Gerhild Komander

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150 Gaensebluemchen

Vortrag zur Berliner Kunstgeschichte
Heinrich Zille: Graphiker, Zeichner, Fotograf
In Zusammenarbeit mit der Urania
Mittwoch, 25.4.2018, 15.30 Uhr

Alter Matthaeus Blaetter 150

Vortrag zur Kunstgeschichte
Edward Hopper
In Zusammenarbeit mit der Galerie 100
Donnerstag, 5. Mai 2018, 19.30 Uhr

150 DSC 0012

Vortrag zur Kunstgeschichte
Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto
Zum 150. Todestag am 19. April 1768

In Zusammenarbeit mit der  VHS Potsdam
Donnerstag, 3.5.2018,
14.00 Uhr


 

 

Wer war eigentlich Viktoria Luise?

Aus der Reihe: Kaffeehaus Berlin

„Ruhe" heißt des Künstlers Entwurf. Er schreibt Berliner Geschichte. Ruhe gibt es viel auf dem Viktoria-Luise-Platz, viel Ruhe trotz vieler Menschen. Hier gibt es Väter, Männer, die am hellichten Tag auf dem Rasen liegen und ihre noch nicht fußballfähigen Kleinkinder beaufsichtigen, den tapsigen Zwergen geduldig hinterschauen – und auch laufen -, die Sandschaufeln einsammeln, Rotznasen putzen – und auch Taschentücher haben – und den Schmutz von den sturzerprobten Händchen pusten.

Männer, Frauen und Kinder, schwarz-, weiß- und braunhäutig, liegen, sitzen, gehen und radeln auf dieser Winzlings-Grünfläche mit dem klingenden Namen Viktoria-Luise-Platz, den Fritz Encke schuf und der seit dem Jahr 1900 die SchönebergerInnen erfreut. Warum es beim Sitzen auf dem Rasen in regelmäßigen Abständen so irritierend vibriert, erklärt ein kurzer Blick nach Osten in den Schatten der Eiche: U Viktoria-Luise-Platz leuchten da weiß auf blau die Buchstaben über den Treppen an der Muschelkalkbalustrade, der U-Bahnhof ist gleich nebenan.

Wer war Viktoria Luise?

Sie war die einzige Tochter des letzten deutschen Kaiserpaares, Wilhelm II. und Auguste Viktoria aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. Als sie am 13. September 1892 am Heiligensee in Potsdam, das heißt im dortigen Marmorpalais, zur Welt kam, war die kaiserliche Welt noch in Ordnung. Berlin platzte aus allen Nähten und vergrößerte sich enorm. Die Prinzessin wuchs inmitten von sechs Brüdern, schwierigen Eltern und zahllosen Erzieherinnen, Hofdamen, Offizieren auf.

Viktoria Luise heiratete den Prinzen Ernst August von Hannover, und ihre Heirat versöhnte die Hohenzollern und Welfen, wie einst die Heirat der Eltern Hohenzollern und Schleswig-Holsteiner ausgesöhnt hatte, offiziell. Nicht lange war sie Prinzessin, Herzogin, denn mit der Revolution 1918 musste die Familie das Deutsche Reich verlassen. In hohem Alter durfte sie nach Deutschland, in die Bundesrepublik zurückkehren und starb in Hannover, wo man sie im Park Herrenhausen bestattete. Ihre Enkelin Sofia zeigt als Königin von Spanien, dass man auch anders als der Vater und der Ehemann regieren kann und dann bleiben darf.

Was hätte Viktoria Luise dazu gesagt

Was hätte Viktoria Luise dazu gesagt, dass auf diesem nach Ihrer Kaiserlichen Hoheit (SKH – für Seine Kaiserliche Hoheit - steht bis heute als Titel zum Beispiel in den Ausstellungskatalogen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, wenn Leihgaben aus dem Besitz der Hohenzollern das Unternehmen zieren) benannten Platz, alle Menschen machen, was sie wollen?

Schon am Eingang gebietet das bekannte blaue Verkehrsschild, dass hier eine Fußgängerzone ist, RadfahrerInnen absteigen! Auf den Rasenparterres, die sich so hübsch, fast in Tortenstückform um den Brunnen mit der sprudelnden Fontäne gruppieren, weisen dezent aufgestellte Schilder in deutscher und türkischer Sprache darauf hin, dass schon das Betreten der Rasenflächen verboten sei.

Wen schert das?

Die Wandelröschen, die gerade orangefarben blühen, nicht. Man hat sich eingerichtet in dieser kleinen Oase. Väter spielen mit ihren Kindern, Nachbarn pflegen ihre Nachbarschaft, die Trinker genießen (?) ihren Alkohol, Kinder verkaufen überschüssiges Spielzeug. Frauen lesen liegend und sich sonnend die Sommerlektüre, den Kopf auf der weichgefüllten Nanu-Nana-Tüte plaziert. Hetero- und Homo-Paare, Freunde und Freundinnen, genießen einen Sonnentag in Berlin, bewegen sich gemächlich, mit viel Zeit. Der politisch aktuelle und geförderte interkulturelle Dialog wird hier gelebt. Ohne großes Aufsehen, in aller Ruhe, mitten in der Woche, mitten in Berlin.

 

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt" 2008. - © henny behm 11/08 -

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Leben in der Ackerstraße.
Von der Mitte in den tiefen Wedding
In Zusammenarbeit mit VHS Reinickendorf
Sonntag, 16.9.2018, 14 Uhr

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November 2018

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Architektur in Schöneberg - zwischen Moderne und Nationalsozialismus
In Zusammenarbeit mit der VHS Schöneberg
Sonntag, 29. April 2018,
11 Uhr

150 Forsythie
 

 

 

 

 

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