Gerhild Komander

Wedding-Nachrichten

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150 Nordhafen

Stadtführungen Berlin Wedding

Frauen im Wedding. Von den Benediktinerinnen zu Constanze Behrends
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Donnerstag, 8. März 2018, 14 Uhr

Afrika im Wedding. Das Afrikanische Viertel: Architektur, Stadtplanung, Kolonialgeschichte
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Sonntag, 18. März 2018, 11 Uhr

Neue Heimat Wedding. Von der Kolonie zum QM: Der Soldiner Kiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Freitag, 6. April 2018, 16 Uhr

Bruno Taut und Mies van der Rohe. Bauten im Wedding
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Dienstag, 17. April 2018, 11 Uhr

Von der Schillerhöhe zum Schäfersee. Wohnsiedlungen auf der grünen Grenze zwischen dem Wedding und Reinickendorf
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend,.21. April 2018, 11 Uhr

150 Ploetzensee

Kiezerkundung Berlin Wedding

Erkundigen Sie sich jetzt mit Ihrer Schulklasse für das neue Jahr!

150 Schillerparksiedlung

 

Schillerbibliothek 15075 Jahre Schillerbibliothek

75 Jahre Volksbildung im Wedding

Volksbibliothek, Stadtbücherei, Schillerbibliothek: Bücher und Bildung für die Weddinger Bevölkerung

 

Gehen Sie einmal die Edinburger Straße entlang. Vielleicht besuchen Sie die neue Promenade der Schillerparksiedlung und die Plansche im Schillerpark, zu der sich ein Café gesellt. Wenn Sie aus nordwestlicher Richtung kommen, etwa von der Schöningstraße nach rechts einbiegen, haben Sie den besten Blick auf das Schulgebäude in der Straße. Es zieht sich um die Ecke herum in die Ofener Straße.


Schillerbibliothek EdinburgerIm Haus Nummer 43 eröffnete das Bezirksamt Wedding vor 75 Jahren, am 10. März 1936, die Schillerbibliothek. Über den Fenstern sitzen in einem Halbrund Eulen, ein hübscher Hinweis auf die Lesehalle, die sich hier befand. Stadtbaurat Ludwig Hoffmann, der das kommunale Baugeschehen der Stadt Berlin von 1896 bis 1924 leitete, erbaute diese Schule 1914-15. Hoffmann arbeitete oft mit dem Bildhauer Ignatius Taschner zusammen. Wahrscheinlich hat er auch die Eulen - als Sinnbilder der Weisheit - geschaffen.


Die Kinderlesehalle und die Jugendbücherei der Gemeinde-Doppelschule befand sich im ersten Stock des Lehrerwohnhauses an der Edinburger Straße. Daraus entstand die Volksbücherei Schillerpark, die bei ihrer Eröffnung über 10 375 Bände verfügte.

 

Die Idee der öffentlichen Bibliothek war nicht neu.

Vor 350 Jahren - 1661 - wurde die kurfürstliche Bibliothek im Apothekenflügel des Berliner Schlosses der Bürgerschaft geöffnet, noch ohne feste Öffnungszeiten. Ihre berühmtesten Bibliothekare waren Gottfried Wilhelm Leibniz und Gotthold Ephraim Lessing. An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert war Berlin von der Lesewut ergriffen und - nicht zuletzt durch das Lesevergnügen der Frauen - Verlagszentrum. 15 Leihbibliotheken gab es schon. Sie wurden meist von Buchhändlern betrieben.

 

Volksbibliotheken für Berlin

Friedrich von Raumer ist es, der den Gedanken einer Volksbibliothek verbreitet und 1846 die Gedenkschrift "Volksbibliotheken für Berlin" verfaßt. Er will die öffentliche Bibliothek als Bibliothek für alle Menschen einrichten. Das heißt als Bildungseinrichtung, als Volksbibliothek, die eine ausgleichende Funktion zwischen gebildeten und ungebildeten Bevölkerungsschichten hat.
1850 kann er 4 000 Taler seines Vereins für Volksbibliotheken als Stiftungskapital zur Verfügung stellen.

Vier Volksbibliotheken entstehen. Die Unterstützung der Stadt fällt mager aus. Erst in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts werden neue Bildungsvorstellungen wirksam. Vorbild ist die amerikanische und englische Public Library. Die Bücherhallenbewegung entsteht. Die erste öffentliche Bibliothek in diesem Sinne ist 1899 die Heimannsche Öffentliche Bibliothek und Lesehalle Berlin. Der sozialdemokratische Politiker Hugo Heimann stellte sie auf die Beine.

