatem Kreis wollten die Frauen „einen praktischen Versuch" wagen. Aufbauend auf die vollendete höher Mädchenschule sollten junge Frauen im logischen Denken geschult werden, sollte an moderne Bildungsinteressen angeknüpft werden und eine allgemeine Bildungsgrundlage für praktische Berufe und, so weit möglich, für die Universität angeboten werden. Sie gründeten die Vereinigung zur Veranstaltung von Gymnasialkursen für Frauen, der auch männliche Vertreter angehörten.

 

Als eine Veranstaltung des wissenschaftlichen Zentralvereins, der die Humboldt-Akademie begründet hatte, konnten die Realkurse für Frauen am 10. Oktober 1889 in der Aula der Charlottenschule in Anwesenheit der Kaiserinwitwe Victoria eröffnet werden. Das Ziel, die jungen Frauen auch auf ein Universitätsstudium hin auszubilden, mußte zurückgestellt werden. Eine Zulassung von Frauen zum Studium war damals einfach unwahrscheinlich. Dennoch enthielt der Stundenplan der auf vier Semester angelegten Realkurse den Lehrstoff der Gymnasien, für den die Jungen viele Jahre Zeit hatten.

 

Ein Gymnasium für Frauen

Als sich die Aussicht, daß Frauen an der einen und anderen deutschen Universität der Zutritt gestattet würde, vergrößerte, wandelte der Vorstand der Vereinigung zur Veranstaltung von Gymnasialkursen für Frauen die Realkurse in Gymnasialkurse um. Nun dehnte sich der Unterricht über acht Semester aus, umfasste die Fächer Deutsch, Lateinisch, Griechisch, Französisch, Geschichte, Geographie, Mathematik, Biologie, Physik, Religion. Bis auf das Fach Religion hatten die Studentinnen der Gymnasialkurse die Fächer in ihrer bisherigen Schullaufbahn nicht kennengelernt. Das Abitur legten die Absolventinnen als „Externe" an anderen Berliner Gymnasien ab.

Als die Städte Berlin, Charlottenburg und Schöneberg die ersten Gymnasien für Mädchen eröffnet hatten, legte das Kuratorium um Helene Lange im Herbst 1906 die Verantwortung für die Gymnasialkruse nieder. Es hatte seine Aufgabe erfüllt, sein Ziel, Pionierarbeit zu leisten, erreicht. Wie erfolgreich die Arbeit gewesen war, zeigte sich im Frühjahr 1906: Alle 35 Frauen des Jahrgangs bestanden die Reifeprüfung.

 

Frauen greifen an die Wurzeln der Kultur

Und wie ging es weiter? Das Ziel der geistigen Befreiung war erreicht. Auf dem Weg zum Universitätsstudium legten Männer den Frauen alle erdenkbaren Steine in den Weg. Die Frauen nahmen die Stein auf – und bauten eine Treppe daraus. Die Abiturientinnen von 1896 wurden in keinem deutschen Bundesstaat immatrikuliert. Griffen nicht die weiblichen Forderungen an die Wurzeln der Kultur? Man duldete sie an machen Orten zunächst bloß als Hospitantinnen. Die Frauen der ersten Abiturjahrgänge waren fast alle in ihren Hörsälen, Seminaren und Laboren die ersten und bereiteten den Boden für die Nachkommenden. Im Frühjahr 1899 beschloß der Bundesrat, Frauen zum medizinischen Studium zuzulassen.

 

Die Gleichstellung der vor 1900 in der Schweiz absolvierten Studienabschlüsse mußten die Inhaberinnen mit einer zusätzlichen Eingabe erkämpfen. Karl Schrader und sein Kollege Heinrich Rickert setzten sich noch 1899 vergeblich für die Petition einer ehemaligen Schülerin der Berliner Gymnasialkurse ein, in der sie bat, zur staatlichen Approbation zugelassen zu werden und die Immatrikulation an allen reichsdeutschen Universitäten zu gestatten.

