Gerhild Komander

Wedding-Nachrichten

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150 Nordhafen

Stadtführungen Berlin Wedding

Frauen im Wedding. Von den Benediktinerinnen zu Constanze Behrends
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Donnerstag, 8. März 2018, 14 Uhr

Afrika im Wedding. Das Afrikanische Viertel: Architektur, Stadtplanung, Kolonialgeschichte
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Sonntag, 18. März 2018, 11 Uhr

Neue Heimat Wedding. Von der Kolonie zum QM: Der Soldiner Kiez
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Freitag, 6. April 2018, 16 Uhr

Bruno Taut und Mies van der Rohe. Bauten im Wedding
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Dienstag, 17. April 2018, 11 Uhr

Von der Schillerhöhe zum Schäfersee. Wohnsiedlungen auf der grünen Grenze zwischen dem Wedding und Reinickendorf
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend,.21. April 2018, 11 Uhr

150 Ploetzensee

Kiezerkundung Berlin Wedding

Erkundigen Sie sich jetzt mit Ihrer Schulklasse für das neue Jahr!

150 Schillerparksiedlung

 

StrassenbahnEin königlicher Weg durch den Wedding

Die Seestraße

Die Seestraße, die 3 200 Meter weit durch den nördlichen Wedding führt, ist eine der breitesten Straßen Berlins. Sie ist quasi ein königlicher Weg.

 

Der erste preußische König, Friedrich I., ließ einen Reit- und Fahrweg anlegen, um sein Schloß Charlottenburg mit dem Schloß Schönhausen zu verbinden.

Warum? Vielleicht weil es mit der Schiffahrt auf der Panke nicht so geklappt hat? Der Weg verlief weit vor den Toren Berlins durch die Jungfernheide, die damals viel größer war, die Rehberge einschloß und erst an der Müllerstraße endete. Er überquerte die Müllerstraße, führte durch die heutige Reginhardstraße nach Schönholz und mündete in den Schloßgarten Schönhausen.

 

Ihren Namen erhielt die Straße erst 1827. Seestraße? Welcher See ist gemeint? Der Plötzensee ist es, an dem sie vorbeiführt. Zu ihrer Rechten, von Charlottenburg aus gesehen, lag dort, wo nun die Sylter Straße verläuft, damals auch noch der Kleine Plötzensee. Während der Bauarbeiten für den Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanal wurde er 1848 zugeschüttet.

 

150 Seestr IMG 0809Die Stadt Berlin besaß viel Land auf dem Wedding, am Gesundbrunnen und darüberhinaus, vor allem Heideland. 1817 erwarb sie auch den Gutshof Wedding in der Nähe vom Nettelbeckplatz. Da zählte man 350 Menschen in vierzig Wohnhäusern. Nach und nach bestimmte der Berliner Magistrat Land zu Bauland. Die Heide wurde parzelliert, die Grundstücke wurden abgesteckt. Obwohl die Pacht nicht gering war, meldeten sich zahlreiche Interessenten und rangen dem Sandboden Äcker und Gärten ab. Die Seestraße bildete die Siedlungsgrenze. 1880 gab es gerade einmal vierzig Haus- und Grundstücksnummern.

 

Ab 1891 errichteten die Forschungsinstitute an der Seestraße ihre Bauten zwischen Kanal und Amrumer Straße. Frau Ida Hoppe betrieb - ohne Hausnummer - auf dem späteren Eckernförder Platz, der jetzt nur noch ein großes Gebüsch ist, ihr Ausflugslokal. 1901 schnitt die Stadtverwaltung das nordöstliche Ende des alten Weges ab, um den Weg von Charlottenburg in den Ring um Berlin - im Zuge von Osloer und Bornholmer Straße - münden zu lassen. Die Seestraße endet seitdem am Louise-Schroeder-Platz. 1957 erhielt der Reinickendorfer Teil der alten Seestraße den Namen Reginhardstraße. Schade, denn damit verlor die Straße ihr Ziel, das Schloß Schönhausen, endgültig aus den Augen.

 

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Wedding-Daten

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1318 Markgraf Woldemar überläßt den Benediktinerinnen des Klosters Spandau den Fischzoll der umliegenden brandenburgischen Gewässer, auch des Plötzensees.

1588 Die Benediktinerinnen des Klosters Spandau gebn im Zuge der Reformation und der damit einhergehenden Enteignung der Klöster die Mühle an der Panke an den Kurfürsten Johann Georg.

1728 Dorothea Steffin behauptet, auf dem Wedding dem Teufel begegnet zu sein. Ihr wird als Hexe der Prozeß gemacht.

1848 "Die Rehberger kommen!" im Rahmen der Notstandsgesetze und -baumaßnahmen wird der erste Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanal gebaut. Die Arbeiter verleihen ihrer Forderung nach höheren Löhnen mit dem Marsch auf die Stadtmitte Berlins Ausdruck.

1888 Pfarrer Carl Schlegel, Diakonissen und Schülerinnen ziehen in das erste Gebäude des neu errichteten Paul-Gerhardt-Stifts in der Müllerstraße 56 ein.

1898 Die Brüder Wittler eröffnen ihre Bäckerei in der Müllerstraße 33 - zwischen Utrechter und Amsterdamer Straße.

1908 Die AEG errichtet ihre Werksgebäude in der Hussiten- und Voltastraße. Peter Behrens ist der leitende Architekt.
Am 15. Juni wird das Stadtbad Wedding in der Gerichtstraße eröffnet. Der Architekt ist Stadtbaurat Ludwig Hoffmann.
Am 7. Oktober öffnet die Gemeindeschule am Zeppelinplatz ihre Türen, das ebenfalls Ludwig Hoffmann entwarf.

1918 Die Arbeiter der Firmen AEG und Schwartzkopff marschieren in die Stadtmitte. Sie stehen am Anfang der Revolution in der Reichshauptstadt.

1938 SA-Angehörige zerstören die Synagoge auf dem Hof des Hauses Prinzenallee 87.

1948 Berlin-Blockade. 80 000 Menschen folgen dem Aufruf der SPD, auf dem Hertha-Sportplatz am S-Bahnhof Gesundbrunnen gegen die Blockade der SMAD und für die Freiheit der Stadt zu demonstrieren.

1958 Der Wedding erhält den bis heute einzigen Frauennamen auf einem Straßenschild: Aus dem Oskarplatz wird der Louise-Schroeder-Platz.

1978 Das Kaufhaus Karstadt am Leopoldplatz wird eröffnet.

1998 Am 30. Januar kann Tommy Spree das Anti-Kriegs-Museum in der Brüsseler Straße 21 eröffnen, das sein Großvater Ernst Friedrich nach dem Ersten Weltkrieg in der Waisenstraße betrieb.
Am 18. September lädt Gabriele Lange zur Ausstellungeröffnung in das Heimatmuseum Wedding in der Pankstraße: "Die Rehberger kommen!"

 

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