Gerhild Komander

Frauenthemen

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150 Gertraud

Stadtführung Rosa Luxemburg 2019
Lebensorte in Berlin
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 19. Januar 2019, 11 Uhr

Vortrag 100 Jahre Frauenwahlrecht 2019
Das Frauenwahlrecht. Der lange Weg zur Mündigkeit ...
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Dienstag, 12. Februar 2019, 15.15 Uhr

Stadtführung 100 Jahre Frauenwahlrecht 2019
Marie Juchacz und alle die anderen. Frauen im deutschen Parlament
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 23. Februar 2019, 11 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Sticken, stricken, weben, nähen in Berlin
Frauen und die Textilbranche
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 2. März 2019, 11 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Der Prinz von Theben residiert am Nollendorfplatz
In Zusammenarbeit mit der VHS Tempelhof-Schöneberg
Sonntag, 3. März 2019, 11 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Frauen im Wedding
In Zusammenarbeit mit der VHS Mitte
Freitag, 8. März 2018, 14 Uhr

Stadtführung zum Internationalen Frauentag 2019
Charlottenburg weiblich
Frauengeschichten zwischen Kurfürstendamm und Savignyplatz
In Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf
Sonnabend, 9.3.2018, 11 Uhr

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knef quFür mich soll's rote Rosen regnen

Hildegard Knef (1925 – 2002) - Schauspielerin, Sängerin, Schriftstellerin

 

 

28. Dezember 1925 Ulm - 1. Februar 2002 Berlin

Sie ist noch nicht 14 Jahre alt, als vom deutschen Linienschiff Schleswig-Holstein auf die polnischen Befestigungen auf der Westerplatte „zurückgeschossen" wird: Am 1. September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg mit den Schüssen in der Danziger Bucht. Hildegard Knef geht noch zur Schule. Mitten im Krieg – 1942 – erhält sie die mittlere Reife und einen Ausbildungsvertrag im Trickfilmatelier der Ufa-Werbefilmabteilung. Das Atelier liegt am Dönhoffplatz (den es nicht mehr gibt).

 

„Mit 16 sagte ich still: ich will"

 

Bomben zerstören es, aber die junge Frau ist nicht böse. Sie ist längst entschlossen, der enttäuschend öden Fließband-Zeichnerei adé zu sagen. Schauspielerin will sie werden – und sie wird...

 

Rosen Knef 300Else Bongers, die Schauspiellehrerin, hilft ihr auf die Sprünge. Vier Jahre nach Kriegsbeginn beginnt Hildegard Knef ihre neue Ausbildung an der von Propagandaminister Joseph Goebbels begründeten Filmschule in Babelsberg – und macht sich durch ihren großen Ehrgeiz unbeliebt. Draußen tobt der „totale Krieg". Als er am 2. Mai 1945 mit der deutschen Kapitulation zu Ende geht, hat Hildegard Knef das erste Mal überlebt.

 

Sie spielt im Juni 1945 bei Victor de Kowa in der Charlottenburger Tribüne, dann bei Boleslaw Barlog im Schlossparktheater in Steglitz. Sie spielt sich nach oben. Mit dem Film „Die Mörder sind unter uns" erreicht sie ein Millionenpublikum. Der Film wird am 15. Oktober 1946 im Admirals-Palast uraufgeführt. Zum Skandal gerät 1951 der Film „Die Sünderin". Warum?

Nackt liegt die Prostituierte vor dem Maler – acht Sekunden lang für das Publikum zu sehen. Am Ende des Films begehen Maler und Modell gemeinsam Selbstmord, weil die Operation, bezahlt durch eine letzte Prostitution der Frau, sein Augenlicht nicht retten kann. In Flugblättern ruft man zum Boykott der Kinos auf, politische Debatten und Prügeleien entrüsteter Bürger provoziert der Film. Hildegard Knef, die Hauptdarstellerin, spaltete die Deutschen in GegnerInnen und BewunderInnen.

 

„will froh sein, nie lügen"

 

Rosen Knef 300 3In Hollywood scheitert sie. Ihre in deutschen Rollen bewunderte Natürlichkeit passt nicht in den amerikanischen Film und das amerikanische Frauenbild.

 

Dann holt Anatole Litvak sie vor die Kamera und dreht mit ihr „Entscheidung im Morgengrauen", wieder ein Film, der Schwierigkeiten macht, weil er den Zweiten Weltkrieg in einer Weise thematisiert, wie sie das beruhigte und nicht mehr hungrige Publikum vergessen will.

Die – in Hollywood - lang Verschmähte spielt mit Tyrone Power, Susan Hayward, Ava Gardner, dann – wieder in Deutschland – mit Erich von Stroheim, Karlheinz Böhm, Hardy Krüger.

 

„will groß sein, will siegen"

 

Hildegard Knef dreht in den USA, in Frankreich, Deutschland, unter der Regie von Henry Hathaway, Carol Reed, Rudolf Jugert, Wolfgang Staudte, Yves Allégret, Claude Chabrol. Hildegard Knef hat es geschafft. Sie ist ganz oben.

Rosen Knef 300 4Mitte der sechziger Jahre ist ihre Karriere als Schauspielerin beendet, obwohl weitere Filme folgen. 1962 beginnt Hildegard Knef von vorn, beruflich und privat: Sie heiratet in zweiter Ehe den britischen Schauspieler David Cameron und wird Sängerin.