 

Was durften die Kinder und Jugendlichen 1936 lesen? Sie wurden ja nationalsozialistisch erzogen.
Die Romane von Elfriede Brüning, "Junges Herz muß wandern", 1935, und "Auf schmalem Land", 1938, standen vielleicht in den Regalen, auch die komischen Geschichten von Jonny Liesegang wie "Det fiel mir uff". Die Inhalte waren so harmlos wie die Titel. Mit solchen Arbeiten "überwinterten" viele AutorInnen im Nationalsozialismus. Das Buch "Deutsche Helden aus alten Zeiten. Den Kindern der Grundschule erzählt" von Hans Stanglmaier, München 1936, spricht eine andere Sprache. Der Titel "Wir wollen unsern Führer sehen: Erlebnisse einer Fahrt" von Elli Michaelson Otto, das 1936 schon in der zweiten Auflage erschien, fehlte sicher nicht.


Schillerbibliothek 300Berlin wurde im Jahr 1936 - wie die ganze sportliche Welt - von der Olympiade beherrscht. Deshalb werden auch die Bildbände von Leni Riefenstahl und Charlotte Rohrbach in der Bibliothek zu lesen gewesen sein. Erstere fotografierte 1936 vor allem die SportlerInnen der Olympischen Spiele, die andere Architektur und Bildhauerei von Werner March und Arno Breker. Beide Frauen sind eng mit dem Wedding verbunden.

 

Leni Riefenstahl kam am 22. August 1902 in der Prinz-Eugen-Straße 9, dritter Stock, zur Welt. Charlotte Rohrbach hatte 1925 den Direktor und Eigentümer der Metallflugzeugbauwerke Rohrbach, Sprengelstraße, Dr. Adolf Rohrbach, geheiratet.
Im Jahr 2006 fand die Schillerbibliothek ihr neues Zuhause im alten Bezirksverordnetensaal in der Müllerstraße und freut sich auf die Zukunft als Mittelpunktsbibliothek des Bezirks Mitte.

 

Gerhild H. M. Komander 2011

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Wedding-Daten

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1318 Markgraf Woldemar überläßt den Benediktinerinnen des Klosters Spandau den Fischzoll der umliegenden brandenburgischen Gewässer, auch des Plötzensees.

1588 Die Benediktinerinnen des Klosters Spandau gebn im Zuge der Reformation und der damit einhergehenden Enteignung der Klöster die Mühle an der Panke an den Kurfürsten Johann Georg.

1728 Dorothea Steffin behauptet, auf dem Wedding dem Teufel begegnet zu sein. Ihr wird als Hexe der Prozeß gemacht.

1848 "Die Rehberger kommen!" im Rahmen der Notstandsgesetze und -baumaßnahmen wird der erste Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanal gebaut. Die Arbeiter verleihen ihrer Forderung nach höheren Löhnen mit dem Marsch auf die Stadtmitte Berlins Ausdruck.

1888 Pfarrer Carl Schlegel, Diakonissen und Schülerinnen ziehen in das erste Gebäude des neu errichteten Paul-Gerhardt-Stifts in der Müllerstraße 56 ein.

1898 Die Brüder Wittler eröffnen ihre Bäckerei in der Müllerstraße 33 - zwischen Utrechter und Amsterdamer Straße.

1908 Die AEG errichtet ihre Werksgebäude in der Hussiten- und Voltastraße. Peter Behrens ist der leitende Architekt.
Am 15. Juni wird das Stadtbad Wedding in der Gerichtstraße eröffnet. Der Architekt ist Stadtbaurat Ludwig Hoffmann.
Am 7. Oktober öffnet die Gemeindeschule am Zeppelinplatz ihre Türen, das ebenfalls Ludwig Hoffmann entwarf.

1918 Die Arbeiter der Firmen AEG und Schwartzkopff marschieren in die Stadtmitte. Sie stehen am Anfang der Revolution in der Reichshauptstadt.

1938 SA-Angehörige zerstören die Synagoge auf dem Hof des Hauses Prinzenallee 87.

1948 Berlin-Blockade. 80 000 Menschen folgen dem Aufruf der SPD, auf dem Hertha-Sportplatz am S-Bahnhof Gesundbrunnen gegen die Blockade der SMAD und für die Freiheit der Stadt zu demonstrieren.

1958 Der Wedding erhält den bis heute einzigen Frauennamen auf einem Straßenschild: Aus dem Oskarplatz wird der Louise-Schroeder-Platz.

1978 Das Kaufhaus Karstadt am Leopoldplatz wird eröffnet.

1998 Am 30. Januar kann Tommy Spree das Anti-Kriegs-Museum in der Brüsseler Straße 21 eröffnen, das sein Großvater Ernst Friedrich nach dem Ersten Weltkrieg in der Waisenstraße betrieb.
Am 18. September lädt Gabriele Lange zur Ausstellungeröffnung in das Heimatmuseum Wedding in der Pankstraße: "Die Rehberger kommen!"

 

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