Derselbe Bundesrat, der diese Petition ablehnte, hatte der Forderung nach der Zulassung von Frauen zum Staatsexamen stattgegeben. Die erste Universität, die positive Konsequenzen zog, war die Universität zu Heidelberg. Sie nahm im Sommersemester des Jahres 1900 erstmals Frauen als ordentliche Hörerinnen auf.

 

Gerhild H. M. Komander

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt" Dezember 2006.

 

Leseempfehlung:

Gertrud Bäumer: Geschichte der Gymnasialkurse für Frauen zu Berlin, herausgegeben vom Vorstand der Vereinigung zur Veranstaltung von Gymnasialkursen für Frauen, Berlin: W. Moeser Buchdruckerei 1906. Mit einem Porträt der 2. Vorsitzenden Helene Lange. - Die Schrift ist im Zentrum für Berlin-Studien vorhanden.

 

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Schiller Philosophie

Frauen in Berlin

6. Oktober 1928 Die Schriftstellerin Laura Marholm stirbt in Jūrmala, Lettland.
8. Oktober 1888 Die Schauspielerin Leonore Ehn kommt in Langenlois / Österreich zur Welt.
10. Oktober 1918 Elisabeth Bürstenbinder, Schriftstellerin, stirbt auf Schloss Labers bei Meran.
17. Oktober 1488 Ursula Markgräfin von Brandenburg und Herzogin zu Mecklenburg wird in Berlin geboren.
18. Oktober 1898 Lotte Lenya, Schauspielerin und Sängerin, wird in Wien geboren.
23. Oktober 1818 Maximiliane von Oriola, Salonnière, kommt in Berlin zur Welt.
25. Oktober 1918 Emma Dohme, Salonnière, stirbt in Berlin.
28. Oktober 1968 Annedore Leber, Publizistin, Verlegerin und Politikerin, stirbt in Berlin.
30. Oktober 1668 Sophie Charlotte, Königin in Preußen, kommt in Bad Iburg zur Welt.
31. Oktober 1948 Die Bildhauerin Milly Steger stirbt in Berlin.
4. November 1988 Klara Bloch, Berlins erste Taxifahrerin, Lebensretterin im Nationalsozialismus, stirbt in Berlin.
5. November 1918 Gisela Arendt, Sportlerin und Schwimmerin, kommt in Berlin zur Welt.
14. November 1618 Anna Maria Markgräfin von Brandenburg und Herzogin von Pommern stirbt in Wolli .
18. November 1878 Helene von Nostitz-Wallwitz, Schriftstellerin, kommt in Berlin zur Welt.
20. November 1928 Die Lehrerin, Biologin und Paläo-Botanikerin Elsbeth Lange wird in Frankenberg/Sachsen geboren.
22. November 1898 Die Übersetzerin Muschelkalk Ringelnatz, kommt in Rastenburg /Ostpreußen zur Welt.
24. November 1848 Die Opernsängerin Lilli Lehmann wird in Würzburg geboren.
24. November 1928 Die Physikerin Gerda Laski stirbt in Berlin.
1. Dezember 1858 Rebecka Dirichlet (geb. Mendelssohn), Brief-Schriftstellerin, stirbt in Göttingen.
2. Dezember 1878 Käthe Mende, Nationalökonomin, Soziologin kommt in Frankfurt an der Oder zur Welt.
12. Dezember 1918 Hermione von Preuschen, Malerin und Dichterin, stirbt in Lichtenrade bei Berlin.
14. Dezember 1968 Die Sängerin Margarete Frida Klose stirbt in Berlin.
22. Dezember 1868 Käthe Paulus, Fallschirmspringerin und Ballonfahrerin, wird in Zellhausen bei Offenbach geboren.
23. Dezember 1888 Christa Winsloe (Kate), Schriftstellerin, Drehbuchautorin, Dramatikerin und Bildhauerin, kommt in Darmstadt zur Welt.
27. Dezember  1888 Thea von Harbou, Schriftstellerin und Drehbuchautorin, wird in Tauperlitz bei Hof geboren.

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