 

Sie besingt das „Heimweh nach dem Kurfürstendamm", spricht Kurt Tucholsky. Die „Dreigroschenoper" führt zu dieser Wende. In Wolfgang Staudtes Kinoversion spielt sie die Seeräuberjenny und singt. Einen ersten Klassiker bringt sie mit dem Titel „Eins und eins, das macht zwei" heraus. Da stehen die Beatles mit „I wonna hold your hand" schon in der Tür.

 

„will alles oder nichts"

 

Rosen Knef 300 5Wenn es sein muss, finanziert die selbstbewusste Frau das Tonstudio selbst. Das Risiko wird belohnt. Ihre Fernsehshow in der ARD bringt sie am 19. November 1963 in alle deutschen (Fernseh-) Haushalte.

 

Im Fernsehen der Bundesrepublik Deutschland bleibt „die Knef" Dauergast. Als der Plattenverkauf stagniert, greift sie selbst zur Feder. Ihre besten Lieder entstehen jetzt.

 

„Berlin, Dein Gesicht hat Sommersprossen
und Dein Mund ist viel zu groß.
Dein Silberblick ist unverdrossen
Doch nie sagst Du: Was mach' ich bloß?"

 

Der Text erscheint wie eine Selbstspiegelung, und Hildegard Knef ist im Texten so erfolgreich, dass sie – nicht wie andere eine Biographie – gleich drei autobiographische Bücher niederschreibt. „Der geschenkte Gaul", 1970, verwirrt Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht plötzlich das Experiment Trivialliteratur verordnet bekommen. Das Buch verkauft sich gut, bis heute sind vier Millionen Exemplare verkauft worden.

 

Rosen Knef 300 2„für mich soll's rote Rosen regnen"

 

Ihre Brustkrebserkrankung im Jahre 1973 tränkt nicht Monate lang die Boulevard- und Tagespresse: Hildegard Knef schreibt selbst darüber. „Das Urteil" heißt ihr zweites Buch. Später folgt der Titel „So nicht."

 

Dann wird es ruhiger um die Frau, die für so viele widersprüchliche Schlagzeilen sorgt, aber immer nur eines im Sinn hat: „Für mich soll's rote Rosen regnen." In einer dritten Ehe - mit Paul von Schell - findet sie auch Ruhe. Am 1. Februar 2002 stirbt die Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin in Berlin.

 

Gerhild H. M. Komander

Der Text erschien zuerst im "Berliner Lindenblatt", 2007

Die Modelle, meine Rosen, fand ich in Irland, Cornwall, Hannover und im Polnischen Café, Lilienthalstraße, Berlin.

 

Leseempfehlung:

Christian Schröder: Hildegard Knef. Mir sollten sämtliche Wunder begegnen, Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag 2005. 447 Seiten. Mit 48 Schwarzweißabbildungen

 

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Frauen in Berlin

2. Januar 1879 Die Politikerin Katharina von Kardoff-Oheimb wird in Neuß geboren.
3. Januar 1959 Die Romanistin Irmgard Osols-Wehden wird in Gera geboren.
4. Januar 1849 Die Salonière Helene von Lebbin wird in Stralsund geboren.
10. Januar 1989 Luise Kraushaar, KPD-Sekretärin, stirbt in Berlin.
15. Januar 1919 Rosa Luxemburg, Politikerin und Schriftstellerin, wird in Berlin ermordet.
24. Januar 1909 Die Filmschauspielerin und Synchronsprecherin Viktoria von Ballasko wird in Wien geboren.
30. Januar 1969 Fritzi Massary, Schauspielerin, stirbt in Los Angeles.
31. Januar 1899 Die Schriftstellerin Elise Felicitas von Hohenhausen stirbt in Berlin.
1. Februar 2019 Die Schauspielerin Ursula Karusseit stirbt in Berlin.
2. Februar 1989 Lola Landau, Schriftstellerin, stirbt in Jerusalem.
3. Februar 1899 Die Opern- und Konzertsängerin Amalie Weiß stirbt in Berlin.
8. Februar 1859 Gabriele Reuter, Schriftstellerin, wird in Alexandria geboren.
11. Februar 1869 Else Lasker-Schüler, Lyrikerin Schriftstellerin, wird in Elberfeld geboren.
16. Februar 1829 Helene von Hülsen, Schriftstellerin, kommt auf Blankenfelde bei Teltow zur Welt.
18. Februar 1969 Gisela Arendt, Schwimmerin, stirbt in Berlin.
21. Februar 2009 Die Historikerin Iselin Gundermann stirbt in Berlin.
24. Februar 1829 Die Sängerin Marie Seebach kommt in Riga zur Welt.
8. März 1879 Die Schriftstellerin Mechtilde von Lichnowsky wird auf Schloß Schönburg / Bayern geboren.
11. März 1729 Sophie Marie von Panwitz Gräfin Voß, Autorin und Hofdame, wird in Schönfließ b. Oranienburg geboren.
14. März 1959 Minna Schulze, „Wasserminna", Artistin, stirbt in Berlin.
18. März 1929 Christa Wolf, Schriftstellerin, wird in Landsberg an der Warthe geboren.
25. März 1909 Maria Gräfin von Maltzan, Tierärztin und Widerstandskämpferin, wird in Militsch / Schlesien geboren.
26. März 1629 Agnes Markgräfin Brandenburg Herzogin von Pommern Herzogin von Sachsen-Lauenburg stirbt im Schloss Neuhaus an der Elbe.
26. März 1829 Caroline von Humboldt stirbt in Berlin.
27. März 1819 Die Malerin Susanne Henry  stirbt in Berlin. 

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